Mountainbikes im Test

Testbericht: Ghost Path Riot 8 UC (Modelljahr 2017)

Foto: Daniel Geiger MOUNTAINBIKE Ghost Path Riot 8 UC
Das Ghost Path Riot 8 UC mixt ein herrlich agil-spielerisches Handling mit sanftmütigem Fahrwerk zu einem spannenden Enduro. Die harten Laufräder rauben etwas Komfort.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Spürbar harte Felgen

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Vorne 170 mm, hinten 150 mm Federweg – per se ein „seltsamer“ Aufbau für ein Enduro. Auf dem Trail zeigt sich das Fahrwerk des Ghost Path Riot 8 UC aber keine Spur unharmonisch. Im Gegenteil, Gabel und Hinterbau schlucken Schläge feinfühlig weg und lassen nie die nötigen Reserven vermissen.

Das 150-mm-Heck verdankt diese Potenz zum einen natürlich dem butterweich ansprechenden Stahlfederbein von Cane Creek, zum anderen dem „Riot Link“ – einem kleinen Umlenkhebel über dem Tretlager. Der schaltet sich erst auf den letzten 20 Prozent des Federwegs ein und liefert spürbare, aber angenehme Endprogression.

Foto: Daniel Geiger MOUNTAINBIKE Ghost Path Riot 8 UC Cane-Creek-Angleset-Steuersatz

Über austauschbare Lagerschalen des Cane-Creek-Angleset-Steuersatzes lässt sich der Lenkwinkel in 0,5°-Schritten anpassen.

Die wunderbare Smoothness des Fahrwerks machen die massigen, hauseigenen Carbon-Laufräder allerdings fast wieder zunichte. Sie wirkten auf uns extrem steif und kaum fehlerverzeihend. Folgen viele Schläge bei hohem Tempo aufeinander, ist ein aktiver Fahrer gefragt, dem die Kontrolle über das Ghost Path Riot 8 UC dank des breiten Lenkers von Race Face immerhin leicht gemacht wird.

Auf der anderen Seite sind die steifen Räder Garant für ein präzises Kurvenhandling: Das Ghost Path Riot 8 UC zieht wie auf Schienen über den Trail, bleibt über das kurze 428-mm-Heck und den gemäßigt flachen 66°-Lenkwinkel dabei ungemein agil. So macht der Trailtanz Spaß.

Foto: Daniel Geiger MOUNTAINBIKE Ghost Path Riot 8 UC Stahlfederdämpfer

Per Climb-Switch lässt sich der feinfühlige Stahlfederdämpfer im Uphill straffen. Ohne wären Kletterpartien auch mühselig.

Erst recht, weil es trotz des höheren Gesamtgewichts überraschend aggressiv beschleunigt. Der rollfreudige Rock-Razer-Hinterreifen von Schwalbe macht die schweren Laufräder fast wieder wett, treibt das Ghost Path Riot 8 UC mit viel Power an. Kurvengrip liefern die Seitenstollen und vor allem der massive Schwalbe Magic Mary an der Front, enorme Verzögerung garantiert die Shimano-Saint-Bremse.

Berghoch gibt es spritzigere, leichtfüßigere Kletterer. Wenn der sonst zu aktive Stahldämpfer per Climb-Switch gestrafft wird, kraxelt das Ghost Path Riot 8 UC aber durchaus geschickt und ausdauernd.

Technische Daten des Test: Ghost Path Riot 8 UC

Modelljahr: 2017
Preis: 5499 Euro
Gewicht: 13,9 kg
Rahmengewicht: 3220 g
Federgabel: 2043 g
Gewicht Laufräder: 4840 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 69,9 Nm/°
Federgabel: Fox 36 Float Performance Elite Boost
Federweg getestet: 170 mm
Federbein: Cane Creek Double Barrel Coil
Federweg getestet: 150 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 32 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Race Face Atlas
Umwerfer: -
Bremse: Shimano Saint
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock Lev Integra (Vario, 125 mm)
Vorbau: Race Face Atlas 35 mm
Lenker: Race Face Atlas 800 mm
Naben: Ghost Carbon
Reifen: Schwalbe Magic Mary/Rock Razor TLE 2,35"
Testurteil: Sehr gut (203 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

21.07.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017