Mountainbikes im Test

Testbericht: Drössiger HTA650B 3 (Modelljahr 2016)

Foto: Benjamin Hahn MountainBIKE Drössiger HTA650B 3
Bergab verwöhnt das Drössiger HTA650B 3 mit feinem, ausgewogenem und sicherem Handling, mit zumeist sinnvollen Parts und hubstarker 120-mm-Federgabel. Auf dem Weg zum Gipfel stört die hecklastige Sitzposition. In Wunschfarbe!
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Sitzposition hecklastig
  • In der Praxis wenig Komfort

Testurteil

Testurteil gut
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Drössiger treibt es bunt!

Bei der deutschen Marke steht für jedes Bike eine riesige (RAL-)Farbpalette zur Wahl. Dazu gibt es Color-Kits, die etwa den Steuersatz oder den Sattel farblich abstimmen. Rahmen-, Dekor- und Kit-Optionen zusammen genommen, sind circa 70 000 Kombinationen möglich.

Schade, dass der Lackierer unseres Testbikes einen gebrauchten Tag hatte (siehe Bild unten), in der Regel ist die Lackqualität der Drössigers wirklich klasse.

Ans Innere: Der Alu-Rahmen überragt nirgends, schwächelt nirgends. Der dicke Nasslack pusht das Rahmengewicht auf 1936 g – noch okay. Auch das Gesamtgewicht von 12,1 Kilo liegt im Durchschnitt, die Parts auf Shimano-SLX-Niveau (3 x 10 Gänge).

Foto: André Schmidt MountainBIKE Drössiger HTA650B 3 Nasslack

Der dicke Nasslack in Wunschfarbe war an unserem Testbike oft unsauber gezogen mit Blasenwurf an diversen Stellen.

Dass die Rahmensteifigkeit die niedrigste im Test ist, sei geschenkt, „sehr gut“ ist der Wert immer noch. Dafür fehlen angesagte Technologien wie Pressfit-Innenlager, Umwerfer-Direct-Mount oder Heck-Steckachse.

Vor allem aber wurden wir – vom ambitionierten Marathon-Fahrer bis zum passionierten Alpencrosser – mit der Position auf dem Rad nicht warm.

Die 120-mm-Gabel ragt buchstäblich aus dem Testfeld heraus, erhöht die Front. Gemein mit dem wenig steilen Sitzwinkel (73°) sitzt es sich hecklastig, bei steilen Uphills muss man geschickt mit dem Körper arbeiten – um das Vorderrad zu belasten, ohne dass am Heck die Traktion abbricht. Auch beim Tänzchen über flowige Pfade wünschten sich alle Tester mehr Druck auf der Front.

Foto: André Schmidt MountainBIKE Drössiger HTA650B 3 Bremshebel und Schalthebel

Elegant: Drössiger verbandelt den Shimano-M506-Bremshebel direkt mit dem SLX-Schalthebel – via I-Spec.

Wird das Bergabgefälle schärfer, vermag die Geometrie jedoch zu punkten: Der sehr flache 68°-Lenkwinkel generiert Laufruhe, das extrem kurze Heck Wendigkeit, das gute Cockpit und die groben Nobby-Nic-Reifen flößen Vertrauen ein.

Der gute Komfortwert im Labor resultiert aus der dünnen Sattelstütze, im Gelände fühlt sich das Drössiger HTA650B 3 (fast unangenehm) hart an.

Technische Daten des Test: Drössiger HTA650B 3

Modelljahr: 2016
Preis: 1399 Euro
Gewicht: 12,1 kg
Rahmengewicht: 1936 g
Federgabel (Gewicht): 1553 g
Gewicht Laufräder: 4662 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 15, 17, 19, 21, 23 ''
Getestete Rahmenhöhe: 19 ''
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 105,6 Nm/°
Komfort: * 5,4 mm
Federgabel: Rock Shox Reba RL Remote
Federweg getestet: 120 mm
Gänge und Übersetzung: 3 x 10: 40/30/22 Zähne vorne, 11–36 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX
Kurbel: Shimano SLX
Umwerfer: Shimano SLX
Bremse: Shimano M506/M447
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Control Tech
Vorbau: Control Tech 90 mm
Lenker: Control Tech 700 mm
Naben: Shimano RM66
Felgen: DT Swiss X392
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic Performance 2,25"
Testurteil: Gut (179 Punkte)

* Auslenkung gemessen in Y- und X-Achse am Sattel. Prüfgewicht 80 kg

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Bergab verwöhnt das Drössiger HTA650B 3 mit feinem, ausgewogenem und sicherem Handling, mit zumeist sinnvollen Parts und hubstarker 120-mm-Federgabel. Auf dem Weg zum Gipfel stört die hecklastige Sitzposition. In Wunschfarbe!

24.06.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016