Mountainbikes im Test

Testbericht: Salsa Redpoint (Modelljahr 2017)

MountainBIKE Salsa Redpoint
Foto: Det Göckeritz
Das neue Salsa Redpoint überrascht als herrlich komfortables, klasse zu beherrschendes Trail-Geschoss – das auch Enduro-Einsteiger trotz der Länge nicht überfordert. Berghoch geht es traktionsstark, aber wenig spritzig.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Sehr laufruhig, dabei agil genug
  • Extrem gefräßiges Fahrwerk
  • Custom-Aufbau möglich

Was uns nicht gefällt

  • Sitzposition zu hecklastig

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil sehr gut

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„Riding and exploring real backcountry!“ Fürs Befahren und Erkunden unbekannter Gegenden soll das neue Salsa Redpoint geboren sein. Zumindest, wenn man der Werbeaussage der Kultmarke aus Bloomington, USA, glaubt.

Garanten sollen bis zu 160 mm Federweg an der Front, 150 mm am Heck, 27,5"-Laufräder/Reifen sowie eine abfahrtslastige, ausgesprochen gestreckte Geometrie sein. So beträgt der Radstand 1189 mm (Größe M) – sehr üppig für ein Bike im Grenzbereich von All-Mountain zu Enduro. Auch der sehr lange Reach und der flache 66,5°-Lenkwinkel versprechen ein Höchstmaß an Spurtreue. Wer noch mehr Traktion wünscht, kann das Salsa Redpoint übrigens auch mit extrafetten 26"-Reifen aufbauen mit bis 3,0" Breite.

 

MountainBIKE Salsa Redpoint Split Pivot
Foto: Det Göckeritz Die Kinematik stammt von Suspension-Guru Dave Weagle, und das hintere Gelenk liegt in der Heckachse (Split Pivot).

Für diesen Einzeltest stellte uns Salsa-Importeur Cosmic Sports einen speziellen Aufbau zur Verfügung, der sich deutlich von den drei angebotenen Redpoint-Komplett-Bikes unterscheidet. So ist die Ausstattung eine Art Rundgang durch das Cosmic-Angebot: DVO-Gabel, Doppelkammer-Federbein von Cane Creek, Formula-T1-Stopper, Renthal-Cockpit, SDG-Sattel sowie teils noch wenig bekannte Parts (Kurbel, Laufräder und Reifen) von E*thirteen.

Komplett würde das Custom-Kunstwerk so circa 9000 Euro kosten, das Rahmenset alleine schlägt mit 2799 Euro zu Buche.

Dass der Kohlefaserrahmen mit über 3100 Gramm viel auf die Waage bringt, liegt mit am gewichtigen Cane-Creek-Stoßdämpfer. Dennoch: Leicht ist der Carbonframe (wie das ganze Salsa Redpoint) nicht, auch erreicht er in puncto Steifigkeit nur knapp den grünen Bereich von 60 Nm/° am Lenkkopf. Auf dem Trail haben wir das bei Fahrergewichten um 70 Kilo nicht gespürt. Oder wenn, dann eher im positiven Sinne: Das Salsa Redpoint fährt sich in jeder Beziehung extrem satt, höchst komfortabel, irgendwie „plüschig“.

 

MountainBIKE Salsa Redpoint Cane-Creek-Federbein
Foto: Det Göckeritz Das brillante Cane-Creek-Federbein bietet extrem viele Einstellmöglichkeiten – für weniger Versierte zu viele.

Die schwere, wuchtige, gefräßige DVO-Federgabel und die „Split-Pivot“-Heckfederung saugen jedes Krümelchen auf, führen, ohne wegzusacken, durch den Hub, bieten scheinbar endlose Reserven. Trotz der Länge schwingt das Salsa Redpoint auch durchaus wendig von Turn zu Turn, hat seine Stärken aber dennoch eindeutig in Sachen Laufruhe.

Bergauf ein ähnliches Bild. Das Salsa Redpoint geht flotter voran, als man es von diesem Dickschiff vermutet – wirklich spritzig ist es aber nicht. Zudem stört bei Kletterpartien die durch den flacheren Sitzwinkel nicht ganz optimale Tretposition: Die Kraft kommt mehr von hinten, nicht von oben aufs Pedal.

Einmal mehr überzeugt dafür die Hinterradfederung, die bei Antritten fast gar nicht wippt, bei Kraxeleien aber dennoch richtig viel Traktion bietet.

Technische Daten des Test: Salsa Redpoint

Modelljahr: 2017
Preis: ca. 9000 Euro (Rahmenkit: 2799 Euro)
Gewicht: 13,0 kg
Rahmengewicht: 3120 g
Federgabel (Gewicht): 2166 g
Gewicht Laufräder: 4399 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon (Alu-Kettenstreben)
Lenkkopfsteifigkeit: 60,0 Nm/°
Federgabel: DVO Diamond
Federweg: 160 mm
Federbein: Cane Creek DBAir CS
Federweg: 150 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 32 Zähne vorne, 9–44 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram X01
Schalthebel: Sram X01
Kurbel: E*thirteen TRSr Carbon
Umwerfer: -
Bremse: Formula T1
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock LEV DX (Vario, 125 mm)
Vorbau: Renthal Apex 60 mm
Lenker: Fatbar 760 mm
Naben: E*thirteen TRSr
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: E*thirteen TRSr 2,35"
Testurteil: Sehr gut (213 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil


Salsa Redpoint (Modelljahr 2017) im Vergleichstest

Test: 5 edle Carbon-Fullys - Teil I Foto: Det Göckeritz

Test: 5 edle Carbon-Fullys - Teil I

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Salsa Redpoint (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

26.08.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016