Mountainbikes im Test

Testbericht: Pivot Switchblade Pro (Modelljahr 2017)

MOUNTAINBIKE Pivot Switchblade Pro 27,5+
Foto: Benjamin Hahn
Das Pivot Switchblade Pro zeigt, wie es geht! 27,5-Plus-Laufrad raus, 29er rein oder umgekehrt – und weiter geht’s. In beiden Varianten punktet das Pivot Switchblade Pro als lebendiges, dennoch laufruhiges, rundum feines Trailbike.
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Testurteil sehr gut

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Pivot ist hierzulande noch ein Geheimtipp. In den USA erfreuen sich die Bikes aus Phoenix, Arizona hingegen großer Beliebtheit. Vom Hardtail bis zum Downhiller – Pivot hat alles im Programm.

Etwa das Pivot Switchblade Pro. Es wurde so konstruiert, dass es mannigfaltige Möglichkeiten beim Aufbau bietet – und damit ein Testkandidat ist.

Am sündteuren Pivot Switchblade Pro arbeiten an Front und Heck Federelemente von Fox, die dem All-Mountain/Trailbike 140 mm Federweg spendieren. Vorne sind laut Pivot sogar Federgabeln bis 160 mm Hub erlaubt, was das Pivot Switchblade Pro in die Enduro-Kategorie hieven würde.

Noch wesentlicher: Pivot bietet dem Fahrer die Möglichkeit, entweder 29"- oder 27,5-Plus-Laufradsätze zu montieren. Letztere mit bis zu 3,0" breiten Schlappen. Ein Bike, alle Möglichkeiten?

 

MOUNTAINBIKE Pivot Switchblade Pro 27,5+
Foto: Benjamin Hahn Das Pivot Switchblade Pro in 27,5+ (für Großansicht auf das Bild klicken).

Wir konzentrierten uns auf den Vergleich 27,5 Plus zu 29".

Ein Umbau der Ausfallenden, wie es Rotwild am Rotwild R.X2 FS EVO und Simplon am Simplon Rapcon 140 MRS 22 anbieten, ist nicht möglich. Dafür kann über eine austauschbare untere Lagerschale am Steuersatz die Geometrie auf die persönlichen Vorlieben angepasst werden. Das Ein-/Auspressen benötigt jedoch spezielles Werkzeug, ist ohne Vorkenntnisse nicht ganz einfach.

 

MOUNTAINBIKE Pivot Switchblade Pro Steuersatzschale
Foto: Benjamin Hahn Über eine austauschbare Steuersatzschale lässt sich die Geometrie flacher bzw. steiler stellen (für Großansicht auf das Bild klicken).

 

MOUNTAINBIKE Pivot Switchblade Pro 29"
Foto: Benjamin Hahn Das Pivot Switchblade Pro in 29" (für Großansicht auf das Bild klicken).

Ob man ein etwas höheres Tretlager mit flacherem Lenkwinkel (um 0,6°) bevorzugt oder einen steileren Steuerkopf mit tieferem Tretlager, sollte man am besten noch im Laden entscheiden – auf dem Trail ist der Umbau nicht möglich. Wir bauten uns zuerst die Plus-Version auf mit höherer Steuersatzschale und damit flacherem Lenkwinkel. Und wir kehrten mit breitem Grinsen von der Testfahrt zurück.

Das lange, laufruhige Pivot Switchblade Pro macht bergab enormen Spaß, bietet satte Reserven. Flink dreht es über das kurze Heck, hält dank langer Front mit flachem Lenkwinkel dennoch fast stoisch die Spur. Das potente Heck filtert derweil grobe wie feine Schläge heraus. Zum gelungenen Gesamtbild trägt die Sitzposition bei, mit langem Oberrohr (und Reach) und passend dazu breitem Lenker und kurzem Vorbau.

 

MOUNTAINBIKE Pivot Switchblade Pro DW-Link-Kinematik
Foto: Benjamin Hahn Pivot setzt auf die effiziente, gelungene DW-Link-Kinematik von Dave Weagle mit virtuellem Drehpunkt (für Großansicht auf das Bild klicken).

Anschließend fuhren wir das Pivot Switchblade Pro mit 29"-Bereifung. Dieses zirkelt fast ebenso sicher über den Testparcours und ist zudem noch um einiges präziser in Sachen Linienwahl. Im Vergleich fahren sich die breiten Plus-Reifen wesentlich ungenauer, dafür walzen sie über alle Unebenheiten einfach hinweg.

Kurzum: Versierte Biker dürften sich mit dem 29"-Pivot Switchblade Pro wohler fühlen, Sicherheitsbewusste mit dem 27,5-Plus-Aufbau des Pivot Switchblade Pro.

Probeweise bauten wir das 29er noch auf die steile Geometrie um, die Veränderungen an Lenkwinkel und Radstand (der sich leicht verkürzt) waren für uns nur marginal spürbar, das dann höhere Tretlager ist aber sinnvoll. Und die schwache Laborsteifigkeit war auf dem Trail nicht negativ spürbar.

Technische Daten des Test: Pivot Switchblade Pro

Modelljahr: 2017
Preis: 8849 Euro
Gewicht 27,5+: * 12,8 kg/2950 g/1958 g/4230 g
Gewicht 29": * 13,0 kg/2950 g/1958 g/4495 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 53,3 Nm/°
Federgabel: Fox 36 Float Factory
Federweg getestet: 140 mm
Federbein: Fox Float DPS Evol Factory
Federweg getestet: 140 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 30 Zähne vorne, 11–45 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XTR
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Raceface Turbine
Umwerfer: -
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Fox Transfer (Vario, 125 m)
Vorbau: Phoenix 55 mm
Lenker: Phoenix 740 mm
Naben/Felgen 27,5+: Industry Nine/Reynolds Enduro Carbon
Reifen 27,5+: Maxxis Rekon+ EXO 2,8"
Naben/Felgen 29": Industry Nine/Reynolds Enduro Carbon
Reifen 29": Maxxis Highroller II EXO 2,3"
Testurteil: Sehr gut (223 Punkte)

* Gewicht Komplettbike ohne Pedale/Rahmen/Federgabel/Laufradsatz (komplett)

Messwerte und Profil 27,5+

Messwerte und Profil 29"


Fazit:

Das Pivot Switchblade Pro zeigt, wie es geht! 27,5-Plus-Laufrad raus, 29er rein oder umgekehrt – und weiter geht’s. In beiden Varianten punktet das Pivot Switchblade Pro als lebendiges, dennoch laufruhiges, rundum feines Trailbike.

Pivot Switchblade Pro (Modelljahr 2017) im Vergleichstest


Pivot Switchblade Pro (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

07.11.2016
Autor: MOUNTAINBIKE
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016