Mountainbikes im Test

Testbericht: Niner WFO 9 Alu Race (Modelljahr 2014)

Niner WF0 9 Alu Race im MountainBIKE-Test
Foto: Tobias Öxle
Let’s fetz! Das Niner WFO 9 Alu Race glänzt mit Sahne-Handling und perfekt ausbalanciertem Fahrwerk, ist speziell im Downhill eine Macht. Bremsen/Laufräder sind nicht optimal.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Robustes, steifes Chassis
  • Fahrwerk ausgezeichnet
  • Exzellentes Handling

Was uns nicht gefällt

  • Parts mit Schwächen

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil sehr gut

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Nomen est omen: Die Jungs und Mädels aus Colorado stellen ausschließlich Twentyniner auf die Stollen, halten 26" und 27,5" für Teufelswerk. Getreu ihrem Werbeslogan: "It’s more than just a name. It’s our passion."

Das Niner WFO 9 Alu Race ist dabei das dickste Ding im Portfolio. 160/150 Millimeter Federweg, vermählt mit 29"-Rundlingen und einem exzellent gemachten Alu-Rahmen sind eine amtliche Ansage an die Trails dieser Welt. Apropos: Das Chassis wirkt nicht nur kreuzstabil, sondern erzielte im MountainBIKE-Laborwert den klar höchsten Steifigkeitswert der drei Kontrahenten – Alu ist in diesem Segment also noch lange kein Altmetall, zumal das Rahmengewicht von 3.520 Gramm für die Kategorie in Ordnung geht.

Was für die Ausstattung des mit 5.500 Euro teuersten Testbikes nur bedingt gilt. Zwar ist diese zumeist bedacht gewählt, versprüht aber wenig Noblesse. Und: Die kleine 160-Millimeter-Heckscheibe der eh nicht so mächtigen Formula-Bremse ist ein Unding, die Felgen waren nach einigen Durchschlägen verbeulter als ein Gegner von Wladimir Klitschko.

Das Niner WFO 9 Alu Race mag heftiges und verblocktes Gelände

Ärgerlich, denn in freier Wildbahn mutiert das Niner WFO 9 Alu Race zur Furie. Und das im positiven Sinne! Die recht kompakte Geometrie und die kurze Sitz-/Stehposition sind zunächst speziell für Highspeed-Freaks ungewohnt, nach kurzem "Eingrooven" vibriert jedoch die Luft: Genial agil, kurvengeil, dabei berechenbar und linientreu fegt das Niner WFO 9 Alu Race über den Trail – der Hammer!

Dass es dabei aufgrund des höheren Gewichts nicht ganz so leichtfüßig wirkt? Geschenkt, denn es gilt: Je heftiger und verblockter das Gelände, desto mehr dreht das Niner WFO 9 Alu Race auf, vermittelt sagenhafte Sicherheit – trotz besagter Abstriche bei den Parts.

Auch das Fahrwerk performt auf top Niveau: Ist die Rock-Shox-Pike-Gabel eh bar jeder Kritik, saugt auch das VPP-ähnliche Heck feinfühlig über den Trail, bleibt im mittleren Federwegsbereich definiert und zeigt hohe Reserven. Bergan stimmt der Mix aus Traktion und Effizienz, das Niner klettert zwar nicht flink, aber druckvoll und ausdauernd.

Technische Daten des Test: Niner WFO 9 Alu Race

Modelljahr: 2014
Preis: 5.499 Euro
Gewicht: * 13,0 kg
Rahmengewicht: 3.520 g
Federgabel (Gewicht): 1.905 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Aluminium
Federgabel: Rock Shox Pike RCT3
Federweg: 160 mm
Federbein: Rock Shox Monarch Plus
Federweg: 150 mm
Schaltwerk: Sram X01
Schalthebel: Sram X01 (1x11)
Kurbel: Sram X1
Umwerfer: -
Bremse: Formula T1
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Laufräder: American Classic All Mountain 29
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Kenda Negegal 2,2''

*Gewicht Komplettbike ohne Pedale.

Geometrie


Fazit:

Let’s fetz! Das Niner WFO 9 Alu Race glänzt mit Sahne-Handling und perfekt ausbalanciertem Fahrwerk, ist speziell im Downhill eine Macht. Bremsen/Laufräder sind nicht optimal.

Niner WFO 9 Alu Race (Modelljahr 2014) im Vergleichstest

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Niner WFO 9 Alu Race (Modelljahr 2014) im Vergleich mit anderen Produkten

21.08.2014
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2014