Mountainbikes im Test

Testbericht: Ghost SL AMR X 5 AL (Modelljahr 2017)

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Ghost SL AMR X 5 AL
Ein klassischer Allrounder ist das neue Ghost SL AMR X 5 AL nicht, dafür aber ein formidabler Trail- und Downhill-Räuber mit sahnigem Fahrwerk, super stabilem Handling und feinen Parts. Preiswert!
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Im steilen Uphill hecklastig

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Kreuzsolide Rahmen, bewährte Parts, unaufgeregtes Handling – Ghosts AMR-Familie traf stets den Nerv unzähliger Touren- und All-Mountain-Biker. Seit der großen Neuauflage im Vorjahr kommen die nun 17 AMRs (von Tour bis Enduro) progressiver daher.

So zeigt das Ghost SL AMR X 5 AL mit 150-mm-Fahrwerk für ein All-Mountain ganz schön Kante: Der Lenkwinkel steht flach bei 66°, das vordere Rahmendreieck ist generell lang und flach gezeichnet – für feinsten Bergabgenuss.

Foto: André Schmidt MOUNTAINBIKE Ghost SL AMR X 5 AL Cockpit

Das beste Cockpit im Test! Der Vario-Stützen-Remote steht ideal, Ergon-Griffe und Sram-Bremshebel sind Fingerschmeichler.

Auch die Ausstattung spricht weniger den Alpencrosser, mehr den Trail-Enthusiasten an.

So federt vorn die massive Yari-Gabel von Rock Shox, im Heck thront ein Monarch-Plus-Federbein mit Ausgleichsbehälter, damit der Dämpfer auf langen Abfahrten nicht überhitzt. Dazu gibt es einen 1 x 11-Antrieb von Sram/Race Face, ein kurz-breites Cockpit, Sram-Bremsen mit großen 200/180-mm-Rotoren sowie eine „brachiale“ Reifenkombi mit Schwalbes Magic Mary vorne und Hans Dampf hinten. Kurzum: Auf diese Parts wären die meisten Enduros neidisch.

Gut: 13,4 Kilo Gesamtgewicht trotz der bergablastigen Ausrichtung sind voll okay.

Foto: André Schmidt MOUNTAINBIKE Ghost SL AMR X 5 AL Schlauchloser Reifen

Unser Testbike war schlauchlos aufgebaut. Auf Wunsch übernehmen Ghost-Händler diesen Umbau kostenlos.

Wirklich flott voran geht es mit dem Ghost SL AMR X 5 AL jedoch nicht. Die besagten Reifen sind Grip-, keine Rollwunder, etwas Wadenkraft verpufft zudem im sehr sensiblen, leicht wippenden Viergelenk-Hinterbau. Und: Bei hochprozentigen Anstiegen fanden wir die sonst eigentlich angenehme Sitzposition durch den flacheren Sitzwinkel (73,5°) zu hecklastig.

Kritik, die auf der Abfahrt buchstäblich verfliegt. Mit seinem schluckfreudigen, schmusig-soften Fahrwerk saugt sich das Ghost SL AMR X 5 AL förmlich an den Untergrund fest, das superlaufruhige, ausreichend wendige Handling vermittelt ungemeine Fahrsicherheit. Viel besser geht es für ein AM nicht bergab, zumal die angesprochenen Parts den Downhill-Spaß noch befeuern.

Technische Daten des Test: Ghost SL AMR X 5 AL

Modelljahr: 2017
Preis: 2599 Euro
Gewicht: 13,4 kg
Rahmengewicht: 3270 g
Gabel (Gewicht): 2077 g
Gewicht Laufräder: 4419 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 63,2 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Yari RC Boost
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Rock Shox Monarch Plus R Debonair
Federweg getestet: 150 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 30 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX
Schalthebel: Sram GX
Kurbel: Race Face Aeffect
Umwerfer: -
Bremse: Sram Guide R
Bremsen-Disc vorne: 200 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock LEV Integra (Vario, 125 mm)
Vorbau: Ghost 50 mm
Lenker: Ghost 760 mm
Naben: Ghost
Felgen: Race Face ARC 27
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Magic Mary/Hans Dampf TLE 2,35"
Testurteil: Sehr gut (215 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

11.04.2017
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017