Mountainbikes im Test

Testbericht: Ghost Kato X 6 (Modelljahr 2016)

Foto: Benjamin Hahn MountainBIKE Ghost Kato X 6
Gabel mit viel Hub, flache Geometrie und ein ideales Cockpit – das Ghost Kato X 6 ist zum Leben auf dem Trail geboren, erfreut auch mit geringem Gewicht. Teils billigere Parts und zu wenig Komfort/Traktion kosten knapp das „sehr gut“.
Zu den getesteten Produkten

Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Wenig wertige Ausstattung
  • Kaum Rahmenkomfort

Testurteil

Testurteil gut
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Ganz klar, die Macher des Ghost Kato haben ein Faible fürs zünftige Bergabfahren.

So spendiert Ghost seinem preisattraktiven Allround-Hardtail Ghost Kato X 6 eine Federgabel mit ’ner Extraportion Hub: Satte 120 mm werkeln an der bewährten Rock Shox Reba – wie im Drössiger HTA650B 3.

Weitere „Trail-affine“ Schmankerln der generell jedoch nicht sehr wertigen Ausstattung: kurzer Vorbau, breiter 735-mm-Lenker, Shimano-XT-Schaltwerk mit Kettenstabilisator, superdünne Schraubgriffe, ausreichend grob profilierte Rocket-Ron-Reifen (leider nicht in teurer TLE/LS-Ausführung).

Foto: André Schmidt MountainBIKE Ghost Kato X 6 Shimano XT-Schaltwerk M780

Das XT-Schaltwerk stammt aus der älteren M780-Serie, besitzt aber (wie die neuen) den Kettenstabilisator Shadow Plus.

Und das ganze Paket ist sogar erfreulich leicht, belastet die Waage nur mit knapp über 11,5 Kilo.

Verdienst vor allem des asketischsten Rahmens im Testfeld, der dennoch einen sehr guten Steifigkeitswert erzielt. Darüber hinaus ist der Alu-Rahmen schön gemacht, alle Montage-Standards sind auf aktuellem Stand, lediglich die versteifende, praktische Heck-Steckachse fehlt.

Flott und flink lässt sich das Ghost Kato X 6 in der Praxis antreiben – den Esprit eines Bulls Copperhead 3 RS oder Rose Count Solo 1 27,5" erreicht das Ghost Kato X 6 aber nicht. Die leicht rückversetzte Sitzposition und die höhere Front rauben den entscheidenden Schuss Sportlichkeit.

Foto: André Schmidt MountainBIKE Ghost Kato X 6 Rock-Shox Reba-Gabel

Üppige 120 mm Hub offeriert die generell nicht brillante, aber ordentlich arbeitende Reba-Gabel von Rock Shox.

Auffallend wird dies im steilen Stich: Alle Tester monierten die hecklastige Tretposition sowie die im Vergleich schlechtere Traktion. Dies geht aufs Konto der sehr harten Heckpartie, die auch im Downhill-Tanz jedes Kieselchen ungeniert in des Fahrers Rückgrat hämmert.

Schade, denn so fehlt dem Ghost Kato X 6 die Geschmeidigkeit, welche die hubstarke Federgabel und das sehr gefällige Handling eigentlich innehaben. Letzteres vermengt höchste Spurtreue (sehr flacher 68°-Lenkwinkel) mit ansprechender Agilität (kurze Kettenstreben) – klasse.

Aufmerksamkeit verlangen die undefiniert zupackenden Shimano-Acera-Bremsen.

Technische Daten des Test: Ghost Kato X 6

Modelljahr: 2016
Preis: 1299 Euro
Gewicht: 11,5 kg
Rahmengewicht: 1726 g
Federgabel (Gewicht): 1593 g
Gewicht Laufräder: 4327 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: XS, S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 111,9 Nm/°
Komfort: * 3,9 mm
Federgabel: Rock Shox Reba RL
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 10: 36/22 Zähne vorne, 11–36 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano Deore
Kurbel: Shimano Deore
Umwerfer: Shimano Deore
Bremse: Shimano M396
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Ghost
Vorbau: Ghost 80 mm
Lenker: Ghost 730 mm
Naben: Shimano Deore
Felgen: Rigida Rival
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Rocket Ron Performance 2,25"
Testurteil: Gut (194 Punkte)

* Auslenkung gemessen in Y- und X-Achse am Sattel. Prüfgewicht 80 kg

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Gabel mit viel Hub, flache Geometrie und ein ideales Cockpit – das Ghost Kato X 6 ist zum Leben auf dem Trail geboren, erfreut auch mit geringem Gewicht. Teils billigere Parts und zu wenig Komfort/Traktion kosten knapp das „sehr gut“.

24.06.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016