Mountainbikes im Test

Testbericht: Santa Cruz Nomad C (Modelljahr 2014)

Santa Cruz Nomad C im MountainBIKE-Test
Foto: Santa Cruz Bicycles/Gary Perkins
Lange hat’s gedauert, jetzt wird gerockt: Das Santa Cruz Nomad C sorgt für maximalen Bergabspaß. MountainBIKE hat das Enduro-MTB der Kultmarke getestet.

Was uns gefällt

  • Sensationell bergab
  • Exzellent ausgestattet
  • Bike und Rahmen sehr leicht

Was uns nicht gefällt

  • Exorbitant hoher Preis

Länger, flacher, sicherer – das neue Santa Cruz Nomad C soll wieder ein Freudenspender alter Schule sein und den klassischen Enduristen und Freerider, weniger den "hippen" Enduro-Rennfahrer ansprechen.

Im Vergleich zum Vorgänger rollt das Nomad auf 27,5"-Rädern, werkelt wie gehabt mit 160/165 Millimeter Federweg und kommt mit federleichtem Carbon-Rahmen, der inkl. Federbein gerade einmal 2.850 Gramm wiegt. Komplett neu gezeichnet ist die Geometrie. Bergab versprechen der mit 65° äußerst flache Lenkwinkel sowie der lange Radstand ultimative Laufruhe, sehr kurze Kettenstreben (433 mm) sollen dennoch für Agilität und Drehfreude sorgen.

Und ja, das Handling ist außergewöhnlich. Außergewöhnlich brillant. Zwar ist bei langsamer Fahrt Druck am Volant nötig, damit der "Flachmann" nicht abkippt, bei Highspeed – und für was sonst will man schon ein Enduro? – ballert das Santa Cruz Nomad C aber selbst über wildeste Wurzelfelder und unfahrbar erscheinende Steingärten einfach hinweg.

MountainBIKE-Testchef André Schmidt: "Brutal. Man fühlt sich fast so sicher wie auf einem Downhill-Bike, bergab ist’s einfach nur geil." Dazu trägt auch das Fahrwerk bei: Die sensationell schluckfreudige Pike-Gabel kommt trotz "nur" 160 Millimeter Hub fast nie an ihre Grenzen, der VPP-Hinterbau federt sensibel ein, dämpft im mittleren Federwegsbereich optimal und zeigt generell hohe Aufmerksamkeit.

Fotostrecke: Santa Cruz Nomad - Bilder vom Enduro-Mountainbike

13 Bilder
Santa Cruz Nomad Foto: André Schmidt
Santa Cruz Nomad Foto: André Schmidt
Santa Cruz Nomad Foto: André Schmidt

Apropos: Als Upgrade kann auch das Vivid-Air-Federbein von Rock Shox gewählt werden, womit das Heck noch einmal satter liegt, dafür nicht ganz so feinfühlig anspricht. So viel unbändigen Spaß das Nomad im Downhill macht, ein Enduro muss auch bergauf pedalierbar sein – und das ist dieses famose Multitool! Der nicht zu flache Sitzwinkel ermöglicht genug Druck aufs Pedal, der Hinterbau agiert weitestgehend antriebsneutral.

Für wirkliche Höhenflüge sorgt aber vor allem das für ein Enduro extrem niedrige Gewicht – Verdienst der erstklassigen, aber auch exorbitant teuren Ausstattung. So kratert alleine das Upgrade auf die steifen, leichten Carbon-Laufräder ein 2.000 Euro tiefes Loch ins Portemonnaie.

Technische Daten des Test: Santa Cruz Nomad C

Modelljahr: 2014
Preis: 9.500 Euro
Gewicht: 12,7 kg
Rahmengewicht: * 2.850 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkwinkel: 65 °
Sitzwinkel: 74 °
Reach: 418 mm
Sitzrohr: 420 mm
Oberrohr: 585 mm
Steuerrohr: 100 mm
Radstand: 1.173 mm
Tretlagerhöhe: 340 mm
Federgabel: Rock Shox Pike RCT 3
Federweg: 160 mm
Federbein: Rock Shox Monarch Plus Dobonair
Federweg: 165 mm
Schaltwerk: Sram X01
Schalthebel: Sram X01 (1x11)
Kurbel: Sram X01
Umwerfer: -
Bremse: Shimano XTR Trail
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Laufräder: Enve M70 Thirty
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Maxxis High Roller II 2,4''

* Inklusive Dämpfer.

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Fazit:

Was für ein Hammer-Bike! Das Santa Cruz Nomad C setzt bergab neue Maßstäbe für ein Enduro, bleibt dabei bergauf erstaunlich flott pedalierbar. Wegen des extremen Preises bleibt es aber wohl nur ein Traum ...

17.07.2014