Mountainbikes im Test

Testbericht: Merida Ninety-Six Team (Modelljahr 2017)

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Merida Ninety-Six Team
Merida weiß, wie man ein Racefully baut. Das Merida Ninety-Six Team ist schnell, wirkt herrlich sportlich und ist in Sachen Ausstattung ready to race. Die Hinterradfederung arbeitet etwas zu linear.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Etwas zu linearer Hinterbau

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Auch wenn sich Merida zum Jahresende leider aus dem Profizirkus zurückziehen wird, die Erfolge von Gunn-Rita Dahle Flesja, José Hermida oder Ralph Näf (um nur einige zu nennen) haben den Taiwanern wohl auf ewig einen ausgezeichneten Ruf in der Cross-Country- und Marathon-Szene beschert. Stolze 34 Einzelsiege im Weltcup gehen auf das Konto Meridas, viele davon auf dem jeweiligen Top-Fully.

Aktuell hört jenes auf den Namen Merida Ninety-Six Team, und die 7500 Euro teure Team-Replika bietet nebst einem relativ leichten Kohlefaserrahmen alles, was das pulsierende Racer-Herz begehrt: spektakuläre Upside-down-Gabel von Rock Shox, XX1-Eagle-Antrieb (1 x 12) sowie bissig-digitale Racebremse von Sram, solide DTSwiss-Laufräder, schnelle und griffige Maxxis-Reifen.

Foto: André Schmidt MOUNTAINBIKE Merida Ninety-Six Team negativer Vorbau

Let’s race! Der stark negative Vorbau zieht den Fahrer in eine schnittige Position mit viel Druck auf dem Vorderrad.

Der extrem negative, also nach unten zeigende Vorbau verströmt ebenfalls pures Renngefühl, zieht den Fahrer in eine tiefe, leicht gestreckte, geradezu windschnittige Position. Für Bestnoten in puncto Vortrieb trägt das Merida Ninety-Six Team mit 10,2 Kilo Gesamtgewicht ein paar Gramm zu viel auf den Hüften, dennoch zieht es stramm und zumeist leichtfüßig voran, angestachelt vom vor allem bei starkem Kettenzug nahezu wippfreien Hinterbau.

Foto: André Schmidt MOUNTAINBIKE Merida Ninety-Six Team Platz für Umwerfer

Gut für Fans von 2-fach-Kurbeln: Das Merida Ninety-Six Team nimmt auch Umwerfer auf, jedoch keine zweite Flasche im Rahmen.

Geht’s im Uphill über gröberes Geläuf, macht das Heck artig „auf“, sackt dann aber fast zu stark ab. Bergab ebenso: Der abgestützte Eingelenker federt sehr linear, für unseren Rennfahrer-Geschmack könnte er – passend zur sportlich-straffen RS-1-Federgabel – etwas mehr Gegendruck im mittleren Hubbereich zeigen.

Zusammen mit der leichten Frontlastigkeit der Stehposition muss das Merida Ninety-Six Team im anspruchsvollen Bergab im Vergleich zum Cannondale Scalpel-Si Team 29, dem Focus O1E Team, sowie dem Scott Spark RC 900 SL abreißen lassen, obgleich es sich nie unsicher fährt, das Handling mit hoher Agilität und Wendigkeit erfreut.

Technische Daten des Test: Merida Ninety-Six Team

Modelljahr: 2017
Preis: 7499 Euro
Gewicht: 10,2 kg
Rahmengewicht: 2050 g
Federgabel (Gewicht): 1731 g
Gewicht Laufräder: 3759 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S (27,5"), M (auch in 27,5"), L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 61,1 Nm/°
Federgabel: Rock Shox RS-1 Remote
Federweg getestet: 100 mm
Federbein: Rock Shox Monarch XX Remote
Federweg getestet: 100 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 34 Zähne vorne, 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram XX1 Eagle
Schalthebel: Sram XX1 Eagle
Kurbel: Sram XX1 Eagle
Umwerfer: -
Bremse: Sram Level Ultimate
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Merida Team Carbon
Vorbau: Merida Team 80 mm
Lenker: Team Carbon 720 mm
Naben: DT Swiss XR 1501 Spline One
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Maxxis Ikon EXC 3C 2,2"
Testurteil: Sehr gut (210 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

09.12.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016