Mountainbikes im Test

Testbericht: Fatmodul Ant EC-03 (Modelljahr 2013)

Fatmodul Ant EC-03
Foto: Christoph Jorda
Das Fatmodul Ant spielt in der All-Mountain-Liga weit vorne mit – und das zum fairen Preis. Es sprintet leichtfüßig und antriebsneutral bergan und hält die Front spurtreu am Boden. Verspielt und mit großen Federwegsreserven rockt das Fatmodul die Trails, einzig die zu leichte Reifenwahl trübt den Bergabspaß merklich.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Wendiges, agiles Handling
  • Vielseitige Komponenten
  • Satter Hinterbau

Was uns nicht gefällt

  • Zu leichte Reifen

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Testurteil sehr gut

Als sich das Fatmodul Ant zum ersten Mal dem MB-Test stellte, sahnte es auf Anhieb die Bestnote ab. Der zweite Test verlief hingegen ernüchternd: Der Verbindungssteg zwischen den Sitzstreben touchierte beim Ermitteln der Federkennlinie das Sitzrohr. Ein Konstruktionsmangel, der das Ant gleich zwei Testnoten Abzug kostete. Nun stellt es sich erneut den harten Test-Bedingungen.

Mit durchdachter Ausstattung wie Shimano-XT-Schaltung und -Bremsen, Vario-Stütze Rock Shox Reverb und feinen Details wie der C-Guide-Kettenführung steht ein 12,7 Kilo leichter Alleskönner bereit. Der Viergelenk-Hinterbau und die Gabel Rock Shox Revelation liefern stolze 150 mm Federweg, und mit 26-Zoll-Laufrädern von DT Swiss setzt Fatmodul auf die klassische Radgröße.

Auf den Sattel, fertig, los. Verspielt und wendig schießt es in den ersten Trail, surft selbstbewusst über Wellen und filtert dabei mit sensiblem Fahrwerk feine Schläge weg. Kurze Gegenanstiege meistert das Ant antriebsneutral und steht, dank Vario-Stütze mit Lenker-Remote, im Nu bereit für die Abfahrt. Ein flacher 67,5°-Lenkwinkel sorgt für Laufruhe bergab. Selbst über grobe Wurzelteppiche bügelt das Fatmodul unerschrocken hinweg und lädt zu verspielten Manövern ein.

Agil lässt es sich etwa aufs Hinterrad ziehen, wirkt dabei aber keineswegs nervös. Der verwindungssteife Alu-Rahmen zeigt sich nicht nur im Labor mit einem Lenkkopfwert von 118 Nm/° steif, auch auf Richtungswechsel reagiert das Fatmodul direkt und bietet in Geröllpassagen Sicherheit.

Leider wirken die leichten Reifen Continental Mountain King in der Race-Sport-Version in Kombination mit der recht ­schmalen Felge von DT Swiss (19,5 mm Maulweite) etwas schwammig in Kehren und verblocktem Gelände. Für den harten All-Mountain-Einsatz wäre eine stabilere Reifenwahl sinnvoll. Aber: Bergauf profitiert der Fahrer von den leichten Pneus.

Das Ant beschleunigt leichtfüßig, geht antriebsneutral voran und bleibt, dank Gabelabsenkung, auch in steilen Rampen spurtreu mit dem Vorderrad am Boden. Dem Alpencross steht nichts mehr im Weg. Stopp! Was ist mit dem Hinterbau? Kollidieren Quersteg und Sitzrohr noch? Entwarnung, weder auf dem Prüfstand noch bei groben Schlägen gab es Probleme. Dafür sitzt der Steg jetzt so nah am Reifen, dass er bei matschigen Bedingungen zum Schlammfänger wird.

Technische Daten des Test: Fatmodul Ant EC-03

Modelljahr: 2013
Preis: 2699 Euro
Gewicht: 12,7 kg
Rahmengewicht: 2967 g
Federgabel (Gewicht): 1806 g
Vertriebsweg: Versender
Rahmenhöhen: S/M/L
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkwinkel: 67,5 °
Sitzwinkel: 74 °
Sitzrohr: 477 mm
Oberrohr: 597 mm
Steuerrohr: 133 mm
Radstand: 1147 mm
Tretlagerhöhe: 345 mm
Federgabel: Rock Shox Revelation Dual P.
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: DT Swiss M272
Federweg getestet: 150 mm
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT (3 x 10)
Kurbel: Sram S 1400
Umwerfer: Sram X9
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Laufräder: DT Swiss 1800
Reifen: Continental Mountain King 2,4"

Fazit:

Das Fatmodul Ant spielt in der All-Mountain-Liga weit vorne mit – und das zum fairen Preis. Es sprintet leichtfüßig und antriebsneutral bergan und hält die Front spurtreu am Boden. Verspielt und mit großen Federwegsreserven rockt das Fatmodul die Trails, einzig die zu leichte Reifenwahl trübt den Bergabspaß merklich.

Fatmodul Ant EC-03 (Modelljahr 2013) im Vergleichstest


Fatmodul Ant EC-03 (Modelljahr 2013) im Vergleich mit anderen Produkten

10.10.2012
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2012