Mountainbikes im Test

Testbericht: Liteville 601 MK2 (Modelljahr 2013)

Liteville 601 MK2
Foto: Christoph Laue
Erneut zeigen die Tüftler der Edelschmiede Liteville, dass Evolution in kleinen Schritten erfolgt. Die neuen Details des MK2 verbessern die ohnehin gelungenen Fahreigenschaften des 601 noch mal deutlich: An Komfort, Sicherheit und Spaß ist es kaum mehr zu überbieten.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Sattes Fahrwerk
  • Laufruhige Geometrie
  • Tritteffizienter Hinterbau
  • Steifes Alu-Chassis

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Testurteil überragend

Unablässig suchen Jo Klieber und Michi Grätz nach dem perfekten Bike. Mit dem 601 entwarfen die Allgäuer vor drei Jahren eines der ersten Long-Travel-Enduros mit bis zu 190 mm Federweg – nun steht das MK2 vor dem Verkaufsstart. Die neuen Bikes sollen dank Detailverbesserungen noch vielseitiger als ihr Vorgänger sein. Ein hohes Ziel, denn schon die Mark-I-Version nahm gröbsten Downhill-Pisten den Schrecken und zeigte sich bergauf fast so tritteffizient wie ein 150-mm-Bike.

Zwar bietet das 601 nun nicht mehr die Möglichkeit, den Federweg auf 165 mm zu reduzieren, dafür stehen dank neuer Wippe mehr Dämpfer-Modelle zur Wahl – auch der großvolumige Rock Shox Vivid Air findet wie im Testbike Platz. Zudem erlaubt das neue Steuerrohr via austauschbaren Schalen eine Lenkwinkeljustage von plus/minus 1,5°, und das MK2 nimmt auch Vario-Stützen mit innen verlegtem Zug auf. Also: Sattel runter und los geht‘s.

Mit Vollgas prescht das 601 durch die monströsen Anliegerkurven des Saalbacher Bikeparks, wie auf Schienen zieht es laufruhig von Kurve zu Kurve. Vor allem der flache Lenkwinkel und die langen 438-mm-Kettenstreben machen sich hier positiv bemerkbar. Und: Präzise folgt das stabile Chassis jedem Lenkeinschlag – die MB-Messung ergab sehr gute 133 Nm/° Lenkkopfsteifigkeit.

Bei Steinen und Wurzeln jeglicher Hinterhältigkeit schöpft der Hinterbau aus dem Vollen, gibt Schlägen „fluffig“ nach und sackt auch bei Bunny-Hop-Manövern kaum weg. Das Cockpit, tief wie das eines Sportmotorrads, sorgt in Kurven für viel Druck auf der Front. In steilem Gelände oder bei Drops wirkt das aber leicht störend. Um die Front zu lupfen, benötigt es Kraft und Technik.

Aber: Höher geht immer, mit einem gekröpften Lenker oder ein paar Spacern wäre das „Problem“ schnell beseitigt. Bergauf punktet die tiefe Front hingegen, sorgt für relativ viel Sattelüberhöhung. Da zudem der Sitzwinkel mit 74° steil steht und sich die Gabel absenken lässt, steht einer Tour mit langen Anstiegen nichts im Wege – außer der eigenen Ausdauer vielleicht.

Technische Daten des Test: Liteville 601 MK2

Modelljahr: 2013
Preis: 2230 Euro (Rahmen-Kit)
Gewicht: 14,2 kg
Rahmengewicht: 3870 g
Federgabel (Gewicht): 2238 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: XS/S/M/L/XL/XXL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkwinkel: 65,5 °
Sitzwinkel: 74 °
Sitzrohr: 466 mm
Oberrohr: 610 mm
Steuerrohr: 125 mm
Radstand: 1198 mm
Tretlagerhöhe: 374 mm
Federgabel: Rock Shox Lyrik RC2
Federweg getestet: 180 mm
Federbein: Rock Shox Vivid R2C
Federweg getestet: 190 mm
Schaltwerk: Sram X0
Schalthebel: Sram X0 (2 x 10)
Kurbel: Sram X0
Umwerfer: Sram X0
Bremse: Shimano XTR
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Laufräder: Syntace W35 MX (System)
Reifen: Schwalbe M. Mary 2,35"/F. Albert 2,4"

Fazit:

Erneut zeigen die Tüftler der Edelschmiede Liteville, dass Evolution in kleinen Schritten erfolgt. Die neuen Details des MK2 verbessern die ohnehin gelungenen Fahreigenschaften des 601 noch mal deutlich: An Komfort, Sicherheit und Spaß ist es kaum mehr zu überbieten.

Liteville 601 MK2 (Modelljahr 2013) im Vergleichstest


Liteville 601 MK2 (Modelljahr 2013) im Vergleich mit anderen Produkten

18.09.2012
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2012