Mountainbikes im Test

Testbericht: GT Sensor Carbon Pro (Modelljahr 2014)

GT Sensor Carbon Pro Standbild
Foto: Dennis Stratmann
Wer ein antriebsneutrales Trailbike amerikanischer Prägung sucht, liegt beim Sensor richtig. Dank 27,5"-Laufrädern und gelungener Geometrie brilliert es mit Kontrolle, weniger mit Komfort.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Laufruhige Geometrie
  • Antriebsneutrales Heck

Was uns nicht gefällt

  • In Relation schwer
  • Hinterbau recht straff

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Testurteil sehr gut

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Der Trompeten-Restaurator Gary Turner und Richard Long starteten 1979 mit dem Verkauf von GT-BMX-Bikes in einer Garage in Kalifornien – der Beginn einer bewegten Geschichte mit vielen Hochs und Tiefs. Dass hinter GT heute eine Investorengruppe steckt, schadet der Marke offensichtlich nicht. Im Gegenteil: Inzwischen zeichnet mit Peter Denk (ehemals Scott) einer der profiliertesten MTB-Entwickler für die US-Bikes verantwortlich. Dabei entstand auch das 130-mm-Fully Sensor mit 27,5"-Rädern und neuem „Path-Link“-Hinterbau. Dieser besitzt einen sehr hohen Hauptdrehpunkt, der per se ein wippfreies Heck begünstigt, aber auch Pedalrückschlag entstehen lässt. Um diesen zu kompensieren, schwingt das vom Hauptrahmen entkoppelte Tretlager beim Einfedern nach hinten und wirkt somit der Kettenlängung entgegen. Bis auf die Path-Link-Wippe besteht der sehr steife(!) Sensor-Pro-
Rahmen aus Carbon, wiegt gute 2783 g samt Dämpfer. Der Ausstattungs-Mix mit Shimano XT, Race-Face-Kurbel, Formula-Bremsen und E*13-Parts ist für 5499 Euro nicht überragend.

Entscheidend sind die Eindrücke auf dem Trail: Hier gibt das GT Sensor Carbon Pro zunächst ein eher ambivalentes Bild ab. Es verleitet dank tritteffizienter Sitzposition und extrem antriebsneutralem Hinterbau zum beherzten Gasgeben, dem stehen aber 12,7 Kilo Bike-Gewicht gegenüber. In dieser Preisklasse findet der Touren-Fan schon Bikes um die elf Kilo. Die Wurzeln des GT Sensor Carbon Pro stammen aus dem Land der Trails – und das ist spürbar. Der moderne Aufbau mit breitem 740-mm-Lenker und kurzem 80-mm-Vorbau sorgt für enorme Sicherheit in der Abfahrt. Spurtreu und präzise zieht das GT Sensor Carbon Pro gen Tal, das Handling findet nahezu den optimalen Mix aus sehr hoher Laufruhe und Agilität – ohne je Nervosität zu verbreiten. In der Summe kommen so richtige All-Mountain-Gefühle auf. Umso ärgerlicher, dass das Heck wenig sensibel auf mittlere Schläge anspricht. Im Groben taut der Hinterbau dann zwar auf, er könnte aber insgesamt mehr Komfort bieten.

Technische Daten des Test: GT Sensor Carbon Pro

Modelljahr: 2014
Preis: 5499 Euro
Gewicht: 12,7 kg
Rahmengewicht: 2783 g
Federgabel (Gewicht): 1801 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 87 Nm/Grad
Federgabel: Fox 32 Float CTD
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Fox Float CTD
Federweg getestet: 130 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT (3 x 10)
Kurbel: Race Face Turbine
Umwerfer: Shimano SLX
Bremse: Formula T1
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Laufräder: E*thirteen TRS+
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Continental X-King 2,4"/2,2"

Fazit:

Wer ein antriebsneutrales Trailbike amerikanischer Prägung sucht, liegt beim Sensor richtig. Dank 27,5"-Laufrädern und gelungener Geometrie brilliert es mit Kontrolle, weniger mit Komfort.

GT Sensor Carbon Pro (Modelljahr 2014) im Vergleichstest


GT Sensor Carbon Pro (Modelljahr 2014) im Vergleich mit anderen Produkten

05.09.2013
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2013