Mountainbikes im Test

Testbericht: Focus Sam C Factory (Modelljahr 2017)

Foto: Daniel Geiger MOUNTAINBIKE Focus Sam C Factory
Das Focus Sam C Factory liebt den Highspeed, will aggressiv und aktiv gefahren werden, um seine hohe Agilität voll auszuspielen. Ein Bike für Könner, das zudem mit leichtem Carbon-Rahmen punktet.
Zu den getesteten Produkten

Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Relativ straffes Fahrwerk

Testurteil

Testurteil sehr gut
Loading  

Das Farbdesign des Focus Sam C Factory ist schon gewöhnungsbedürftig: Braun-auberginer Lack mit neongelben Decals. Jedoch, die aggressive Attitude des Dekors passt zum Bike. Das Focus Sam C Factory liebt es, von erfahrener Hand „hart“ gefahren zu werden!

Es schießt in der Ebene mit enormem Zug aus den Kurven raus, braucht aber stets viel Druck auf den Pedalen. Der Kettenzug strafft die Hinterradfederung dann spürbar, die GX-Schaltgruppe (1 x 11) von Sram sorgt für direkte, schnelle Schaltvorgänge. Kombiniert mit den extrem gefräßigen Conti-Baron-Reifen ein ideales Setup für kurze knackige Gegenansteige, die das Focus Sam C Factory im Sturmlauf nimmt.

Foto: Daniel Geiger MOUNTAINBIKE Focus Sam C Factory Rock Shox Yari

Sparvariante: Die Yari kommt ohne neuen, breiten Boost-Standard und ohne Schnellspanner an der Steckachse.

Gemütliches „Berghochgondeln“ ist hingegen keine Stärke des Focus Sam C Factory. Sobald der Zug auf der Kette nachlässt, sackt das Heck des abgestützten Eingelenkers ein und wippt nach. Spätestens jetzt spürt man auch die Masse der eher schweren Laufräder, auf denen der leichte Carbon-Rahmen sitzt. Gut hingegen, dass sich die Yari-Federgabel um 30 mm absenken lässt („Dual Position“). Mit kraxelfreundlicherer Geo und Sitzposition klettert das Focus Sam C Factory viel gradliniger als mit vollem Hub.

Foto: Daniel Geiger MOUNTAINBIKE Focus Sam C Factory Kunststoffschutz Kettenstrebe

Der dicke Kunststoffschutz bewahrt die Kettenstrebe vor Schlägen und dient geschickt als Führung für die Bremsleitung.

Bergab arbeitet das Fahrwerk unaufgeregt, schluckt auch härtere Schläge, wirkt dabei aber relativ straff. Gerade der Yari an der Front fehlt die Sensibilität, einer Rock Shox Lyric oder Fox 36, wie sie von der Konkurrenz eingesetzt werden. Aktiven Fahrern kommt das straffe Fahrwerk entgegen, im „Blindflug“ über ruppige Abschnitte drüberbügeln lässt sich damit aber nicht. Das Focus Sam C Factory will geführt werden, wobei ein kürzerer Vorbau (statt 60 mm) das Handling direkter und besser machen würde.

Aber grundsätzlich fegt das Focus Sam C Factory spritzig und mit viel Drehfreude den Trail runter. Dabei kommt die nicht ganz so bissige Sram-Guide-R-Bremse manchmal an ihre Grenzen, sonst ist die Ausstattung nicht top, aber grundsolide.

Technische Daten des Test: Focus Sam C Factory

Modelljahr: 2017
Preis: 4999 Euro
Gewicht: 13,5 kg
Rahmengewicht: 3140 g
Federgabel: 2076 g
Gewicht Laufräder: 4790 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 67,9 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Yari RC Dual Position
Federweg getestet: 140+170 mm
Federbein: Rock Shox Monarch Plus RC3
Federweg getestet: 160 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 11: 30 Zähne vorne, 10–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX
Schalthebel: Sram GX
Kurbel: Truvativ Descendant
Umwerfer: -
Bremse: Sram Guide R
Bremsen-Disc vorne: 200 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario, 125 mm)
Vorbau: Concept 60 mm
Lenker: Concept 770 mm
Naben: DT Swiss EX 1501 Spline One
Reifen: Continental Baron Projekt Protection 2,4"
Testurteil: Sehr gut (202 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

21.07.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017