Mountainbikes im Test

Testbericht: Idworx Rockn Rohler Rough (Modelljahr 2014)

Idworx Rockn Rohler Rough im MountainBIKE-Test
Foto: Björn Hänssler
Speziell Sorglos-Fans und Weltumradler dürften auch von dem Idworx Rockn Rohler Rough begeistert sein, das sich dank 29"-Laufrädern als wahres Traktionswunder präsentiert. Teils ungewöhnliche, aber bestens durchdachte Detaillösungen.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Toll gemachter Rahmen
  • Sehr robuste Parts
  • Sorglos-Konzept geht auf

Was uns nicht gefällt

  • Handlingsschwächen

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Wenn es um nicht gewöhnliche Bikes mit pfiffigen Features geht, ist Idworx wohl der älteste Hase im Geschäft. Speziell einen Begriff haben die Rheinländer um Bike-Pionier Gerrit Gaastra geprägt wie keine andere Marke: Sorglosbikes. Und das bedeutet bei Idworx vor allem den Verzicht auf die defektanfällige, wartungsintensive, mitunter hakelig agierende Kettenschaltung. Stattdessen verbauen Gaastra & Co. im MTB-Bereich traditionell die Rohloff-Getriebenabe, die 14 gleichmäßig übersetzte Gänge bereitstellt.

Ebenfalls typisch Idworx: Der erzstabile, perfekt verarbeitete Alu-Rahmen strotzt vor teils genialen Details. So verhindert ein Anschlagschutz oberhalb des Steuersatzes, dass bei einem Sturz Armaturen und Oberrohr kollidieren. Die Kette wird via eines Exzenters im Tretlager gespannt (Pflicht bei Rohloff-Antrieb), was für eine wunderschön aufgeräumte Optik sorgt.

Auch die Ausstattung ist ungewöhnlich, zeugt aber stets von Hirnschmalz: So verbaut Idworx "unzerstörbare" Syntace-Alu-Parts und die als sehr sorglos geltene Shimano-XT-Bremse, Kette und Kettenblatt sind speziell gehärtet und entgegen aller Trends ist der Reifen hinten breiter als vorne – für mehr Komfort. Voll im (Hardtail-)Trend liegen die 29"-Räder, die dem Rockn Rohler zusammen mit den sehr langen Kettenstreben ein spurtreues, mitunter etwas "kurvenfaules" Handling bescheren.

Fotostrecke: Idworx Rockn Rohler Rough im Test – die Details

4 Bilder
Idworx Rockn Rohler Rough im MountainBIKE-Test Foto: Björn Hänssler
Idworx Rockn Rohler Rough im MountainBIKE-Test Foto: Björn Hänssler
Idworx Rockn Rohler Rough im MountainBIKE-Test Foto: Björn Hänssler

Nerviges Mahlgeräusch und Old-School-Cockpit

Im Uphill generiert das ausladende Heck aber enorme Traktion, die Front steigt nie. Auch der kleinste Gang der Rohloff-Nabe ist ausreichend auch für Steilstiche, jedoch nervt das deutlich hörbare Mahlgeräusch, das einem Glauben macht, Kraft zu vergeuden – die bekannte Kritik an der oft liebevoll Dose genannten Nabe.

Den Talschuss könnte das Idworx Rockn Rohler Rough mit laufruhiger Geometrie besser meistern: Hier sorgt das "Old-School"-Cockpit mit sehr langem Vorbau und schmalem Lenker für ein teils unsicheres Handling. Auch die Magura-Gabel wirkt trotz 120 Millimeter Hub etwas schluckfaul.

So funktioniert die Rohloff-Nabe

Von allen Innovationen im Test ist die Rohloff-Getriebenabe die älteste: Schon 1996 zeigte das Familienunternehmen die erste Speedhub, die Auslieferung begann 1998. Der große Vorteil: Das komplett gekapselte Getriebe mit Ölbadschmierung ist unempfindlich gegen Dreck und Verschleiß, damit quasi wartungsfrei.

Kein Wunder, dass unzählige Weltenbummler mit der Alu-"Dose", wie sie von Fans genannt wird, um den Globus pedaliert sind. In Summe stellt die aus 125 Einzelteilen bestehende Rohloff eine Gesamtübersetzung (Verhältnis von kleinstem zu größtem Gang) von 526 % und 14 Gänge mit einer gleichmäßigen Gangabstufung von 13,6 % zur Verfügung. Der kleinste mögliche Berggang entspricht einer Kettenschaltungs-Untersetzung von 24:34.

Im Innern in der Nabe werkeln drei hintereinander geschaltete Planetengetriebe. Die ersten beiden Stufen ergeben sieben Gänge, das Zuschalten der dritten Stufe verdoppelt die Anzahl auf 14. Sämtliche Achslager und Planetenräder sind wälzgelagert, Rohloff verspricht einen Reibungsverlust von je Gang 1–5 % – nicht mehr als bei konventionellen Kettenschaltungen. Schalten (via Drehgriff) ist außer zwischen Gang 7 und 8 auch unter Pedalierlast möglich, viel(!) besser "flutscht" es mit kurzer Entlastung.

Technische Daten des Test: Idworx Rockn Rohler Rough

Modelljahr: 2014
Preis: 3.770 Euro
Gewicht: 12,5 kg
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: 46, 51, 56 cm
Getestete Rahmenhöhe: 51 cm
Rahmenmaterial: Aluminium
Federgabel: Magura TS8R Remote
Federweg getestet: 120 mm
Schaltwerk: Rohloff Speedhub 500 14
Schalthebel: Rohloff
Kurbel: Truvativ Stylo Single
Umwerfer: -
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Syntace P6
Laufräder: DT Swiss 350S + Rohloff/Idworx Darim
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Schwalbe Rocket Ron 2,25"/Racing Ralph 2,35"

Fazit:

Speziell Sorglos-Fans und Weltumradler dürften auch von dem Idworx Rockn Rohler Rough begeistert sein, das sich dank 29"-Laufrädern als wahres Traktionswunder präsentiert. Teils ungewöhnliche, aber bestens durchdachte Detaillösungen.

Idworx Rockn Rohler Rough (Modelljahr 2014) im Vergleichstest

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Idworx Rockn Rohler Rough (Modelljahr 2014) im Vergleich mit anderen Produkten

26.09.2014
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2014