Mountainbikes im Test

Testbericht: Merida One-Twenty 7000 (Modelljahr 2017)

MOUNTAINBIKE Merida One-Twenty 7000
Foto: Benjamin Hahn
Das agile und drehfreudige Merida One-Twenty 7000 ist der perfekte Partner für aktive Fahrer, sorgt für viel Trail-Spaß. Die Ausgewogen- und Gelassenheit eines lupenreinen Tourers bietet das Merida One-Twenty 7000 aber nicht.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Wendig wie ein 27,5er
  • Rollt locker-leicht vorwärts
  • Gelungenes Fahrwerk

Was uns nicht gefällt

  • Front leicht unruhig

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Testurteil sehr gut

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Bei vielen Merida-Fullys lässt sich am Namen der Federweg ablesen. Am One-Twenty („Hundertzwanzig“) gilt das schon lange nicht mehr. Erst wuchs der Heckfederweg auf 125 mm, inzwischen haben es die Ingenieure komplett mit einem 130-mm-Fahrwerk ausgestattet. Den Taiwanesen ist es trotzdem gelungen, dem Bike den ausgewogenen Charakter eines Tourers zu verpassen.

Das Merida One-Twenty 7000 geht nicht ab wie eine Rakete, rollt aber locker und leicht vorwärts – obwohl die Laufräder nicht die größte Spritzigkeit versprechen. Auch der Carbon-Alu-Rahmen ist kein Leichtgewicht, das Gesamtgewicht von 13,3 Kilo geht noch in Ordnung.

 

MOUNTAINBIKE Merida One-Twenty 7000 hinteres Gelenk
Foto: Benjamin Hahn Typisch abgestützter Eingelenker: Das hintere Gelenk sitzt in der Sitz- statt wie beim Viergelenker in der Kettenstrebe.

So oder so gelungen ist die Reifenwahl: Vorne beißt Contis Mountain King sicher zu, hinten sorgt der lauffreudige X-King für Schwung. Wenngleich der sonst antriebsneutrale Hinterbau im Wiegetritt leicht pumpt, klettert das Merida One-Twenty 7000 flott und agil – durch den steilen 69°-Lenkwinkel vorne vielleicht ein wenig unruhig.

Insgesamt hatten wir manchmal das Gefühl, auf einem 27,5"-Bike zu sitzen, weil das Merida One-Twenty 7000 trotz großer Laufräder wieselflink von Kurve zu Kurve flitzt. Das ist Trail-Spaß erster Güte. Die steile Front vermittelt dabei keine übermäßige Laufruhe, in Nervosität schlug das aber nie um. Generell liebt das Merida One-Twenty 7000 eine aktive Fahrweise, versierte Trail-Fans dürften es mehr lieben als Novizen. Dazu passt die in Summe kompakte, zentrale Sitzposition mit eher tiefer, racelastiger Front.

 

MOUNTAINBIKE Merida One-Twenty 7000 Federbein
Foto: Benjamin Hahn Das Federbein ist schwimmend gelagert, die Kettenstrebe weicht quasi zurück und gibt den Federweg sanft frei.

Die Testkonkurrenten liegen sicher satter auf dem Trail. Das Fahrwerk mit der unauffällig-guten Fox-Rhythm-Gabel und sensiblem Hinterbau verrichtet aber zuverlässig seinen Dienst. Mit kompletter, bewährter Shimano-XT-Gruppe sowie diversen Eigenparts lässt die Ausstattung kaum zu wünschen übrig. Einzig die hauseigene Vario-Sattelstütze fährt etwas zu träge ein und aus.

Technische Daten des Test: Merida One-Twenty 7000 (Modelljahr 2017)

Modelljahr: 2017
Preis: 3699 Euro
Gewicht: 13,3 kg
Rahmengewicht: 3079 g
Federgabel (Gewicht): 1974 g
Gewicht Laufräder: 4430 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 77,0 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Rhythm
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Fox Float DPS Performance
Federweg getestet: 130 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 34/24 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Merida Expert Dropper (Vario, 120 mm)
Vorbau: Merida 60 mm
Lenker: Merida 740 mm
Naben: Shimano XT
Felgen: Merida Expert CC
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Conti Mountain King RS/X-King RS 2,4"
Testurteil: Sehr gut (207 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil


Merida One-Twenty 7000 (Modelljahr 2017) im Vergleichstest


Merida One-Twenty 7000 (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

08.02.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017