Mountainbikes im Test

Testbericht: Focus O1E Team (Modelljahr 2017)

MOUNTAINBIKE Focus O1E Team
Foto: Benjamin Hahn
Wo geht’s hier zum Downhill? Das Focus O1E Team macht bergab eine prächtige Figur, liegt ungemein satt und spurstabil. Steile Klettereien mag es ebenso, in der Ebene fehlt dem 10,6-Kilo-Bike der Elan.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Bergab extrem potent
  • Sehr gelungenes Fahrwerk
  • Entspannt-sportliches Bike

Was uns nicht gefällt

  • Bike/Rahmen etwas schwer

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil sehr gut

Loading  

„Bereit für die anspruchsvollsten XCStrecken der Welt“ – wie Cannondale will auch Focus das brandneue Focus O1E Team (gesprochen: „One“) speziell für die extremen Anforderungen im Worldcup geschaffen haben.

Zunächst macht das Arbeitsgerät des zweifachen Weltcup-Siegers Florian Vogel (Schweiz) jedoch eine eher propere Figur: 10,6 Kilo auf der Waage sind für ein 8000-Euro-Racefully viel. Auch der wuchtige Carbon-Rahmen ist der gewichtigste im Test, die auffällige Upside-down-Gabel ebenso und die Laufrad-Reifen-Kombi die zweitschwerste. Sram-XX1-Eagle-Schaltung und Spline-One-Laufräder von DT Swiss entsprechen dafür quasi der „Norm“ des Tests.

 

MOUNTAINBIKE Focus O1E Team FOLD-Kinematik
Foto: André Schmidt Die aufwendige „FOLD“- Kinematik funktioniert sehr gut, wiegt aber eher viel und lässt keinen Platz für zwei Flaschenhalter.

Trotz des höheren Gewichts: Das Focus O1E Team rollt durchaus flott, auch dank der profilarmen Continental-Reifen und des wipparmen Hinterbaus. Der Elan eines KTM Scarp 29 Sonic 12S XX1 oder Specialized S-Works Epic FSR World Cup geht dem Focus O1E Team jedoch ab, zumal auch die trotz des langen Oberrohrs aufrechte Sitzposition fast (zu) gemütlich wirkt.

Geht’s hochprozentig-steil empor, ist das Focus O1E Team dafür in seinem Element. Die recht langen Kettenstreben, das traktionsstarke Fahrwerk und der steile Sitzwinkel drücken den Fahrer förmlich den Berg hoch. Runterzu ein ähnliches Bild. Äußerst gutmütig, extrem laufruhig und sicher im Handling wirft sich das Focus O1E Team gen Tal – Länge läuft halt, auch der flachere Lenkwinkel sorgt für Spurtreue.

 

MOUNTAINBIKE Focus O1E Team Schnellspann-Steckachse
Foto: André Schmidt Dank der pfiffigen Schnellspann-Steckachse hält das Focus O1E Team den inoffiziellen Reifenwechselrekord im Worldcup!

Dabei harmonieren die RS-1-Federgabel und der aufwendig konstruierte, mit zwei ineinander verschachtelten Wippen arbeitende Hinterbau prächtig, beide agieren jeweils nicht hypersensibel, aber aufmerksam, stets stabil im Hub stehend.

Kurzum, das Focus O1E Team ist ein fabelhafter Abfahrer, der mit kleinen Detailverbesserungen – breiterer Lenker, Reifen mit mehr Kurvenhalt, größere Bremsscheibe vorne – in dieser Disziplin perfekt wäre.

Achtung: nur in drei Rahmengrößen.

Technische Daten des Test: Focus O1E Team

Modelljahr: 2017
Preis: 7999 Euro
Gewicht: 10,6 kg
Rahmengewicht: 2320 g
Federgabel (Gewicht): 1736 g
Gewicht Laufräder: 3859 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 64,9 Nm/°
Federgabel: Rock Shox RS-1 Remote
Federweg getestet: 100 mm
Federbein: Rock Shox Monarch XX Remote
Federweg getestet: 100 mm
Gänge und Übersetzung: 1 x 12: 32 Zähne vorne, 10–50 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram XX1 Eagle
Schalthebel: Sram XX1 Eagle
Kurbel: Sram XX1 Eagle
Umwerfer: -
Bremse: Sram Level Ultimate
Bremsen-Disc vorne: 160 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Concept CPX
Vorbau: Concept Race 90 mm
Lenker: CPX Carbon 720 mm
Naben: DT Swiss XR 1501 Spline One
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Continental Race King RS 2,2"
Testurteil: Sehr gut (203 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil


Focus O1E Team (Modelljahr 2017) im Vergleichstest

Test: 8 edle Racefullys Foto: Dennis Stratmann

Test: 8 edle Racefullys

Die neuen Racefullys für 2017 sind so schnell wie eh und je – sie sind aber auch wahre Könner im anspruchsvollen Gelände. Wir haben 8 Modelle getestet.


Focus O1E Team (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

09.12.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016