Mountainbikes im Test

Testbericht: Quantor Kraftwerk 7.0 (Modelljahr 2014)

Quantor Kraftwerk 7.0 im MountainBIKE-Test
Foto: Björn Hänssler
Über 4.600 Euro sind ein stolzer Preis für ein Alu-Hardtail. Doch dafür gibt’s beim Quantor Kraftwerk 7.0 die Gewissheit, ein elegantes, stressfreies und besonderes Edel-Bike mit Nehmerqualitäten zu besitzen – und das quasi bis in alle Ewigkeit ...
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Gelungenes Konzept
  • Steifer, solider Rahmen
  • Ausgewogenes Handling

Was uns nicht gefällt

  • Detailschwächen

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Sorglos-Bergrad Nummer 2 in diesem Test: Wie das etablierte Idworx mit Rohloff-Nabe richtet sich auch das Kraftwerk der feinen Bike-Schmiede Quantor an alle, die sowohl das Besondere als auch etwas Unzerstörbares suchen. Herzstück des Bikes aus "dem Ländle" ist natürlich die nahezu wartungsfreie Pinion-Kurbel mit ­Gates-Zahnriemen, aber auch der sie umschließende Alu-Rahmen, der dank wuchtiger Schweißnähte und Vierkantstreben für die Ewigkeit gemacht scheint.

In Sachen Anbauteile wurde ebenfalls an Vielfahrer gedacht: Die Shimano-XT-Stopper sind die stressfreisten auf dem Markt, die Ergon-Griffe verhindern kribbelnde, einschlafende Finger, dank "NoTubes"-Kit können die Reifen schlauchlos und somit relativ pannensicher gefahren werden. Kritik muss jedoch auch sein: Die Klemmung des leichten Ritchey-Vorbaus mit windelweichen 3-Millimeter-Schrauben ist alles – nur nicht sorglos. Und den flotten Racing-­Ralph-Pneus fehlt es bei widrigen Bedingungen an Biss.

Apropos Biss: Mit fast 13 Kilo Gewicht ist das Kraftwerk trotz durchaus sportlicher Sitzposition kein Star auf dem Marathon-Parkett, vielmehr ausdauernder Tourer, der fleißig klettert, das Vorderrad auch im Steilen artig am Boden belässt. Der Klettergang ist leichter übersetzt als beim Rohloff-Getriebe, die Bandbreite wie die Auswahl an Gängen größer, die Gangsprünge sind kleiner (fast zu klein ...).

Fotostrecke: Quantor Kraftwerk 7.0 im Test – die Details

4 Bilder
Quantor Kraftwerk 7.0 im MountainBIKE-Test Foto: Björn Hänssler
Quantor Kraftwerk 7.0 im MountainBIKE-Test Foto: Björn Hänssler
Quantor Kraftwerk 7.0 im MountainBIKE-Test Foto: Björn Hänssler

Mahlgeräusch am Pinion-Getriebe angenehm dezent

Die Gangwahl am Drehgriff ist knackig, erschwert das Schalten unter Last damit zusätzlich: Speziell am Berg muss man das kurzzeitige Entlasten der Kurbel üben, dann jedoch rasten die Gänge schnell und präzise ein.

Angenehm: Das Mahlgeräusch des Pinion-Getriebes fällt angenehm dezent, lediglich in den dicken Gängen hörbar aus. Geht’s ans Eingemachte, gefällt das ausgewogene, nie nervöse Handling, Rohrlängen und Winkel der Geometrie passen wunderbar. Ein Komfortwunder ist das Quantor jedoch nicht, der bocksteife Rahmen reicht auch kleine Stöße ungeniert an den Biker weiter.

So funktioniert die Pinion-Kurbel

Über 15 Jahre besaß die Rohloff-Nabe nahezu das Monopol auf eine Getriebeschaltung im MTB-Bereich – bis zwei ehemals bei Porsche angestellte Ingenieure nahe Stuttgart die Pinion-P1.18-Kurbel entwickelten. Dieses seit 2012 serienreife Stirnradgetriebe stellt 18 Gänge parat, mit einem gewaltigen Übersetzungsspektrum von 636 Prozent – mehr als jede Ketten- oder Nabenschaltung.

Die Abstufung der Gänge ist mit konstant 11,5 % feiner als bei Rohloff, es muss oder darf also mehr via straff gerastertem Drehgriff geschaltet werden. Ein gedichtetes, stabiles Gehäuse schützt das in einem Ölbad werkelnde Getriebe vor Verschmutzung und Beschädigung.

Apropos: Alle 10.000 Kilometer sollte das (biologisch abbaubare) Öl gewechselt werden, das Pinion-Getriebe ist für eine Laufleistung von 60.000 Kilometern ausgelegt – genug für eine Weltumradlung, erst recht kombiniert mit dem quasi wartungsfreien Carbon-Zahnriemen von Gates.

Ein wesentlicher Vorteil von Pinion ist die zentrale Positionierung, die für einen tiefen Schwerpunkt und ein davon profitierendes Handling sorgt. Nachteil: Der Rahmen muss speziell für die Pinion-Kurbel gebaut sein. Das Getriebe (ohne Kurbelarme etc.) wiegt alleine circa 2.700 Gramm.

Technische Daten des Test: Quantor Kraftwerk 7.0

Modelljahr: 2014
Preis: 4.644 Euro
Gewicht: 12,8 kg
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Federgabel: DT Swiss XMM 100
Federweg getestet: 100 mm
Schaltwerk: Pinion P1.18
Schalthebel: Pinion
Kurbel: Pinion
Umwerfer: -
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Ritchey WCS
Laufräder: Acros Pinion / Veltec ETR-Race
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Schwalbe Racing Ralph 2,25''

Fazit:

Über 4.600 Euro sind ein stolzer Preis für ein Alu-Hardtail. Doch dafür gibt’s die Gewissheit, ein elegantes, stressfreies und besonderes Edel-Bike mit Nehmerqualitäten zu besitzen – und das quasi bis in alle Ewigkeit ...

Quantor Kraftwerk 7.0 (Modelljahr 2014) im Vergleichstest

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Quantor Kraftwerk 7.0 (Modelljahr 2014) im Vergleich mit anderen Produkten

26.09.2014
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2014