Mountainbikes im Test

Testbericht: Kona Process 111 DL (Modelljahr 2016)

Foto: Daniel Geiger MountainBIKE Kona Process 111 DL
Voller Drehfreude, herrlich verspielt und dabei Kona-typisch robust – das Kona Process 111 DL ist ein wahrer Trail-Teufel, ein Spaßgarant in fast jedem Gelände. Das höhere Gewicht verzeiht man diesem Gute-Laune-Bike gerne.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Bike/Laufräder zu schwer

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Als „vielseitigstes 29"-Fully auf dem Markt“ preist Kona sein Kona Process 111 DL an.

Dabei fällt das poppig-bunte Kona Process 111 DL in diesem Test quasi aus dem Rahmen: Jener ist aus Alu – der Rest protzt mit leichterer Kohlefaser. Und: Mit 120 mm Federweg vorne und 111 mm am Bürzel offeriert das Kona Process 111 DL den geringsten Hub.

Und dennoch passt es perfekt ins Trailbike-Umfeld, Sitz- und Stehposition sind ideal: Der steile 74,5°- Sitzwinkel rückt den Fahrer über das Tretlager nach vorne, der lange Reach stellt ihn bergab optimal zentriert ins Bike. Dazu kommt ein trendgerecht kurzes Heck (430-mm-Kettenstreben), das dem Kona Process 111 DL sein hervorstechendes Charaktermerkmal schenkt: pure Drehfreude.

Foto: Daniel Geiger MountainBIKE Kona Process 111 DL Eingelenker-Technik

Mehrfach umgelenkt, mit spezieller Dämpferaufnahme: Kona holt das Maximum aus der Eingelenker-Technik raus.

Wie einst Maradona um englische Abwehrtrampel, so tänzelt das Kona Process 111 DL über den Trail, schlängelt sich von Kurve zu Kurve. Kaum zu glauben, dass da wirklich ein 29er wirbelt und wuselt.

Zornigem Bergabgeballer trotzt das erzstabil wirkende Kona Process 111 DL problemlos – ohne so satt wie Specialized & Co. zu liegen. Zwar verrichtet die Pike-Federgabel einen vorzüglichen Job, und auch der mehrgelenkige Hinterbau erfreut mit Sensibilität und Achtsamkeit, der im Vergleich knappe Federweg fällt dennoch auf. Zudem dürfte der Lenkwinkel gerne ein Grad flacher stehen.

Foto: Daniel Geiger MountainBIKE Kona Process 111 DL Remote-Hebel Vario-Sattelstütze

Der anstelle des linken Schalthebels montierte Remote-Hebel der Vario-Sattelstütze ist so ideal platziert.

Aus dem Ortsschild-Sprint hält man sich mit dem Kona Process 111 DL besser raus: Mit 13,5 Kilo trägt es spürbar Übergewicht, die schweren Laufräder mit extrabreiten WTB-Felgen rotieren mürrisch. Dafür gefällt erneut der Hinterbau, der nur minimal wippt, im Wiegetritt sogar ausgesprochen neutral bleibt. Und der im Trail-Anstieg spürbar pusht, hoch im Federweg steht, ohne mit Traktion zu geizen.

Zusammen mit der austarierten Sitzposition kraxelt das Kona Process 111 DL unterm Strich nicht leichtfüßig, doch ungemein geschickt. Gute, eher auf Solidität denn auf edel getrimmte Ausstattung.

Technische Daten des Test: Kona Process 111 DL

Modelljahr: 2016
Preis: 5699 Euro
Gewicht: 13,5 kg
Rahmengewicht: 3230 g
Federgabel (Gewicht): 1948 g
Gewicht Laufräder: 4788 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 72,0 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Pike RCT3
Federweg getestet: 120 mm
Federbein: Rock Shox Monarch RT3
Federweg getestet: 111 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 32 Zähne vorne, 10–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram X01
Schalthebel: Sram X01
Kurbel: Race Face Turbine
Umwerfer: -
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock LEV Integra (Vario, 150 mm)
Vorbau: Kona XC 50 mm
Lenker: Race Face Atlas 80 mm
Naben: Novatech
Felgen: WTB Asym i29 TCS
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Maxxis Minion DHF/Ardent EXO 2,3"/2,25"
Testurteil: Sehr gut (206 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Voller Drehfreude, herrlich verspielt und dabei Kona-typisch robust – das Kona Process 111 DL ist ein wahrer Trail-Teufel, ein Spaßgarant in fast jedem Gelände. Das höhere Gewicht verzeiht man diesem Gute-Laune-Bike gerne.

13.07.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016