Mountainbikes im Test

Testbericht: Ritchey P-29er (Modelljahr 2015)

MountainBIKE Ritchey P-29er
Foto: Daniel Geiger
Die neuen P-Rahmen vermischen Tradition mit aktuellen Attributen! Feine Schweißkunst trifft auf das Handling eines Trail-Räubers – stilvoller als mit dem Ritchey P-29er geht es kaum über Stock und Stein.
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Testurteil sehr gut

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Kultobjekte waren die Rahmen der P-Serie von Tom Ritchey seit Beginn der BikeÄra. Der Edelschweißer mit Stahl im Blut fertigte Ende der 70er die allerersten MTBs in Kleinserie – im Auftrag von Gary Fisher und Charles Kelly.

Der Masse bekannt wurde der Mann mit dem charakteristischen Schnauzer aber erst, nachdem er sich von Fisher und Kelly trennte und unter seinem Namen innovative Anbauteile baute. Besondere Berühmtheit erlangten seine leichten, aber robusten WCS-Parts, nach denen sich Racebiker bis heute die Finger lecken.

2011 dann das Comeback: Der Meister baut persönlich wieder Rahmen – wie in alten Zeiten aus Stahl.

 

MountainBIKE Ritchey P-29er Sattelklemme
Foto: Daniel Geiger Ganz wie in alten Zeiten: Die integrierte Sattelklemmung am Sitzrohr ist heute eine Rarität. Formvollendet: der Übergang zur schlanken Ritchey-Sattelstütze.

979 Euro kostet der Steelframe, wiegt 2130 g – und kann so kaum mit aktuellen, aber oft seelenlosen High-End-Carbonis konkurrieren. Stattdessen gibt es fein geschweißte Ritchey-Logic-II-Rohre. Ein konisch zulaufendes Steuerrohr mit eingelegten Lagerschalen und die integrierte Sattelstützenklemme zeigen einen Mix aus Moderne und Retrospektive. Dazu gesellen sich – na logo – Ritchey-WCS-Parts.

In Fahrt begeistert das Ritchey P-29er mit unvergleichlichen Eigenschaften: Der Fahrer sitzt zwar sportlich gestreckt über die tiefe Front gebeugt, bergab kommt aber nie Unsicherheit auf. Das liegt am herrlich komfortablen, dennoch steifen Stahlrahmen. Und am flachen Lenkwinkel, der dem Ritchey P-29er jede Menge Laufruhe einimpft, ihn wie auf Schienen laufen lässt.

Trotz der gar nicht kurzen Kettenstreben reicht die Wendigkeit aus, um dem Ritchey P-29er das Prädikat „Trail-Räuber“ zu verleihen. Berghoch macht sich der flache Sitzwinkel bemerkbar, der Fahrer tritt von hinten, die Front tänzelt etwas.

Technische Daten des Test: Ritchey P-29er

Modelljahr: 2015
Preis: 4199 Euro
Gewicht: 11,1 kg
Rahmengewicht: 2130 g
Federgabel (Gewicht): 1557 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 15, 17, 19, 21 ''
Getestete Rahmenhöhe: 17 ''
Rahmenmaterial: Stahl
Federgabel: Fox 32 Float CTD Remote
Federweg getestet: 100 mm
Schaltwerk: Sram X0
Schalthebel: Sram X0 (2 x 10)
Kurbel: Sram X0
Umwerfer: Sram X0
Bremse: Sram Guide RSC
Bremsen-Disc vorne: 160 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Ritchey WCS Carbon
Laufräder: Ritchey WCS Vantage
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Ritchey WCS Z-Max Evo. 2,1"
Testurteil: Sehr gut (209 Punkte)

Fazit:

Die neuen P-Rahmen vermischen Tradition mit aktuellen Attributen! Feine Schweißkunst trifft auf das Handling eines Trail-Räubers – stilvoller als mit dem Ritchey P-29er geht es kaum über Stock und Stein.

Ritchey P-29er (Modelljahr 2015) im Vergleichstest

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Ritchey P-29er (Modelljahr 2015) im Vergleich mit anderen Produkten

08.09.2015
Autor: Max Hilger
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2015