Mountainbikes im Test

Testbericht: Felt Decree 3 (Modelljahr 2016)

MountainBIKE Felt Decree 3
Foto: Benjamin Hahn
Leichter, bocksteifer Rahmen, tolle Geometrie, ausgeprägter Vortriebswille – das Felt Decree 3 hat das Zeug zum Top-Trailbike. Es vermittelt jedoch nicht immer das von einem AM erwartbare Gefühl der Sicherheit.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Rahmen leicht, sehr steif
  • Sehr effizient im Vortrieb

Was uns nicht gefällt

  • Bergab harsch, nicht satt
  • Teils sehr unglückliche Parts

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil gut

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Als „das ultimative Trailbike“ preist Felt sein neues Baby, das Felt Decree 3, an.

Und die MountainBIKE-Prüfstände stimmen ins Loblied ein: Der erlesene Carbon-Rahmen wiegt wenig, ist dafür äußerst steif. Das Gesamtgewicht liegt ebenfalls im Vorderfeld, die Geometrie scheint ideal gezeichnet – und via Flip-Chip ließen sich Lenk- und Sitzwinkel um ~0,8° steiler stellen.

Letzterer steht in der „Low“-Einstellung in der Tat recht flach, unseren Testern gefiel die sportlich-gedrungene Sitzposition mit tiefer Front dennoch. Vom ersten Pedalhub an feuert das Felt Decree 3 voran, beschleunigt beflissen, klettert beschwingt.

 

MountainBIKE Felt Decree 3 Vario-Sattelstütze
Foto: Benjamin Hahn Schön, dass alle Testbikes eine Vario-Sattelstütze besitzen. Die am Felt Decree 3 bietet mit 100 mm jedoch zu wenig Hub und einen viel zu geringen Auszug. Selbst kleinen Testern unter 175 cm passte die Sitzhöhe nicht.

Der dreigelenkige Hinterbau mit Flexstreben statt hinterem Gelenk bleibt dabei vollständig wippfrei – generiert aber auch wenig Traktion.

Ein Problem, das sich durchzieht: Trotz der himmlisch schluckfreudigen Pike-Federgabel liegt das Felt Decree 3 einfach nicht so gesund auf dem Trail. Die auch bei 30 Prozent Negativfederweg noch arg straffe, fast leblose Heckfederung, der unnachgiebige Rahmen sowie die eher spröden (und pannenanfälligen) Reifen lassen das Felt Decree 3 viel früher zappelig werden, als es der schön flache Lenkwinkel verspricht.

Dazu sorgen einige Anbauteile für Unbill, etwa die zu kurze Vario-Stütze oder die überforderten Bremsen mit zu kleiner Disc im Heck.

Technische Daten des Test: Felt Decree 3

Modelljahr: 2016
Preis: 3499 Euro
Gewicht: 12,7 kg
Rahmengewicht: 2540 g
Federgabel (Gewicht): 1878 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 16, 18, 20, 22 ''
Getestete Rahmenhöhe: 18 ''
Rahmenmaterial: Carbon
Federgabel: Rock Shox Pike RC
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Rock Shox Monarch RT3 Deb.
Federweg getestet: 140 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano Deore (2 x 10)
Kurbel: Shimano Deore
Umwerfer: Shimano Deore
Bremse: Shimano Deore
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Kind Shock LEV DX (Vario)
Laufräder: No-Name/Alexrims MD21
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic Perform. 2,25"
Testurteil: Gut (191 Punkte)

Fazit:

Leichter, bocksteifer Rahmen, tolle Geometrie, ausgeprägter Vortriebswille – das Felt Decree 3 hat das Zeug zum Top-Trailbike. Es vermittelt jedoch nicht immer das von einem AM erwartbare Gefühl der Sicherheit.

Felt Decree 3 (Modelljahr 2016) im Vergleichstest

Test: 15 All-Mountains von 3.200 bis 4.000 Euro Foto: Dennis Stratmann

Test: 15 All-Mountains von 3.200 bis 4.000 Euro

In diesem Test treten 15 wahre Alleskönner-Bikes mit 140/150 mm Federweg und 27,5"-Laufrädern gegeneinander an. Wer den besten Allrounder des Jahrgangs 2016 baut, zeigt dieser Test.


Felt Decree 3 (Modelljahr 2016) im Vergleich mit anderen Produkten

05.02.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016