Mountainbikes im Test

Testbericht: Merida One-Sixty 7.900 (Modelljahr 2015)

MountainBIKE Enduro Merida One-Sixty 7.900
Foto: Benjamin Hahn
Flacher Lenkwinkel, langer Reach, kurzes Heck – Geo und damit das Handling des One-Sixty liegen voll im Enduro-Trend, wissen zu überzeugen. Antriebseinflüsse können stören.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Gelungene Geometrie
  • Zumeist sehr gute Parts

Was uns nicht gefällt

  • Rahmen sehr schwer
  • „Ungewohnte“ Kinematik

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil gut

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Groß in Form ... Im Vorjahr war das One-Sixty noch eines der letzten erhältlichen 26"-Enduros, jetzt swingt es standesgemäß auf 27,5"-Rundlingen, ist dadurch generell ein wenig in die Länge geschossen. Speziell der längere Reach ist sofort spürbar: Alle Tester lobten die zentrale, akkurat ins Bike integrierte „Stehposition“, monierten aber teilweise die durch langes Steuerrohr und stark gebogenen Riser-Lenker sehr hohe Front. Trotzdem ritzt das Merida One-Sixty 7.900 punktgenau über den Trail, liebt enge Kurven-Twists genauso wie lang gezogene Turns oder Highspeed-Hatzen. Was es jedoch weniger mag, ist berghoch zu fahren. Zum einen hemmt das vor allem aufgrund des arg schweren Alu-Rahmens höhere Gesamtgewicht, zum anderen ist die Kinematik zumindest gewöhnungsbedürftig.

 

MountainBIKE Enduro Merida One-Sixty 7.900
Foto: André Schmidt Dem 1-fach-Kettenblatt der FSA-Kurbel fehlen die „Sram“-typisch verdickten Zähne, um die Kette sicher zu „verzahnen“. Da Merida auch keine Kettenführung verbaut, rutschte die Kette während des Tests häufig vom Blatt.

Unter Zug des 1-fach-Kettenblatts zieht sich der Hinterbau deutlich auseinander. Das unterdrückt bei ruhigem Tritt zwar jegliche Wipptendenz, beim unrunden Pedalieren, etwa im Wiegetritt oder im Trail-Anstieg, schaukelt sich das Heck jedoch unangenehm auf. Speziell die MountainBIKE-Leser kritisierten diesen „Katapulteffekt“, der auch im Downhill hin und wieder durch ein Verhärten des Hinterbaus auftritt. Ärgerlich, raubt dies dem Merida One-Sixty 7.900 doch die Bergabpotenz, die Geometrie und Parts (top Bremse, breites Cockpit) eigentlich böten.

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Video: MountainBIKE/Michelle Santy

Technische Daten des Test: Merida One-Sixty 7.900

Modelljahr: 2015
Preis: 3799 Euro
Gewicht: 14,0 kg
Rahmengewicht: 3850 g
Federgabel (Gewicht): 1940 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Federgabel: Rock Shox Pike RCT3
Federweg: 160 mm
Federbein: Rock Shox Monarch Plus RC3
Federweg: 160 mm
Schaltwerk: Sram X01
Schalthebel: Sram X01 (1 x 11)
Kurbel: FSA Afterburner
Umwerfer: -
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario)
Laufräder: DT Swiss 370/533d
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe H. Dampf/R. Razor TLE 2,35"

Fazit:

Flacher Lenkwinkel, langer Reach, kurzes Heck – Geo und damit das Handling des Merida One-Sixty 7.900 liegen voll im Enduro-Trend, wissen zu überzeugen. Antriebseinflüsse können stören.

Merida One-Sixty 7.900 (Modelljahr 2015) im Vergleichstest

Test: 9 Enduros von 3.000 bis 4.000 Euro Foto: Dennis Stratmann

Test: 9 Enduros von 3.000 bis 4.000 Euro

Unsere Testredaktion hat neun 2015er Enduro-MTBs getestet – und das erstmals zusammen mit vier im Vorfeld auserkorenen MountainBIKE-Lesern.


Merida One-Sixty 7.900 (Modelljahr 2015) im Vergleich mit anderen Produkten

02.01.2015
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2014