Mountainbikes im Test

Testbericht: Haibike Heet 7.10 (Modelljahr 2015)

MountainBIKE Enduro Haibike Heet 7.10
Foto: Benjamin Hahn
Mit gelungener Kinematik und leichtem Carbon-Rahmen punktet das agil-wendige Heet. Für grobes Enduro-Gelände mangelt es an Laufruhe, Steifigkeit und Liebe im Detail.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Agil und sehr wendig
  • Gelungene Federung

Was uns nicht gefällt

  • Geometrie zu hoch/steil
  • Sehr geringe Steifigkeit

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil gut

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Kein Bike im Test entzweite die Testerschar so wie das Haibike Heet 7.10, egal ob MountainBIKE-Leser oder -Pro. „Kurvenstark, agiler Allrounder“ lobten die einen, „nervös, unruhig, nicht stimmig“ urteilten andere. Insbesondere die Geometrie des Voll-Carbon-Rahmens polarisiert: sehr hohes Tretlager, langes Steuerrohr, sehr steiler Lenkwinkel (der sich via Steuersatz verflachen lässt). Zusammen mit dem unglücklich gewählten Cockpit – zu langer Vorbau, zu schmaler Lenker – sorgt dies für ein drehfreudiges, mitunter aber kippliges, wenig sicheres Handling, das eine geschulte Hand am Volant erfordert.

 

MountainBIKE Enduro Haibike Heet 7.10
Foto: André Schmidt Das Heet kommt serienmäßig mit Angleset-Steuersatz von Cane Creek und einer zusätzlichen Lagerschale, über die sich der Lenkwinkel um 1,0° variieren lässt. Der lange 70-mm-Vorbau missfiel allen Testern.

Fast schon fehlerverzeihend wirkt sich dagegen die sehr geringe Rahmensteifigkeit des leichten Kohlefaser-Konstrukts aus: Das Haibike Heet 7.10 sucht sich buchstäblich seinen Weg, ist für Enduristen jenseits der 80-Kilo-Marke aber definitiv zu weich. Ärgerlich, denn per se fährt sich das nicht zu schwere Haibike Heet 7.10 durchaus flott und agil, lädt zu langen Ausfahrten förmlich ein. Dabei überzeugt die viergelenkige Kinematik mit geringen Antriebseinflüssen und dennoch guter Traktion. Bei steilen Anstiegen lohnt aber der Griff zur Gabelabsenkung – ohne ist die Sitzposition einen Hauch zu hecklastig. Auch im Talschuss federt und dämpft das Rock-Shox-Fahrwerk bar jeder Kritik. Unnötig: 3 x 10-Antrieb. Nervig: extrem klappernde Züge.

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Video: MountainBIKE/Michelle Santy

Technische Daten des Test: Haibike Heet 7.10

Modelljahr: 2015
Preis: 3599 Euro
Gewicht: 13,6 kg
Rahmengewicht: 2570 g
Federgabel (Gewicht): 1945 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: 42, 47, 52 cm
Getestete Rahmenhöhe: 47 cm
Rahmenmaterial: Carbon
Federgabel: Rock Shox Pike RC DP
Federweg: 130+160 mm
Federbein: Rock Shox Monarch RT3
Federweg: 160 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX (3 x 10)
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano SLX
Bremse: Shimano SLX
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock LEV DX (Vario)
Laufräder: Shimano SLX/DT Swiss 533d
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Hans Dampf TLE 2,35"

Fazit:

Mit gelungener Kinematik und leichtem Carbon-Rahmen punktet das agil-wendige Haibike Heet 7.10. Für grobes Enduro-Gelände mangelt es an Laufruhe, Steifigkeit und Liebe im Detail.

Haibike Heet 7.10 (Modelljahr 2015) im Vergleichstest

Test: 9 Enduros von 3.000 bis 4.000 Euro Foto: Dennis Stratmann

Test: 9 Enduros von 3.000 bis 4.000 Euro

Unsere Testredaktion hat neun 2015er Enduro-MTBs getestet – und das erstmals zusammen mit vier im Vorfeld auserkorenen MountainBIKE-Lesern.


Haibike Heet 7.10 (Modelljahr 2015) im Vergleich mit anderen Produkten

02.01.2015
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2014