Mountainbikes im Test

Testbericht: Merida One-Forty 700 (Modelljahr 2017)

MOUNTAINBIKE Merida One-Forty 700
Foto: Benjamin Hahn
Als ausgewogenes, toll ausgestattetes All-Mountain ohne echte Schwächen präsentiert sich das Merida One-Forty 700. Es macht viel Spaß auf sanften Trails, rockt auch hartes Gelände, klettert geschickt.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Ausgewogenes Handling
  • Feines, lebendiges Fahrwerk
  • Sehr stimmige Ausstattung

Was uns nicht gefällt

  • Kein Leichtgewicht

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil sehr gut

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Berühmt und beliebt sind die Taiwaner mit schwäbischer Entwicklungsabteilung beim MTB-Volk eigentlich durch pfeilschnelle Cross-Country- und Marathon-Bikes. Dabei bauen die Asiaten seit zig Jahren auch famose All-Mountain-Fullys. Erfahrung, die dem stetig verbesserten Merida One-Forty mit 150/140-mm-Fahrwerk anzusehen ist. Und das nicht nur wegen des durchgestylten, schwarzblauen Designs.

 

MOUNTAINBIKE Merida One-Forty 700 Jalco-Felge
Foto: André Schmidt Dicke Dinger! Die Jalco-Felgen weisen eine Maulweite von 29 mm auf. Das bettet auch breite Reifen sicher und stabil.

Auch die Ausstattung trifft der Geschmack des All-Mountain-Klientel. So gibt es Fox-Federelemente, geschaltet wird via Shimano-XT-Komponenten: mit 2 x 11 Gängen und Uphillfreundlichen, kleinen Kettenblättern (34/24 Zähne). Naben und Bremsen ziert ebenfalls das XT-Logo. Abgerundet wird das stimmige 2999-Euro-Paket von extrabreiten Felgen, wunderbar griffigen Maxxis-Schlappen sowie einer hauseigenen, zuverlässigen Vario-Stütze.

Trotz der sehr guten Ausstattung, das Merida One-Forty 700 unterbietet die 14-Kilo-Grenze leider nicht.

Umso besser, dass sich das Merida One-Forty 700 zwar wenig leichtfüßig, jedoch druckvoll fährt. Gründe dafür sind die sportliche Sitzposition mit eher tiefer Front, der steilere 67°-Lenkwinkel, vor allem der „poppige“ Hinterbau.

 

MOUNTAINBIKE Merida One-Forty 700 Dämpfungspatrone "Grip"
Foto: André Schmidt „Grip“ nennt sich die neue Dämpfungspatrone der preisgünstigeren Fox-Gabeln. Arbeitet sehr gut!

Die VPP-ähnliche Kinematik ist kein Sensibelchen, jedoch ein äußerst aufmerksamer, stabil im Hub stehender Begleiter mit hohen Rückstellkräften. Der katapultiert einen aus jeder Kurve heraus, nutzt kleine Unebenheiten gerne zum Abheben und Tricksen – herrlich!

Im extremen Geläuf hat das Merida One-Forty 700 zwar das Nachsehen gegen die Sänften im Test (BMC Speedfox 03 Trailcrew NX, Ghost SL AMR X 5 AL, Stevens Whaka), Unsicherheit kommt jedoch nie auf. Denn: Die relativ langen 444-mm-Kettenstreben kosten nur minimal Drehfreude, sorgen aber für Laufruhe. Berghoch wiederum steigert das lange Heck die Bodenhaftung, das kurze Steuerrohr bringt Druck aufs Vorderrad.

So klettert das Merida One-Forty 700 richtig gut – die leichte Tendenz zum Pedalrückschlag stört kaum.

Technische Daten des Test: Merida One-Forty 700

Modelljahr: 2017
Preis: 2999 Euro
Gewicht: 14,1 kg
Rahmengewicht: 3310 g
Gabel (Gewicht): 1883 g
Gewicht Laufräder: 4662 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 73,2 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Float Performance
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Fox Float DPS Evol Performance
Federweg getestet: 140 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 34/24 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Merida Expert Dropper (Vario, 125 mm)
Vorbau: Merida 60 mm
Lenker: Merida 760 mm
Naben: Shimano XT
Felgen: Jalco Expert
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Maxxis Minion DHR II/Forekaster Exo 2,35"
Testurteil: Sehr gut (208 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil


Merida One-Forty 700 (Modelljahr 2017) im Vergleichstest


Merida One-Forty 700 (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

11.04.2017
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017