Mountainbikes im Test

Testbericht: Ibis Mojo HD3 (Modelljahr 2015)

MountainBIKE Ibis Mojo HD3
Foto: Daniel Geiger
Von Beginn der Bike-Ära an dabei – und doch nicht von gestern. Das Ibis Mojo HD3 verzaubert als agiles, spielfreudiges Enduro und ist mit seinen breiten Laufrädern gar Technologie-Vorreiter.
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Testurteil sehr gut

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Als Scot Nicol 1981 im kalifornischen Mendocino nach einem Namen für seine just gegründete Bike-Schmiede suchte, waren Vogelnamen wohl gerade in. Begeistert vom leichten Flug des Ibis, konnte der junge Hippie Scot nicht widerstehen. 34 Jahre ist das her. Damals verbrachte er viel Zeit mit gewissen Herren namens Breeze und Cunningham am legendären Mount Tam.

Kurzum: Die Geburtswehen des Mountainbikes erlebte Nicol hautnah mit. Inspiriert von der wilden Bewegung, konstruierte er sein eigenes MTB: das Ibis. Nach wenig erfolgreichem Investoren-Intermezzo ist Nicol inzwischen wieder mit im Boot – und mit ihm das Mojo HD in dritter Generation.

 

MountainBIKE Ibis Mojo HD3 Rahmenaufnahme Federbein
Foto: Daniel Geiger Die von Dave Weagle entwickelte DW-Link-Federung besitzt ein starres hinteres Rahmendreieck. Eine spezielle, rund geschliffene Aufnahme bettet das Cane-Creek-Federbein ideal in die Kinematik ein.

Das Enduro mit 150 mm Heckfederweg hat sich prächtig entwickelt. Der Rahmen ist zeitlos schön, das neue Mojo zeigt aber vor allem mehr Allrounder-Qualitäten denn je. Der Lenkwinkel wurde flacher, der DW-Link-Hinterbau kompakter gezeichnet. Der Rahmen wiegt jetzt unter 3000 g, und auch das Gesamtgewicht ist für den Einsatzbereich sehr gering – wenn auch zum, na ja, rabiaten Preis.

Ebenfalls neu sind doppelreihige Schrägkugellager auf der Antriebseite sowie die Möglichkeit, einen Flaschenhalter im Rahmen zu montieren.

Elegant: Dank variabler (interner) Verlegung können die Züge durchgängig oder mit unterbrochenen Hüllen montiert werden – je nachdem, ob das Gewicht oder die Haltbarkeit im Vordergrund stehen.

 

MountainBIKE Ibis Mojo HD3 Felge
Foto: Daniel Geiger Ibis war und ist Trendsetter in Sachen breiter Felgen. Das Kürzel 741 steht dabei für das Radmaß 27,5" und die Außenweite 41 mm. Ein Vorteil: Die Reifen können mit weniger Druck gefahren werden.

Und noch etwas aus dem Hause des Schreitvogels erregt Aufmerksamkeit: Die properen Carbon-Laufräder warten mit einer Maulweite von immensen 35 mm auf. Durch dieses Mehr an Breite steht der Reifen stabiler in der Felge und lässt sich mit Niedrigdruck fahren, ohne dass er in Kurven wegknickt.

Im Test waren Luftdrücke um 1 Bar für die eher leichtgewichtigen MountainBIKE-Tester (um/unter 70 Kilo) kein Problem. Im Gegenteil: Der Grip steigt enorm.

Was erstaunlich gut mit dem etwas eigenen Charakter des Ibis Mojo HD3 harmoniert: Die kurze Geometrie entspricht nicht aktuellen Trends, das zackige Handling macht aber auf verwinkelten Trails mächtig Laune und verleitet dazu, jeden noch so kleinen Hügel als Sprungbrett zu nutzen. Dazu tragen die tadellosen Federelemente bei, die aber viel Hingabe bei der Einstellung benötigen.

Berghoch gefällt erneut die hohe Traktion, Uphill-Partys fallen aufgrund des etwas zu flachen Sitzwinkels aber weniger ausgelassen aus.

Technische Daten des Test: Ibis Mojo HD3

Modelljahr: 2015
Preis: 8350 Euro
Gewicht: 12,3 kg
Rahmengewicht: 2930 g
Federgabel (Gewicht): 2008 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Federgabel: Fox 36 Float Factory
Federweg: 160 mm
Federbein: Cane Creek DB Inline
Federweg: 150 mm
Schaltwerk: Sram X1
Schalthebel: Sram X0 (1 x 11)
Kurbel: Race Face Turbine
Umwerfer: -
Bremse: Sram Guide RSC
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Kind Shock Lev Integra (Vario)
Laufräder: Ibis 74
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Hans Dampf TLR 2,35"
Testurteil: Sehr gut (223 Punkte)

Fazit:

Von Beginn der Bike-Ära an dabei – und doch nicht von gestern. Das Ibis Mojo HD3 verzaubert als agiles, spielfreudiges Enduro und ist mit seinen breiten Laufrädern gar Technologie-Vorreiter.

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Ibis Mojo HD3 (Modelljahr 2015) im Vergleich mit anderen Produkten

08.09.2015
Autor: Max Hilger
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2015