Mountainbikes im Test

Testbericht: Norco Optic C9.3 (Modelljahr 2017)

MOUNTAINBIKE Norco Optic C9.3
Foto: Benjamin Hahn
Agil und laufruhig zugleich – auf flowigen Trails macht die moderne „Trailbike“-Geo des Norco Optic C9.3 Laune! Bergauf fehlt dafür die Spritzigkeit. Auch die Ausstattung kann nicht überzeugen.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Geo zum Trail-Ballern
  • Guter Hinterbau

Was uns nicht gefällt

  • Weniger leichtfüßig
  • Schwächere Ausstattung

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil gut

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Norco platziert das Norco Optic C9.3 als „Trailbike“ zwischen Cross Country und All-Mountain – und weniger als Tourenfully europäischer Prägung. Auch die Geometrie betont das Thema „Trail“: Lange Frontpartie mit viel Reach (476 mm, Größe L) für Laufruhe einerseits, kurze 433-mm-Kettenstreben für Agilität andererseits.

Vom ersten Aufsitzen an verführt das Norco Optic C9.3 dazu, den Trail runterzuballern und mit Risiko zu fahren. Dass wir dem widerstanden, lag an der Bremse. Die Level T von Sram erschien uns zu schwach und schwammig, um sich mit Karacho in den Trail zu stürzen. Sie steht stellvertretend für die eher schlichte Ausstattung des Norco Optic C9.3.

 

MOUNTAINBIKE Norco Optic C9.3 Abdeckung auf der Zugführung
Foto: Benjamin Hahn Norco setzt solide Abdeckungen auf die Öffnungen für die Zugführung. Das wirkt optisch wunderbar aufgeräumt.

So fährt die kurzhubige Vario-Sattelstütze von Kind Shock nur zäh ein und aus, die Schwalbe-Reifen kommen nicht in hochwertigster Ausführung, und die Rock-Shox-Revelation-Gabel überzeugte uns nicht voll. Letztere rauscht zu früh durch ihre 120 mm Hub und macht die Front nervös. Schade, weil das Handling sonst mit einen laufruhigen, kontrollierten, dennoch agilen Charakter glänzt.

Der Fahrer freut sich über eine angenehm zentrale Sitzposition, die ihn effizient kurbeln lässt und ihm – gepaart mit dem breiten Lenker – viel Kontrolle gewährt. Auf dem Trail zieht das steife Norco Optic C9.3 präzise seine Bahnen und lässt sich über das kurze Heck flink in Kurven drücken. Auf flowigen Trail-Abschnitten ohne große Schläge bereitet das Norco Optic C9.3 viel Freude, der im Vergleich eher straffe Hinterbau mit 110 mm Federweg rollt nicht supersanft über Hindernisse, arbeitet aber solide und unauffällig mit.

 

MOUNTAINBIKE Norco Optic C9.3 Streben am Heck
Foto: Benjamin Hahn Die ausladend geschwungenen Streben am Heck schaffen Platz für breite Achsen nach neuem Boost-Standard.

Bergauf fehlt dem trotz Carbon-Rahmen nicht gerade leichten Norco Optic C9.3 die Spritzigkeit. Die schweren Laufräder wollen mit viel Einsatz beschleunigt werden. Dafür zeigt sich der Hinterbau antriebsneutral-straff bei dennoch hoher Traktion. Der 1 x 11-Antrieb wird hiesigen Tourenfans zu wenig Bandbreite bieten.

Technische Daten des Test: Norco Optic C9.3 (Modelljahr 2017)

Modelljahr: 2017
Preis: 3599 Euro
Gewicht: 13,5 kg
Rahmengewicht: 2834 g
Federgabel (Gewicht): 1857 g
Gewicht Laufräder: 4864 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 82,9 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Revelation RL
Federweg getestet: 120 mm
Federbein: Fox Float DPS Performance
Federweg getestet: 110 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 32 Zähne vorne, 10–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX
Schalthebel: Sram GX
Kurbel: Sram S-1000
Umwerfer: -
Bremse: Sram Level T
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Kind Shock E-Ten Integra (Vario, 100 mm)
Vorbau: Norco 50 mm
Lenker: Norco 760 mm
Naben: Sram MTH
Felgen: Alex DP 23
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic Perf. /R. Ralph Perf. 2,25"
Testurteil: Gut (198 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil


Norco Optic C9.3 (Modelljahr 2017) im Vergleichstest


Norco Optic C9.3 (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

08.02.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017