Mountainbikes im Test

Testbericht: Mondraker Factor XR+ (Modelljahr 2017)

MOUNTAINBIKE Mondraker Factor XR+
Foto: Andreas Frank
Ein Bike mit Charakter! Das Mondraker Factor XR+ sticht durch sein spezielles Handling und den top Hinterbau heraus, ist ein ungemein spaßiges Trailbike. Trotz vieler Abzüge (Parts!) knapp „sehr gut“.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Handling speziell, aber top
  • Exzellenter Hinterbau

Was uns nicht gefällt

  • Schwache Parts, keine Vario-Stütze
  • Gabel unterdimensioniert

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil sehr gut

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Ja, das Mondraker Factor XR+ ist anders.

Das fängt mit der VPP-ähnlichen, optisch aufregenden Kinematik und dem relativ knappen Federweg an: Wie am Scott Spark 720 Plus sind’s vorne 130 mm, hinten 120 mm. Auch die Sram-NX-Schaltung mit dick übersetzten 1 x 11 Gängen fällt auf bei sonstiger Shimano-XT-Dominanz, ebenso die Sram-Level-Bremse.

Noch spezieller ist die Geo: „Forward Geometry“ nennen die Spanier ihr Konzept, das auf einem gestreckten vorderen Rahmendreieck fußt. So sind Oberrohr (631 mm) und Reach (479 mm) für ein Größe-M-Bike ultralang gezeichnet.

 

MOUNTAINBIKE Mondraker Factor XR+ Federbein+Kinematik
Foto: Andreas Frank Die auffällige, VPP-ähnliche Kinematik bettet das Federbein tief im Rahmen. Das sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt.

Dafür hält der steilere Lenkwinkel von 67,5° den Radstand kommod, der 30-mm-Vorbau sorgt dafür, dass es den Biker nicht zu sehr in die Länge zieht. Mehr Fahrsicherheit, höhere Präzision, extreme Stabilität verspricht sich Mondraker von diesem ungewöhnlichen Zuschnitt – speziell bei Highspeed.

Auf jeden Fall bedeutet dies, dass man sich an die Geo gewöhnen muss. Trotz Stummelvorbau wirkt die Sitzposition lang, das Handling zunächst träge.

Die Lösung: Wie ein modernes Race-Enduro will das Mondraker Factor XR+ mehr durch Gewichtsverlagerung als durch Lenkeinschlag in die Kurve gelegt werden. Man manövriert das Mondraker Factor XR+ quasi „unter sich hindurch“. Einmal den Dreh raus, klappt das prächtig. Das Mondraker Factor XR+ macht massiv Spaß, ist ein Kurvengleiter der Extraklasse, gibt sich gar einen Hauch verspielt.

 

MOUNTAINBIKE Mondraker Factor XR+ Vorbau
Foto: Andreas Frank Nur winzige 30 mm misst der Vorbau und ist damit elementarer Bestandteil der sehr speziellen Forward Geometry.

Im grantigen Downhill generiert die lange Geometrie eh Laufruhe satt, dazu kommt die exzellente, sensible, schluckfreudige Hinterradfederung. Dass nur 120 mm am Heck anliegen, vergisst man sofort. Auch die Fox-32-Gabel arbeitet feinfühlig – eine stabilere Fox 34 würde aber viel, viel besser zum Mondraker Factor XR+ passen!

Hochzu brennt das Mondraker Factor XR+ kein Feuerwerk ab, rollt und klettert aber noch gut. Zumal die Kinematik erneut glänzt: antriebsneutral selbst im Wiegetritt. Punkte kostet die fehlende Vario-Stütze.

Technische Daten des Test: Mondraker Factor XR+

Modelljahr: 2017
Preis: 2999 Euro
Gewicht: 14,2 kg
Rahmengewicht: 3265 g
Gabel (Gewicht): 1781 g
Laufräder: 5326 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 80,7 Nm/°
Federgabel: Fox 32 Float Performance
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Fox Float DPS Performance
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 32 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram NX
Schalthebel: Sram NX
Kurbel: Sram NX1
Umwerfer: -
Bremse: Sram Level T
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: OnOff Notion Alu
Vorbau: OnOff Stoic 30 mm
Lenker: OnOff Notion 740 mm
Naben: MDK
Felgen: MDK-TP1
Laufradgröße: 27,5+
Reifen: Maxxis Rekon/Ikon Exo 2,8"
Testurteil: Sehr gut (201 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil


Mondraker Factor XR+ (Modelljahr 2017) im Vergleichstest


Mondraker Factor XR+ (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

10.03.2017
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017