Mountainbikes im Test

Testbericht: Rocky Mountain Thunderbolt 730 MSL (Modelljahr 2016)

MountainBIKE Rocky Mountain Thunderbolt 730 MSL
Foto: Benjamin Hahn
So viel Fahrspaß gehört an einem Tourenfully eigentlich verboten! Das Handling des agilen Rocky Mountain Thunderbolt 730 MSL ist ein Gedicht, das ganze Bike ein einziger Sympathieträger – das macht die teils billigen Parts verzeihlich.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Grenzgeniales Handling
  • Viel Vortriebswille
  • Effiziente Kinematik

Was uns nicht gefällt

  • Teils schwache Parts

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil sehr gut

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Ein Rocky in einem umkämpften Preissegment? Das gab’s zuletzt nie. „Schuld“ hat der neue Rahmen des Rocky Mountain Thunderbolt 730 MSL, der eine leichte Carbon-Front mit preiswerteren Alu-Streben vereint. Und dennoch nicht auf die pfiffige Ride9-Geometrie/Fahrwerks-Verstellung verzichtet.

Gespart wird woanders: Eine Vario-Sattelstütze fehlt, und die (halbwegs standfesten) Shimano-Billigbremsen liegen wie Teile der Schaltung unter Klassenniveau. Das kostet dem Rocky Mountain Thunderbolt 730 MSL zwar viele Punkte, aber keine Sympathien.

Sagen wir’s direkter: Auf dem Trail fährt sich das Rocky Mountain Thunderbolt 730 MSL einfach nur hinreißend. Das Handling ist ein Hochgenuss aus prickelnder Drehfreude und brillanter Spurtreue, der Fahrspaß schier unendlich – die Attraktion im Flow-Zirkus!

 

MountainBIKE Rocky Mountain Thunderbolt 730 MSL Federbein
Foto: André Schmidt Ride9 heißt der 2-in-1-Chip, über den sich das Federbein in neun Positionen aufhängen lässt. So lassen sich Geometrie und Progression der Heckfederung an Fahrergewicht und Einsatzbereich anpassen.

Aber auch fahrtechnisch einfachere Touren langweilen das Rocky Mountain Thunderbolt 730 MSL nicht: Es ist relativ leicht, rollt trotz schwerer Laufräder/Reifen erstaunlich flott, klettert emsig, die Sitzposition ist ideal zwischen Sport und Spaß ausbalanciert.

Dazu gesellt sich ein viergelenkiger Hinterbau, der zwar straff-effizient, aber auch aufmerksam und komfortabel über Stock und Stein geleitet – der Lockout-Remote ist unnötig.

Und die selten spezifizierte Manitou-Gabel? Macht einen seriösen Job, spricht ehrgeizig an, sackt nur im mittleren Hubbereich minimal zu viel ab.

Technische Daten des Test: Rocky Mountain Thunderbolt 730 MSL

Modelljahr: 2016
Preis: 3300 Euro
Gewicht: 12,8 kg
Rahmengewicht: 2770 g
Federgabel (Gewicht): 1735 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: XS, S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon (Alu-HInterbau)
Federgabel: Manitou Marvel Pro
Federweg: 120 mm
Federbein: Fox Float DPS Perf. Elite Remote
Federweg: 120 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX (2 x 10)
Kurbel: Race Face Aeffect
Umwerfer: Shimano Deore
Bremse vorne: Shimano M506
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremse hinten: Shimano M447
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Rocky Mountain SL
Laufräder: Shimano Deore/Sun Ringlé Helix TR
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Maxxis Ardent/Ardent Race 2,25"/2,2"
Testurteil: Sehr gut (206 Punkte)

Fazit:

So viel Fahrspaß gehört an einem Tourenfully eigentlich verboten! Das Handling des agilen Rocky Mountain Thunderbolt 730 MSL ist ein Gedicht, das ganze Bike ein einziger Sympathieträger – das macht die teils billigen Parts verzeihlich.

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Rocky Mountain Thunderbolt 730 MSL (Modelljahr 2016) im Vergleich mit anderen Produkten

07.01.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016