Mountainbikes im Test

Testbericht: Rocky Mountain Element 970 RSL (Modelljahr 2017)

MOUNTAINBIKE Rocky Mountain Element 970 RSL
Foto: Dennis Stratmann
Testers Liebling! Das Rocky Mountain Element 970 RSL ist nicht das schnellste Bike im Test. Aber das spaßigste. Geschickt berghoch, spielerisch bergab – sowohl als Marathon- wie als Trail-Bike ein lässiges Ding.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Spielerisch-tolles Handling
  • Sehr gelungenes Fahrwerk
  • Top gemachter Carbon-Rahmen

Was uns nicht gefällt

  • Ausstattung etwas „brav“

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil sehr gut

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BC Bike Race, Trans Rockies – anspruchsvollste Mehrtagesrennen in Nordamerika, die Mensch und Maschine wahrhaft knechten. Im Vergleich zu hiesigen Marathonstrecken sind diese Races das reinste (Trail-)Gemetzel. Extra für solche Abenteuerrennen will Rocky Mountain die Neuauflage des legendären Rocky Mountain Element optimiert haben.

Vortriebswillig? Klar, das schon. Aber halt auch mit viel Nehmerqualität und Trail-Hunger. So gibt es einerseits einen leichten, noblen Voll-Carbon-Rahmen mit 100 mm Federweg als Basis – der aber von einer wuchtigen Fox-34-Federgabel mit 120 mm Hub angeleitet wird. Die 2 x 11-Schaltung auf (für die Preisklasse etwas biederer) Shimano-XT-Basis spricht wiederum für Spaß auf langen Touren, die Vario-Sattelstütze eh, ebenso der gemütliche WTB-Sattel – die leichten Laufräder mit schnellen, im Matsch limitierten Maxxis-Ikon-Reifen machen jedoch die Rennfraktion wuschig.

Kurzum: ein spannender Mix!

 

MOUNTAINBIKE Rocky Mountain Element 970 RSL Ride9-Chip
Foto: Dennis Stratmann Ride9-Chip: Geo sowie die Progression der Heckfederung sind in neun Stufen anpassbar. Wir fuhren die neutrale Mittelposition.

Aufgesattelt fühlt sich das Ganze richtig gut an. Die Sitzposition ist zentral, ausbalanciert, kompakt, aber nicht unsportlich dank tiefer Front. Erste, harte Pedalhübe setzt das Rocky Mountain Element 970 RSL freudig in Vortrieb um, es beschleunigt flink, zeigt sich tempofest mit antriebsneutraler Heckfederung. Geht es steil empor, liefert Letztere genug Traktion, zudem gefällt einmal mehr die ausgewogene Sitzposition mit viel Druck auf Vorderrad und Pedal.

 

MOUNTAINBIKE Rocky Mountain Element 970 RSL Carbon-Chassis an der Heckfederung
Foto: Dennis Stratmann Rocky verdeckt das hintere Lager der Heckfederung durch das Carbon-Chassis: elegant und schmutzgeschützt.

Und bergab? Da macht das ungemein agil-verspielte Handling geradezu glücklich. Das Rocky Mountain Element 970 RSL wedelt herzerfrischend frivol ums Eck, wird dabei nicht nervös.

Ganz so satt wie das Liteville 101 MK1 Marathon oder das Scott Spark 900 liegt es jedoch nicht auf dem Trail. Der per se schön aktive Hinterbau gerät durch die nur 100 mm Federweg früher an seine Grenzen, auch ist die Geometrie halt mehr auf Drehfreude denn auf Spurtreue ausgelegt. Wir würden via Ride9-Chip (siehe Detailbild oben) daher eine um 0,5° flachere Winkeleinstellung empfehlen.

Technische Daten des Test: Rocky Mountain Element 970 RSL

Modelljahr: 2017
Preis: 5900 Euro
Gewicht: 11,7 kg
Rahmengewicht: 2340 g
Federgabel (Gewicht): 1806 g
Gewicht Laufräder: 3531 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL, XXL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 73,0 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Float Performance Elite Boost
Federweg getestet: 120 mm
Federbein: Fox Float DPS Performance Elite Remote
Federweg getestet: 100 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 38/28 Zähne vorne, 11–40 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XTR
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Race Face Turbine
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario, 125 mm)
Vorbau: Rocky 75 mm
Lenker: Race Face Turbine 760 mm
Naben: Rocky + Sun Ringlé SRC
Felgen: Stan’s ZTR Crest MK3
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Maxxis Ikon TR 2,2"
Testurteil: Sehr gut (214 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil


Rocky Mountain Element 970 RSL (Modelljahr 2017) im Vergleichstest


Rocky Mountain Element 970 RSL (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

14.08.2017
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017