Mountainbikes im Test

Testbericht: Liteville H-3 MK1 (Custom, Modelljahr 2016)

MountainBIKE Liteville H-3 MK1 „Custom“
Foto: Det Göckeritz
Bäähm! Mit dem Liteville H-3 MK1 „Custom“ schafft Liteville eine neue Dimension des Hardtail-Bikens. Bergab rockt das Liteville H-3 MK1 „Custom“ fast auf Niveau eines All-Mountain-Fullys, berghoch surrt es trotz flacher Geometrie und „Ballon-Reifen“ erstaunlich leichtfüßig, klettert dazu toll. Speziell ist es dennoch.
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Testurteil sehr gut

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Ein Hardtail-Rahmen von Liteville? Da war doch mal was ... Stimmt, schon einmal, vor fast zehn Jahren, hatten die Tachertinger (Allgäu) ein „Starrheck“ im Programm. Das nannte sich 101, also so wie jetzt das neue Fully Liteville 101 MK1 Trail.

Vor allem aber war es seiner Zeit voraus, denn es nahm damals eher langhubige Federgabeln bis circa 140 mm Hub auf, war damit eines der ersten wenigen Trail- oder All-Mountain-Hardtails auf dem Markt.

Und genau so etwas wünschten sich nun viele Liteville-Fans zurück: ein Hardtail, mit dem man buchstäblich durch dick und dünn gehen kann. Voilà, hier ist das Liteville H-3 MK1 „Custom“.

Das geht sogar als Enduro-Hardtail durch, es schluckt Federgabeln bis hin zu gewaltigen 160 mm Hub. Wer das Liteville H-3 MK1 „Custom“ sportlicher, wendiger haben will, kann aber auch deutlich kurzhubigere Gabeln ab 100 mm einbauen. Steifigkeitsprobleme sind so oder so nicht zu erwarten.

Fotostrecke: Liteville H-3 MK1 Custom - das Trail-Hardtail im Test

4 Bilder
MountainBIKE Liteville H-3 MK1 „Custom“ Foto: Det Göckeritz
MountainBIKE Liteville H-3 MK1 „Custom“ hinteres Rahmendreieck Foto: Det Göckeritz
MountainBIKE Liteville H-3 MK1 „Custom“ Inbusschlüssel in Steckachse Foto: Det Göckeritz

Der noch nicht ganz finale, traumhaft schön verarbeitete, nicht eben leichte Aluminium-Rahmen erreichte auf dem Prüfstand bocksteife 101 Nm/° am Lenkkopf. Apropos: Mit der im Testrad steckenden Fox-34-Federgabel mit 140 mm Hub steht der Lenkwinkel bereits bei ultra flachen 65°. Auch das verspricht für ein Hardtail wohl noch nie dagewesene Bergabpotenz.

Aber nicht nur bei der Hub- und Einbaulänge der Gabel zeigt sich das Liteville H-3 MK1 „Custom“ tolerant. Obwohl für 27,5"-Laufräder/Reifen optimiert, passen auch Räder im neuen Plus-Format bis hin zu 27,5" x 3,0" in den mit entsprechend üppiger Reifenfreiheit ausgestatteten Rahmen.

Am Heck setzen die Bayern dazu auf ihren eigenen 148 mm breiten EVO6-Achsstandard, der symmetrisch eingespeichte und damit steifere Laufräder ermöglicht, jedoch einen asymmetrisch aufgebauten Hinterbau verlangt.

Fahrbericht: Liteville H-3 MK1 (Custom)

So, genug g’schwätzt, ab mit diesem Dampfhammer auf den Trail! Der Redaktion stellte Liteville dazu einen „Beispiel-Aufbau“ zur Verfügung, zunächst wird es ab Ende April 2016 das Liteville H-3 MK1 „Custom“ aber nur als 850 Euro teures Rahmenset geben. Der Vergleichbarkeit halber bewertete MountainBIKE das Rad dennoch komplett. Und da rauscht es am Ende nur hauchdünn an der Bestnote vorbei.

Weil das Liteville H-3 MK1 „Custom“ zwar ein „überragendes“ Bike ist – aber nicht für jeden.

Schon das Handling ist durch die flache Front speziell: In engen Kehren benötigt das Liteville H-3 MK1 „Custom“ Nachdruck, schnitzt dann aber mit exorbitanter Präzision ums Eck. Trotz seiner Länge lässt es sich zudem flugs in den Manual oder den Bunny-Hop ziehen, steht bei Sprüngen sicher in der Luft.

Der helle Wahnsinn ist’s aber im borstigen Downhill: Wo normale Hardtails kaum noch zu beherrschen sind, brettert das Liteville H-3 MK1 „Custom“ über alles hinweg. Der massige Frontfederweg, die lang-flache Geo und die properen Reifen regeln’s – trotz des weniger nachgiebigen Rahmens.

Angesichts dieses Bergab-Habitus überrascht es umso mehr, wie flott das Liteville H-3 MK1 „Custom“ in der Ebene rollt, wie es mehr als anständig beschleunigt. Steile, gerne auch verblockte Uphills sind eh kein Problem: Die zentrale, nicht unsportliche Sitzposition passt, die Traktion ist dank der mit circa 1,2 Bar betankten Plus-Reifen endlos.

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12 Bilder
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Trek Stache 29+ Foto: André Schmidt
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Technische Daten des Test: Liteville H-3 MK1 (Custom)

Modelljahr: 2016
Preis: 850 Euro (nur Rahmen)
Gewicht: 12,3 kg
Rahmengewicht: 1760 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Federgabel: Fox 34 Float Factory
Federweg getestet: 140 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT (2 x 11)
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario)
Laufradgröße: 27,5 Plus ''
Laufräder: Syntace W40 MX
Reifen: Schwalbe Nobby Nic TLE 3,0"
Testurteil: Sehr gut (223 Punkte)

** Profil bezieht sich auf das Komplettrad


Fazit:

Bäähm! Mit dem Liteville H-3 MK1 „Custom“ schafft Liteville eine neue Dimension des Hardtail-Bikens. Bergab rockt das Liteville H-3 MK1 „Custom“ fast auf Niveau eines All-Mountain-Fullys, berghoch surrt es trotz flacher Geometrie und „Ballon-Reifen“ erstaunlich leichtfüßig, klettert dazu toll. Speziell ist es dennoch.

Liteville H-3 MK1 (Custom, Modelljahr 2016) im Vergleichstest

Test: Liteville 101 und H-3 Foto: Det Göckeritz

Test: Liteville 101 und H-3

Mit dem Tourenfully 101 und dem Trail-Hardtail H-3 bringt Liteville für 2016 zwei brandneue Mountainbikes. Wir haben die beiden MTBs getestet.


Liteville H-3 MK1 (Custom, Modelljahr 2016) im Vergleich mit anderen Produkten

16.02.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016