Mountainbikes im Test

Testbericht: Lapierre Spicy 527 E:i (Modelljahr 2014)

Foto: Benjamin Hahn
Technik, die begeistert. Die elektronisch geregelte Kinematik am Lapierre Spicy 527 E:i funktioniert sehr gut, zudem begeistert das Handling des Franzosen-Enduros. Leider etwas schwer.

Was uns gefällt

  • Exzellentes Handling
  • Elektronisches Fahrwerk

Was uns nicht gefällt

  • Recht hohes Gewicht
  • Hinterbau zu breit

It’s shocking! Neben Ghost und Haibike verbaut auch Lapierre immer häufiger ein Federbein namens E:i- Shock – basierend auf dem Monarch- Stoßdämpfer von Rock Shox. Dahinter verbirgt sich eine elektronisch geregelte Hinterradfederung. Zwei Sensoren an Federgabel und Kurbel messen, ob die Gabel eintaucht und ob der Biker pedaliert. Je nachdem regelt ein Stellmotor am Federbein die Dämpfung in drei Modi: offen, gestrafft, gesperrt.

Das Ganze funktioniert vollautomatisch, kann aber auch via Lenker-Remote händisch angewählt werden. Beweisen musste sich das System im MountainBIKE-Einzeltest am Spicy 527 – ein Grenzgänger zwischen All-Mountain und Enduro mit 150 mm Federweg am Heck und 160-mm-Forke sowie 27,5"-Laufrädern.

Im Gelände funktioniert die E:i- Technik richtig gut: Sensibel spricht das Heck bergab an, nutzt den Hub gut aus. Im Uphill bleibt es straff , lässt sich exzellent pedalieren. Faszinierend – auch wenn Puristen ob des Kabelgewirrs und des Akkus am Unterrohr wohl den Kopf schütteln werden.

Fotostrecke: e:i Shock - automatisches Dämpfersystem fürs Mountainbike

8 Bilder
EI Shock Foto: David Schultheiß
EI Shock Foto: David Schultheiß
EI Shock Foto: David Schultheiß

Ganz unabhängig davon ist das Spicy ein prächtiges Bike. Die auf dem Zesty basierende Geometrie passt auf Anhieb, das ausbalancierte Handling verwöhnt mit Laufruhe einerseits (längerer Radstand, schön flacher Lenkwinkel) und Agilität andererseits. Für Letzteres sorgen die 430 mm kurzen Kettenstreben, die dem Spicy zudem viel Spielfreude verleihen. Bunnyhop? Wheelie? Kein Problem!

Geht’s empor, trüben jedoch das für den Preis hohe Gewicht sowie das breit bauende Heck den Spaß. Beim Pedalieren streift man leicht an Ketten- oder Sitzstrebe. Apropos Gewicht: Wer auf E:i verzichtet, spart circa 400 Gramm. Und 500 Euro bei ansonsten gleicher, nicht gerade nobler Ausstattung.

Technische Daten des Test: Lapierre Spicy 527 E:i

Modelljahr: 2014
Preis: 4199 Euro
Gewicht: 14 kg
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkwinkel: 66 °
Sitzwinkel: 74 °
Reach: 428 mm
Sitzrohr: 440 mm
Oberrohr: 598 mm
Steuerrohr: 110 mm
Radstand: 1167 mm
Tretlagerhöhe: 346 mm
Federgabel: Fox 34 Float Performance
Federweg getestet: 160 mm
Federbein: Rock Shox Monarch RT3 E:i
Federweg getestet: 150 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX (2 x 10)
Kurbel: Race Face Turbine
Umwerfer: Sram X7
Bremse: Formula T1S
Bremsen-Disc vorne: 200 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Laufräder: Easton Vice XLT
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Hans Dampf Evo 2,35"/2,25"

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Fazit:

Technik, die begeistert. Die elektronisch geregelte Kinematik am Lapierre Spicy 527 E:i funktioniert sehr gut, zudem begeistert das Handling des Franzosen-Enduros. Leider etwas schwer.

30.01.2014