Mountainbikes im Test

Testbericht: Falkenjagd Hoplit PI (Modelljahr 2015)

Foto: Daniel Geiger MountainBIKE Falkenjagd Hoplit PI
An und für sich entzieht sich das hübsche Falkenjagd Hoplit PI jeder Bewertung, leidet etwas unter der arg entspannten Geometrie. Im Sinne eines Sorglos-Bikes ist es dennoch sehr gut.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Cockpit zu lang/schmal
  • Sehr flacher Sitzwinkel

Testurteil

Testurteil sehr gut
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Wunderschön! Ja, dieser Titan-Traum aus Bayern vermählt zeitlos-elegante Optik, moderne Technik und extreme Langlebigkeit auf optisch gelungene Weise. Veredelt von dezent gesetzten roten Eloxal-Tupfern etwa an Tune-Naben, Reset-Steuersatz oder Bremssattel. Doch der Reihe nach:

Herz des Falkenjagd Hoplit PI ist die Pinion-Getriebekurbel, die 18 sehr fein übersetzte Gänge bietet und deren Übersetzungsspektrum von 636 Prozent jede Kettenschaltung erblassen lässt. Dazu ist das in einem Ölbad werkelnde Getriebe quasi wartungsfrei und für eine Laufleistung von 60 000 km ausgelegt.

Eingepflanzt ist das rund 2700 g schwere Getriebe (ohne Kettenblatt, Kurbelarme etc.) in einen traumhaft schön verarbeiteten Rahmen aus kratzfesten, robusten Titanrohren. On Top gibt’s Parts aus der Feinkostabteilung, etwa die superleichte, innovative Brake-Force-One-Bremse, Titan-Stütze/-Vorbau/-Lenker und besagte Eloxal-Perlen. So weit, so nobel.

Foto: Benjamin Hahn MountainBIKE Falkenjagd Hoplit PI

Die nahezu wartungsfreie Pinion Getriebekurbel stellt 18 fein abgestufte Gänge mit breitem Übersetzungsspektrum parat.

Überraschendes förderte der MountainBIKE-Labortest zutage. So ist das Titangeröhr zwar schwer geraten (circa 2150 g ohne Getriebe), dafür aber richtig steif: 103 Nm/° am Lenkkopf sind für Titan spitze. Auch in der Praxis sorgt dies für ein gediegenes, zusammen mit dem flachen Lenkwinkel und dem tiefen Schwerpunkt spurstabiles, sicheres Handling selbst auf grober Rüttelpiste – zudem noch gepaart mit dem gewissen „Komfortplus“ eines Titan-Bikes.

Ein Trail-Räuber ist das Falkenjagd Hoplit PI aber trotz 27,5"-Laufrädern nicht: Die langen Kettenstreben, die flachen Winkel und die hohe Front rauben fast jede Verspieltheit, auch der zu lange Vorbau mit zu schmalem Lenker macht das Handling indirekt. Was alles den anvisierten Kundenkreis der Custom-Fans und Weltumradler vermutlich kaum stören wird.

Foto: Benjamin Hahn MountainBIKE Falkenjagd Hoplit PI

Wunderschönes Titan! Die „Slider“-Ausfallenden mit Aufnahme für Scheibenbremse und X12-Steckachse sind ein Blickfang.

Jene Dauerpedalierer erfreuen sich umso mehr am nahezu tadellos funktionierenden Getriebe ohne wirklich lästige Mahlgeräusche. Nur dass das Schalten unter Last nicht/kaum möglich ist, benötigt Zeit zum Umgewöhnen. Auch der dank der äußerst leichten Laufräder durchaus Marathon-würdige Vortrieb lässt die Waden strahlen.

Steile Uphills sind jedoch trotz der gelungenen Pinion-„Untersetzung“ mühsam: Durch den zu flachen Sitzwinkel und die besagt hohe Front beginnt das Vorderrad früh zu tänzeln, die Bändigung verlangt nach Körpereinsatz.

Technische Daten des Falkenjagd Hoplit PI

Modelljahr: 2015
Preis: 6450 Euro
Gewicht: * 12,3 kg
Rahmengewicht: ca. 2150 g
Federgabel (Gewicht): 1602 g
Lenkkopfsteifigkeit: 103 Nm/Grad
Vertriebsweg: Direktvertrieb
Rahmenhöhen: M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Titan
Federgabel: DT Swiss XXM 100
Federweg getestet: 100 mm
Schaltwerk: Pinion P1.18
Schalthebel: Pinion (1 x 18)
Kurbel: Pinion
Bremse: Brake Force One
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 160 mm
Sattelstütze: Falkenjagd Titan
Laufräder: Tune King & Singlesp./Stan`s ZTR Crest
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Racing Ralph Evo 2.25"

* Komplettbike ohne Pedale

Fazit

An und für sich entzieht sich das hübsche Falkenjagd Hoplit PI jeder Bewertung, leidet etwas unter der arg entspannten Geometrie. Im Sinne eines Sorglos-Bikes ist es dennoch sehr gut.

09.10.2014
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2014