Mountainbikes im Test

Testbericht: Devinci Spartan Carbon (Modelljahr 2015)

MountainBIKE Devinci Spartan Carbon
Foto: Daniel Geiger
Was eine Wuchtbrumme. Das Devinci Spartan Carbon walzt jede noch so grobe Strecke zu Teer. Umso erstaunlicher, dass das Devinci Spartan Carbon bergauf ebenfalls zu Vollgasorgien anspornt. Traum-Bike!
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Testurteil überragend

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Zugegeben, Devinci assoziieren die meisten nicht auf Anhieb mit Radsport, sondern eher mit dem italienischen Universalgenie. Lauscht man aber den Begeisterungsstürmen aus der Enduro-Szene, ändert sich das schnell.

So oder so sind die Frankokanadier kein Neuling. Bereits 1987 gegründet – damals noch als Da vinci –, eroberten sie in der Bergrad-Neuzeit den Downhill-Zirkus mit Steve Smith am Volant.

Seit 2014 sind die Bikes auch in Deutschland erhältlich. Fast zur gleichen Zeit kam das Enduro Spartan – mit dem Damien Oton gerade die Enduro World Series aufmischt.

 

MountainBIKE Devinci Spartan Carbon Flip Chip
Foto: Daniel Geiger Die Geometrie des Devinci Spartan Carbon lässt sich mit einem „Flip Chip“ verstellen. Einfach ausbauen und umgedreht wieder einsetzen, schon verändern sich Sitz- und Lenkwinkel um circa 0,6 Grad.

Grund genug, sich das Enduro näher anzuschauen. Das Devinci Spartan Carbon setzt auf eine von US-Suspension-Guru Dave Weagle entwickelte Hinterradfederung mit 165 mm Weg am Heck.

Eine geschmiedete Wippe steuert über die Carbon-Sitzstreben das Federbein an. Damit entsteht ein konzentrischer Drehpunkt zur Hinterradachse. Das soll Bremseinflüsse von der Hinterradfederung entkoppeln und für eine aktive Federung sorgen, die den gesamten Federweg ausnutzt.

Hinzu kommt eine anpassbare Geometrie: Der „Flip Chip“ an der Federbeinaufhängung kann ausgebaut und umgedreht wieder eingesetzt werden. Damit sind Sitz- und Lenkwinkel um rund 0,6 Grad verstellbar.

 

MountainBIKE Devinci Spartan Carbon Chromag-Parts am Vorbau
Foto: Daniel Geiger Kanada-Kult an Nordamerikas Neuling: Am Devinci Spartan Carbon verbaute Devinci-Vertrieb Shocker Distribution Chromag-Parts aus Whistler. Der BZA-Vorbau wird gar noch in Kanada selbst gefräst.

In Sachen Ausstattung hat Deutschlandvertrieb Shocker Distribution ein feines, kanadisch angehauchtes Paket geschnürt: So verströmen erzstabile Chromag-Parts Flair aus dem eigenen Land, die Vario-Sattelstütze von 9Point8 stammt ebenfalls aus dem Northshore-Paradies. Weniger „cool“ wirkt die X-Fusion-Sweep-Gabel mit 160 mm Hub, die zudem noch viel Muße beim Setup benötigt – dann aber mit Feinfühligkeit belohnt.

Hat die Gerüchteküche also Recht?
Und ob: Das Devinci Spartan Carbon ist ein Bike zum Ballern, eine schluckfreudige Wuchtbrumme. Voll integriert und extrem komfortabel sitzt der Fahrer im Rad.

Was sofort begeistert: Nichts kann das Devinci Spartan Carbon bergab aufhalten. Mit einem ausgewogenen Mix aus Laufruhe und Wendigkeit verführt es den Fahrer, überzeugt ihn im Groben mit immenser Sicherheit.

Erstaunlich ist die Performance bergauf: Das Devinci Spartan Carbon rollt gut, „schiebt“ den Fahrer fast den Berg hoch. Einhelliges Fazit: „Brillanter Mini-Downhiller mit ungeahnt starker Uphill-Performance.“

Technische Daten des Test: Devinci Spartan Carbon

Modelljahr: 2015
Preis: 7099 Euro
Gewicht: 12,9 kg
Rahmengewicht: 3575 g
Federgabel (Gewicht): 1883 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Federgabel: X-Fusion Sweep RC HLR
Federweg getestet: 160 mm
Federbein: Rock Shox Monarch Plus RC3
Federweg getestet: 165 mm
Schaltwerk: Sram X0
Schalthebel: Sram XX1 (1 x 11)
Kurbel: Sram X0
Umwerfer: -
Bremse: Magura MT7
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: 9Point8 Fall Line (Vario)
Laufräder: Industry Nine Enduro
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: WTB Trail Boss TCS Light 2,4"
Testurteil: Überragend (226 Punkte)

Fazit:

Was eine Wuchtbrumme. Das Devinci Spartan Carbon walzt jede noch so grobe Strecke zu Teer. Umso erstaunlicher, dass das Devinci Spartan Carbon bergauf ebenfalls zu Vollgasorgien anspornt. Traum-Bike!

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Devinci Spartan Carbon (Modelljahr 2015) im Vergleich mit anderen Produkten

08.09.2015
Autor: Max Hilger
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2015