Mountainbikes im Test

Testbericht: Ghost SL AMR X9 LC (Modelljahr 2017)

MOUNTAINBIKE 1216 Ghost SL AMR X9 LC Fahrbild
Foto: Dennis Stratmann
Das ausgezeichnete 150/140-mm-Fahrwerk hievt das Ghost SL AMR X9 LC fast in die Enduro-Liga. Die Performance auf dem Trail ist allererste Sahne, der Vortrieb gefiel uns im Gegensatz zu unserem Leser Alexander nicht ganz so gut.
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Was Ghost als All-Mountain anpreist, geht eigentlich als Enduro durch: Mit 150 mm Hub an der Front, 140 mm Federweg am Bürzel und 29"-Reifen verspricht das neue Carbon-Fully Ghost SL AMR X9 LC zumindest ordentlich viel Schluckfreude.

Zumal dazu auch noch höchstpotente Federelemente arbeiten: Vorne saugt sich die massive, steife 36er-Forke von Fox durchs Gelände, im Heck steckt ein edles Stahlfederbein namens Double Barrel Inline von Cane Creek – butterweich lässt dieses das Ghost SL AMR X9 LC über Wurzeln und Steine rollen.

Kehrseite der Medaille: Eine Stahlfeder wiegt mehr als eine Luftfederung, mit über 13,5 Kilo ist das Ghost SL AMR X9 LC dann trotz Carbon-Rahmen und 1 x 11-Schaltung (Shimano XT) kein Leichtgewicht. Zusammen mit den supergriffigen, abfahrtslastigen Reifen (vorne Schwalbe Magic Mary, hinten Hans Dampf) sorgt dies im Uphill für Entschleunigung.

Bergab überrascht, dass das Ghost SL AMR X9 LC für ein 29er mit so viel Federweg vergleichsweise wendig unterwegs ist. Ghost hat das Ghost SL AMR X9 LC an der Front mit einem Lenkwinkel von 67° nicht zu flach gezeichnet, hält die Gesamtlänge im Zaum (Radstand 1166 mm bei Größe L) und gibt ihm ein vergleichsweise tief liegendes Tretlager mit.

Kurzum: Das Ghost SL AMR X9 LC nimmt auch enge Kurven mit hoher Präzision, wedelt agil über den Trail, ohne je mit Laufruhe zu geizen.

 

MOUNTAINBIKE 1216 Lesertest Porträt Alexander Sipf
Foto: Dennis Stratmann Alexander Sipf, Senior Project Manager

Ghost SL AMR X9 LC: das Leserfazit

„So viel Wendigkeit auf dem Trail hätte ich von einem 29er nicht erwartet.

Natürlich war das Ghost SL AMR X9 LC in engen Kurven nicht so drehfreudig wie mein 27,5"-Scott Genius, der Unterschied war aber sonst kaum spürbar. Die großen Reifen boten dafür viel Laufruhe und hielten das Ghost SL AMR X9 LC stabil in der Spur – auch, weil das Bike dank der 150-mm-Federgabel an der Front und des gut abgestimmten Hinterbaus mit Stahlfederbein immer satt auf dem Trail lag und selbst in ruppigen Passagen sicher unterwegs war.

Das Ghost SL AMR X9 LC könnte durchaus auch eine Option für Freeride-Touren sein. Die Shimano-XT-Bremsen waren für meinen Geschmack dafür aber etwas zu schwach. Sonst ist die Ausstattung top. Die Bandbreite des 1 x 11-Antriebs reichte mir aus, überhaupt rollte das Ghost SL AMR X9 LC geschmeidig bergauf. Die Traktion passte eh. Zudem war die Sitzposition angenehm komfortabel.

Fazit: Ich finde das Gesamtkonzept des Ghost SL AMR X9 LC voll und ganz stimmig.“

Technische Daten des Test: Ghost SL AMR X9 LC

Modelljahr: 2017
Preis: 3599 Euro
Gewicht: * 13,5 kg
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenmaterial: Carbon
Laufräder: 29 ''

*Herstellerangabe


Ghost SL AMR X9 LC (Modelljahr 2017) im Vergleichstest

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22.12.2016
Autor: MOUNTAINBIKE
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016