Mountainbikes im Test

Testbericht: Ghost SL AMR 7 LC (Modelljahr 2017)

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Ghost SL AMR 7 LC
Das Ghost SL AMR 7 LC ist ein verspieltes Tourenfully mit vielen Stärken, aber auch Schwächen. Flache Front und kurzes Heck sind Garanten für Fahrspaß. Das wippige Heck hemmt den Vortrieb.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Heck nicht antriebsneutral

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Die 2016 frisch aufgelegte AMR-Familie hat in ihrem zweiten Modelljahr zwei neue Bikes mit 29"-Rädern als Mitglieder. Das AM/Enduro Ghost SL AMR X 29 mit satten 150 mm Federweg sowie das Ghost SL AMR 29 mit 130-mm-Fahrwerk als Touren- und Trailbike. Letzteres ist bei Ghost im Bezug auf die Geometrie tatsächlich Programm: flachster Lenkwinkel (66,5°) im Testfeld, eher langer Radstand trotz relativ kurzer Kettenstrebe – das wäre vor zwei, drei Jahren noch als Enduro durchgegangen.

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Ghost SL AMR 7 LC Öffnung Kettenstrebe

Durch die langen Öffnungen an der Kettenstrebe lassen sich die Züge problemlos zu Hinterradbremse und Schaltwerk verlegen.

Entsprechend beweist sich das Ghost SL AMR 7 LC auch dank der Pike-Gabel als wahres Bügelbrett, besagter Radstand und flache Front führen zu massig Spurtreue und Laufruhe. Die geht am Heck leider zum Teil wieder flöten, weil der Hinterbau im Vergleich zur Gabel trotz nominell 130 mm Federweg weniger Reserven bietet. Bei dicken Brocken harmoniert das Fahrwerk deshalb nicht optimal, harte Schläge am Heck leitet das Ghost SL AMR 7 LC spürbar an die Bandscheiben weiter.

Ghost hat trotz der auf Laufruhe getrimmten Geo mit dem Ghost SL AMR 7 LC ein sehr agiles Bike entworfen, das sich über die kurzen Kettenstreben und das tiefe Tretlager willig in die Kurve legen lässt. Apropos: Nur 320 mm Tretlagerhöhe bei 130 mm Federweg sind grenzwertig – aufgesetzt sind wir während des Tests allerdings nie.

Foto: Benjamin Hahn MOUNTAINBIKE Ghost SL AMR 7 LC Brücke unter dem Federbein

Die Brücke unterm Federbein lässt sich drehen – was (mit anderem Dämpfer) weniger Federweg zur Folge hätte.

In Sachen Vortrieb zeigt sich das Ghost SL AMR 7 LC ziemlich unentschlossen. Dank der leichten Laufräder von Race Face sowie des pfeilschnellen Racing-Ralph-Reifens am Heck tritt es zwar stark an, das Wippen des Hinterbaus lässt die Muskelenergie aber versickern. Zudem zählt Traktion beim Klettern im Groben nicht zu den Stärken des Racing Ralph.

Die Ausstattung ist ghost-typisch sehr gut und durchdacht, etwa mit Shimano-XT-Antrieb/Schaltung (2 x 11) sowie -XT-Bremse. Der etwas weiche Lenkkopf des (schweren) Carbon-Rahmens fiel in der Praxis nicht negativ auf.

Technische Daten des Test: Ghost SL AMR 7 LC (Modelljahr 2017)

Modelljahr: 2017
Preis: 3099 Euro
Gewicht: 12,9 kg
Rahmengewicht: 3009 g
Federgabel (Gewicht): 2059 g
Gewicht Laufräder: 4064 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 59,8 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Pike RC Solo Air
Federweg getestet: 130 mm
Federbein: Rock Shox Deluxe RT
Federweg getestet: 130 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 36/26 Zähne vorne/11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock LEV Integra (Vario/100 mm)
Vorbau: Ghost 55 mm
Lenker: Ghost 760 mm
Naben: Ghost Light
Felgen: Race Face ARC 24
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Schwalbe N. Nic TLE 2,35"/R. Ralph TLE 2,25"
Testurteil: Sehr gut (202 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

08.02.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017