Mountainbikes im Test

Testbericht: Radon Slide 160 10.0 (Modelljahr 2014)

MountainBIKE Radon Slide 160 10.0
Foto: Benjamin Hahn
Was soll man am Radon Slide 160 10.0 loben? Den leichten Carbon-Rahmen oder die edlen Parts? Das ausbalancierte Handling, das feine Fahrwerk? Oder alles? Genau dies: Es ist ein Sahne-Enduro!
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Spritzig, agil und „gierig“
  • Sehr leichter Carbon-Frame
  • Sehr vielseitiges Enduro
  • Top Preis-Leistung

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Testurteil überragend

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Mit der Slide-Serie schuf Radon-Mastermind Bodo Probst den Hit im Programm des Bonner Versenders. Vor allem im All-Mountain-Segment fuhren und fahren sich Slide 140/150 in die Herzen von Kunden und Testern. Für 2014 zündet das Entwickler-Urgestein die nächste Stufe: Probst stellt den Allrounder trendbewusst auf 27,5"-Laufräder, gönnt ihm mehr Federweg und verpackt alles in einen superleichten (2520 g!), ausreichend steifen Carbon-Rahmen.

Dazu spielt Radon die Trümpfe des Direktversandes aus: Die Ausstattung (am Testbike nicht im finalen Trimm) ist zwar nicht originell, mit teuersten Fox-Federelementen, Sram-X0-Antrieb sowie X0-Trail-Bremse und leichten wie stabilen Laufrädern aber auch kaum zu verbessern. Der Lohn? 12,4 Kilo Gewicht sind für ein 160-mm-Fully mit allem Drum und Dran der Knaller! Kein Wunder, dass sich das Radon Slide 160 10.0 laut Radon besonders für Enduro-Rennen eignen soll.

Stimmt’s? Und wie! Einmal im Sattel, geht auf dem Bonner Express die Post ab: Das Radon Slide 160 10.0 beschleunigt brillant, jeder Pedalhub ist ein Peitschenschlag, der antriebsneutrale Hinterbau wagt es kaum zu zucken. Aber: Selbst wenn Rennen bekanntlich bergauf gewonnen werden, der Otto Normal-Endurist will’s im Downhill krachen lassen. Und auch da setzt eher das eigene Fahrkönnen, weniger das Radon Slide 160 10.0 die Grenzen.

So agiert der effizient abgestimmte Viergelenker nicht überbordend sensibel – Grobes schluckt er aber lässig weg, sackt zudem selbst bei hohen Drops nicht in sich zusammen. In Kombination mit dem optimal gewählten Cockpit, den standfesten Bremsen sowie den bissigen Reifen kann bergab kaum was schiefgehen. Zumal das wunderbar zwischen Drehfreude und Spurtreue ausbalancierte Handling stets Verlässlichkeit ausstrahlt, das Vertrauen ins Bike ungemein hoch ist. Dennoch: Als ausgewachsener Freerider geht das Radon Slide 160 10.0 nicht durch, aber als ein ungemein potenter Alleskönner – für den anspruchsvollen Alpencross bis hin zu Enduro-Rennen.

Technische Daten des Test: Radon Slide 160 10.0

Modelljahr: 2014
Preis: 4199 Euro
Gewicht: 12,4 kg
Rahmengewicht: 2520 g
Federgabel (Gewicht): 2060 g
Vertriebsweg: Direktvertrieb
Rahmenhöhen: 16, 18, 20, 22 ''
Getestete Rahmenhöhe: 18 ''
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 62 Nm/Grad
Federgabel: Fox 34 Talas CTD
Federweg: 130+160 mm
Federbein: Fox Float CTD
Federweg: 160 mm
Schaltwerk: Sram X0 Type2
Schalthebel: Sram X0 (2 x 10)
Kurbel: Sram X0
Umwerfer: Sram X0
Bremse: Avid X0 Trail
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Laufräder: DT Swiss EX 1501 Spline
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Hans Dampf Evo 2,35"

Fazit:

Was soll man am Radon Slide 160 10.0 loben? Den leichten Carbon-Rahmen oder die edlen Parts? Das ausbalancierte Handling, das feine Fahrwerk? Oder alles? Genau dies: Es ist ein Sahne-Enduro!

Radon Slide 160 10.0 (Modelljahr 2014) im Vergleichstest


Radon Slide 160 10.0 (Modelljahr 2014) im Vergleich mit anderen Produkten

09.10.2013
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2013