Mountainbikes im Test

Testbericht: KTM Ultra Race 27 (Modelljahr 2016)

Foto: Benjamin Hahn MountainBIKE KTM Ultra Race 27
Mit dem KTM Ultra Race 27 bietet KTM ein solides, flottes Hardtail an, das sich sowohl bei sportlicher Fahrt als auch beim gemütlichen Cruisen wohlfühlt. Trotz der tollen Gabel werden Trail-Fans Potenz und Pfiff vermissen.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Front etwas zu hoch
  • Teils schwächere Ausstattung

Testurteil

Testurteil gut
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Traditionell stellt der österreichische Radgigant KTM sportliche Hardtails von klassischem Zuschnitt auf die Stollen. Auch das KTM Ultra Race 27 ist – nomen est omen – so ein athletisches Exemplar.

Das lange Oberrohr, der ausladende 100-mm-Vorbau und der weniger breite Lenker bringen den Fahrer in eine sportiv-schnittige Position, und das trotz der hohen Front (sehr langes Steuerrohr). Wenngleich der Tritt ins Pedal durch den flachen 72,5°-Sitzwinkel leicht von hinten erfolgt, lässt es sich mit dem KTM Ultra Race 27 trefflich angasen, das vergleichsweise niedrige Gesamtgewicht von 11,8 Kilo wirkt ebenfalls beflügelnd.

Foto: André Schmidt MountainBIKE KTM Ultra Race 27 Shimano-M425-Bremsgriff

Der Shimano-M425-Bremsgriff liegt besser am Finger als der M396er (Focus Black Forest Lite 27, Ghost Kato X 6), die Bremsleistung ist aber ebenso mau.

Nur hochprozentige Kletterpartien sind weniger die Spielwiese des KTM Ultra Race 27: Hier mangelt es an Druck aufs Pedal und vor allem aufs Vorderrad. Auf dem Trail setzt sich das ein wenig fort: Für zackige Kurvenwechsel muss der Fahrer Schmackes aufs Volant geben, einmal „auf der Kante“, gleitet das KTM Ultra Race 27 aber akkurat ums Eck.

Wird das Gelände grantiger, trumpft die Federgabel auf: Die Fox 32 Performance liefert in dieser Klasse die klar beste Darbietung, ist sensibel, schluckfreudig, ohne durch den Hub zu rauschen.

Foto: André Schmidt MountainBIKE KTM Ultra Race 27 Fox-32-Gabel

Die Fox-32-Gabel macht einen tadellosen Job, lässt sich via Luftdruck und dreistufiger Druckstufe perfekt anpassen.

Der Rest der Ausstattung sorgt kaum für Freudenhüpfer.

Es schaltet und waltet (wie an fünf weiteren Testbikes) ein mehr oder weniger wilder Mix aus altem Shimano-XT-Schaltwerk sowie Deore/SLX-Parts. Verzögert wird nur leidlich gut mit einer Shimano-Bremse auf Acera-Niveau, der Racing-Ralph-Reifen in Performance-Variante generiert bei matschigen Bedingungen wenig Grip.

Immerhin: Alles macht einen robusten, zuverlässigen Eindruck.

Und der Alu-Rahmen? Ist von solider Machart, mit sauberem Pulverlack, sehr steif – aber auch eher schwer, kaum komfortabel, in Sachen Standards nicht up-to-date und mit einer kruden Zugverlegung versehen.

Technische Daten des Test: KTM Ultra Race 27

Modelljahr: 2016
Preis: 1499 Euro
Gewicht: 11,8 kg
Rahmengewicht: 1956 g
Federgabel (Gewicht): 1655 g
Gewicht Laufräder: 4416 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 38, 43, 48, 53 cm
Getestete Rahmenhöhe: 48 cm
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 120,3 Nm/°
Komfort: * 3,1 mm
Federgabel: Fox 32 Float Perfomance
Federweg getestet: 100 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 10: 38/24 Zähne vorne, 11–36 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano SLX
Schalthebel: Shimano SLX
Kurbel: Shimano SLX
Umwerfer: Shimano Deore
Bremse: Shimano M425/M396
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: KTM
Vorbau: KTM 100 mm
Lenker: KTM 690 mm
Naben: Shimano SLX
Felgen: Mavic 319
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Racing Ralph Performance 2,25"
Testurteil: Gut (188 Punkte)

* Auslenkung gemessen in Y- und X-Achse am Sattel. Prüfgewicht 80 kg

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Mit dem KTM Ultra Race 27 bietet KTM ein solides, flottes Hardtail an, das sich sowohl bei sportlicher Fahrt als auch beim gemütlichen Cruisen wohlfühlt. Trotz der tollen Gabel werden Trail-Fans Potenz und Pfiff vermissen.

24.06.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016