Mountainbikes im Test

Testbericht: Norco Optic C 9.2 (Modelljahr 2017)

MountainBIKE Norco Optic C 9.2
Foto: Det Göckeritz
Die perfekte Melange aus Cross Country und All-Mountain ist Norco nicht ganz gelungen. Das Norco Optic C 9.2 ist für das eine zu schwer und bietet für das andere zu wenig Federweg. Was das Norco Optic C 9.2 hingegen perfekt beherrscht, ist der Slalom-Ritt über glattgebügelte Trails.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Agile 29er-Geometrie
  • Zentrale, gute Sitzposition

Was uns nicht gefällt

  • Hohes Gewicht, kaum spritzig
  • Straffes Heck, wenig Komfort

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil sehr gut

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Die kanadische Marke Norco baut Spaßbikes mit Potenzial im Groben. Das neue Norco Optic C 9.2 siedelt sich zwischen Cross Country und All-Mountain an.

In Kanadas Wäldern geht es bekanntlich zur Sache. Trails mit technisch hohem Anspruch wollen gemeistert werden. Lifte sind aber auch in Kanada nicht überall zu finden. Was es dafür braucht? Ein sogenanntes Trailbike.

Das neue Norco Optic soll den geforderten Mix aus Cross Country und All-Mountain bieten. Es wird in einer 29-Zoll-Version mit 110 mm Heckfederweg angeboten und in einer 27,5-Zoll-Variante mit 120 mm Federweg. An der Front setzt Norco jeweils auf eine Gabel, die 10 mm mehr Hub als das Heck bietet. Das Norco Optic wird in drei Alu-Varianten und zwei Carbon-Versionen erhältlich sein.

Wir hatten das Norco Optic C 9.2 im Test, das mit 4699 Euro das zweitteuerste Carbon-Modell ist.

 

MountainBIKE Norco Optic C 9.2 Viergelenk-Hinterbau
Foto: Det Göckeritz Der Viergelenk-Hinterbau bietet am Norco Optic C 9.2 110 mm Federweg. Nach unserem Geschmack dürfte es etwas mehr sein.

Der Rahmen des Norco Optic C 9.2 fällt mit 2930 g eher schwer aus, das Gesamtgewicht liegt mit 12,8 kg immerhin unter 13 kg. Dennoch: Seine Cross-Country-Chancen hat das Norco Optic C 9.2 damit schon fast verspielt. Ein Blick auf die Ausstattung verrät aber auch, dass es mit stabiler Fox-34-Gabel und Vario-Sattelstütze nicht unbedingt auf den CC-Strecken dieser Welt angreifen will.

Im Grunde ordnet sich das Norco Optic C 9.2 in der Liga des Intense Primer 29 Factory Build ein, bietet jedoch etwas weniger Hub. Was die cleane Optik angeht und die schicke Detailverarbeitung des Viergelenkers, kann das Norco Optic C 9.2 aber mit dem Intense Primer 29 Factory Build Schritt halten.

 

MountainBIKE Norco Optic C 9.2 Zugführung am Steuerrohr
Foto: Det Göckeritz Das Finish des Carbon-Rahmens ist bis ins Detail äußerst schick. Hier die Zugführung am Steuerrohr.

Und wie sieht es auf dem Trail aus? Mit den leichten Reifen, am Heck ein Racing Ralph von Schwalbe, beschleunigt das Norco Optic C 9.2 ausgezeichnet. Der Hinterbau zeigt sich zudem antriebsneutral, setzt jede Pedalumdrehung willig in Vortrieb um. Und dennoch notierten die Tester, dass das Norco Optic C 9.2 wegen des hohen Gewichts wenig spritzig wirkt.

Im Uphill rollt es dann immerhin mit stoischer Ruhe voran. Zudem bietet das Norco Optic C 9.2 dem Fahrer eine angenehm zentrale Sitzposition und Geometrie, die einerseits tritteffizient ist und andererseits auf Trails und bergab für viel Kontrolle sorgt.

Trotz toller Geometrie kommt im Downhill aber keine Sicherheit auf. Die 110 mm Federweg am Heck agieren sehr straff und können mit dem Komfort der potenten Gabel kaum mithalten. Um das Norco Optic C 9.2 im waschechten All-Mountain-Einsatz zu bewegen, wäre etwas mehr Federweg nötig.

Die Stärke des Norco Optic C 9.2 liegt dann doch eher im Trail-Tanz – die gelungene Geometrie machte den Testern auf glattgewalzten, ebenen Trails richtig Spaß.

Technische Daten des Test: Norco Optic C 9.2

Modelljahr: 2017
Preis: 4699 Euro
Gewicht: 12,8 kg
Rahmengewicht: 2930 g
Federgabel (Gewicht): 1847 g
Gewicht Laufräder: 1950 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 56 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Float Elite Boost
Federweg: 120 mm
Federbein: Fox Float DPS Performance Evol
Federweg: 110 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 36–26 Zähne vorne, 10–40 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Race Face Turbine
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario 125 mm)
Vorbau: Race Face 60 mm
Lenker: Race Face Turbine 760 mm
Naben: Easton AR 24 29
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Schwalbe Nobby N./Racing R. 29 x 2,25 Pace S.
Testurteil: Sehr gut (201 Punkte)

Geometrie

Bike Profil


Norco Optic C 9.2 (Modelljahr 2017) im Vergleichstest

Test: 5 edle Carbon-Fullys - Teil II Foto: Det Göckeritz

Test: 5 edle Carbon-Fullys - Teil II

Die fünf Bikes in diesem Test werden 2017 für Aufsehen sorgen. Sie sind nicht die preisattraktivsten, aber besitzen alle eine aufregende Technik. Hier gibt's die Ergebnisse aus dem Test.


Norco Optic C 9.2 (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

16.09.2016
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016