Mountainbikes im Test

Testbericht: Lapierre Zesty XM 417 (Modelljahr 2016)

MountainBIKE Lapierre Zesty XM 417
Foto: Benjamin Hahn
Ganz schön proper! Das Lapierre Zesty XM 417 erweist sich als Mini-Enduro mit exzellenten Bergabqualitäten und feinstem Handling. Das hohe Gewicht, die teils billigen Parts sowie die Heckfederung gefallen weniger.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Brachiale Bergabpotenz
  • Gelungenes Handling

Was uns nicht gefällt

  • Sehr hohes Gewicht
  • Hinterbau unausgewogen

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil gut

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Zesty – das lässt sich im Deutschen am besten mit „schmackhaft“ übersetzen. Das französische Bike besetzte bislang das All-Mountain-/Enduro-Segment, steht nun als Lapierre Zesty XM 417 neu auf der 120-mm-Speisekarte.

Und doch bleiben die ursprünglichen Zutaten dominant: Die Geometrie erinnert mit sehr flachem Lenkwinkel und üppigem Radstand klar an ein AM, das Gewicht von über 13,5 Kilo eh. Immerhin steckt dafür eine – zu kurze – Vario-Sattelstütze im schicken, jedoch auch arg moppelig geratenen Alu-Rahmen.

Der Rest der Ausstattung? Halbwegs solide, aber bis auf die Race-Face-Parts nix für Feinschmecker. Entsprechend geht dem Lapierre Zesty XM 417 in Sachen Vortrieb fast jegliche Schärfe ab.

 

MountainBIKE Lapierre Zesty XM 417 Carbon-Fender
Foto: André Schmidt Ein Carbon-Fender soll am Lapierre Zesty XM 417 das Schaltwerk vor Beschädigungen etwa bei einem Sturz auf die Seite schützen. Der Nutzen in der Praxis dürfte eher gering sein, zudem besteht die Gefahr des Hängenbleibens.

Zudem haderten die Tester mit der Abstimmung des Hinterbaus: Erst mit sehr hohem Luftdruck im Federbein (240 Psi bei 70 Kilo Fahrergewicht) ließ sich dem Viergelenker das Pumpen und Wegsacken im Uphill austreiben – zu Lasten der Traktion.

Bergab stimmt dafür die Rezeptur: Mit fantastischer Laufruhe donnert das bocksteife Lapierre Zesty XM 417 ins Tal, bleibt dabei jederzeit vital genug für schnelle Manöver. Sprünge und Drops überfliegt es im Stile eines Mini-Enduros – wow!

Kritik ernten wie bei manchem Konkurrenten die eher schwächeren Parts – und der recht früh progressiv werdende Hinterbau.

Technische Daten des Test: Lapierre Zesty XM 417

Modelljahr: 2016
Preis: 3199 Euro
Gewicht: 13,7 kg
Rahmengewicht: 3740 g
Federgabel (Gewicht): 1771 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Federgabel: Fox 32 Float Performance
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Rock Shox Monarch RT
Federweg getestet: 120 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano Deore (2 x 10)
Kurbel: Race Face Aeffect
Umwerfer: Shimano Deore
Bremse: Shimano Deore
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock Cruxi (Vario)
Laufräder: Race Face Aeffect
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic Perf. 2,25"
Testurteil: Gut (187 Punkte)

Fazit:

Ganz schön proper! Das Lapierre Zesty XM 417 erweist sich als Mini-Enduro mit exzellenten Bergabqualitäten und feinstem Handling. Das hohe Gewicht, die teils billigen Parts sowie die Heckfederung gefallen weniger.

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Lapierre Zesty XM 417 (Modelljahr 2016) im Vergleich mit anderen Produkten

07.01.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016