Mountainbikes im Test

Testbericht: Nicolai Argon GLF QLF-Line (Modelljahr 2016)

MOUNTAINBIKE Nicolai Argon GLF QLF-Line
Foto: Benjamin Hahn
Das Nicolai Argon GLF QLF-Line ist ein Enduro-Hardtail der heftigsten Art. Das Bike ist enorm laufruhig, absolut spurtreu und dabei gut kontrollierbar. Das Handling dürfte aber vielen Normal-Bikern zu extrem sein.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Extremste Laufruhe
  • Spannendes Konzept

Was uns nicht gefällt

  • Handling ungewohnt
  • Zu wenig Flex im Hinterbau

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil sehr gut

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Es lebe die Geolution!

Hinter dem Marketing-Begriff versteckt sich das neue Geometriekonzept des Alu-Spezialisten aus Niedersachsen, das sich auf drei Punkte reduzieren lässt: ultraflacher Lenkwinkel (63°!), brutal gestrecktes Oberrohr und extremer Radstand.

Ein nie gekanntes, sattes Fahrgefühl verspricht die Kultmarke von Kalle Nicolai, die über zwei Jahre lang solch extreme Geometrien zusammen mit englischen Fahrwerksspezialisten getestet hat.

 

MOUNTAINBIKE Nicolai Argon GLF QLF-Line Tretlager
Foto: Benjamin Hahn Fersenfreiheit? Nicolai verbreitert das Tretlager bei zukünftigen Argons.

Damit nicht genug, rollt das Nicolai Argon GLF QLF-Line noch auf fetten 27,5-Plus-Pneus, wird von einer massiven 160-mm-Gabel angeführt und kommt mit nur einem Gang (gibt es aber auch mit Getriebe- oder Kettenschaltung). Ein krasses Teil! Und logo, die extreme Geo ist sofort in der Praxis spürbar.

Die Laufruhe ist enorm, seiner Länge geschuldet ist das Nicolai Argon GLF QLF-Line aber für langgezogene Kurven und für Highspeed geschaffen – nicht für das Zirkeln um Switchbacks.

 

MOUNTAINBIKE Nicolai Argon GLF QLF-Line Aufbau Heck
Foto: Benjamin Hahn Der Aufbau als Singlespeeder mit Riemen richtet sich an Fans und Puristen.

Generell heißt es, das Kurvenfahren neu zu lernen: Das Nicolai Argon GLF QLF-Line will mehr durch Gewichtsverlagerung statt durch Lenkimpulse zum Kurventanz bewegt werden. Wer den Dreh buchstäblich raus hat, steuert das Nicolai Argon GLF QLF-Line präzise und spurtreu über den Trail, auch dank des breiten Renthal-Lenkers.

Das Heck des schweren Alu-Rahmens könnte flexibler sein, dafür schlucken Reifen und Gabel selbst gröbere Brocken locker weg.

Technische Daten des Test: Nicolai Argon GLF QLF-Line

Modelljahr: 2016
Preis: 4749 Euro
Gewicht: 12,8 kg
Rahmengewicht: 2862 g
Federgabel (Gewicht): 2019 g
Gewicht Laufräder: 4978 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 122,0 Nm/°
Federgabel: Fox 36 Float Factory Boost
Federweg getestet: 160 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 1: 42 Zähne vorne, 24 Zähne hinten
Schaltwerk: -
Schalthebel: -
Kurbel: Hope
Umwerfer: -
Bremse: Hope Race E4/X2
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 183 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario, 170 mm)
Vorbau: Hope 40 mm
Lenker: Renthal Fatbar Carbon 780 mm
Naben: Hope Pro 4
Felgen: WTB i29
Laufradgröße: 27,5+
Reifen: WTB Trailboss 3,0"/Trailblazer 2,8"
Testurteil: Sehr gut (203 Punkte)

Geometrie

Bike Profil


Nicolai Argon GLF QLF-Line (Modelljahr 2016) im Vergleichstest

Test: 7 extravagante Hardtails Foto: Benjamin Hahn

Test: 7 extravagante Hardtails

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Nicolai Argon GLF QLF-Line (Modelljahr 2016) im Vergleich mit anderen Produkten

14.10.2016
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016