Mountainbikes im Test

Testbericht: Chromag Surface (Modelljahr 2014)

MountainBIKE Chromag Surface
Foto: Benjamin Hahn
Bergab „überragend“, bergauf „mit Schwächen“ – unterm Strich steht für das robuste Surface so das „gut“. Aber eigentlich entzieht sich das individuelle Fun-Hardtail eh einer objektiven Bewertung!
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Im Downhill die Wucht
  • Edler, robuster, steifer ...

Was uns nicht gefällt

  • ... aber schwerer Rahmen
  • Front steigt bergauf früh

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil gut

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Eines gleich vorweg: Dieses Bike sprengt nahezu jede Kategorie, ist der Traum aller Individualisten. Die Basis des Ungewöhnlichen legt bereits das Rahmenmaterial. Aus True-Temper-Stahlrohren gefertigt, folgt das Chromag Surface dem Motto: „Only steel is real!“ Kein Geringerer als Kult-Schweißer Chris Dekerf (in den 80er Jahren Schöpfer legendärer Rocky-Mountain-Bikes) brutzelt höchstpersönlich in Kanada die edlen Rohre zusammen.

Dass der Meister dabei mehr Wert auf Stabilität denn auf Leichtbau legt, entlarvte der Canossa-Gang ins MountainBIKE-Labor. Mit über 2,5 Kilo ist das blaue Kunstwerk schwerer als manches Fully. Allerdings sind die Steifigkeiten für einen Stahlrahmen exorbitant hoch. Letzteres gilt auch für den Preis: 2149 Euro sind alleine für den Rahmen fällig.

Passend zum robusten Chassis wählte Importeur Shocker für das Komplettrad (4499 Euro) eine äußerst stabile, zuverlässige Ausstattung, angeführt von einer steifen Rock-Shox-Gabel mit 130 mm Federweg – was für ein Hardtail eine echte Ansage ist! Dass auch damit der Fokus des Chromag Surface mehr auf Bergabspaß im All-Mountain-Stil und weniger auf epischen Touren liegt, wird mit der ersten Pedalumdrehung klar.

Das Bike rollt auch aufgrund der sehr gewichtigen Laufrad-Reifen-Kombi von WTB und der hecklastigen Position (flacher Sitzwinkel) reichlich gemächlich bergan. An hochprozentigen Steigungen muss der Fahrer seinen Körperschwerpunkt zudem weit nach vorne schieben – sonst schnappt das Vorderrad schnell nach Luft.

Neigt sich der Trail zum Tale, wird das Chromag Surface jedoch zur Wildsau! Der äußerst flache Lenkwinkel, die gefräßige Gabel und die griffigen Reifen sorgen für Laufruhe satt, auch wenn das kurze Heck in „bester“ Hardtail-Manier jeden Kiesel ungeniert an des Fahrers Bandscheiben weiterreicht. Dafür bietet das vortrefflich gewählte Cockpit mit „stummeligem“ 50-mm-Vorbau und 780(!) mm breitem Lenker die ultimative Kontrolle.

„Ohne Frage, das Chromag Surface ist bergab das beste Hardtail, das ich je gefahren bin“, so MountainBIKE-Testchef André Schmidt. „Wenn’s doch nur ein wenig zügiger bergauf ginge ...“

Technische Daten des Test: Chromag Surface

Modelljahr: 2014
Preis: 4499 Euro
Gewicht: 12,5 kg
Rahmengewicht: 2588 g
Federgabel (Gewicht): 1821 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S, M, M/L, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M/L
Rahmenmaterial: Stahl
Lenkkopfsteifigkeit: 105 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 151 N/mm
Federgabel: Rock Shox Revelation XX
Federweg getestet: 130 mm
Schaltwerk: Sram X9
Schalthebel: Sram X9 (2 x 10)
Kurbel: Sram X9
Umwerfer: Sram X9
Bremse: Avid Elixir 9
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Laufräder: WTB Frequenzy i23
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: WTB Weirwolf TSC 2,5"

Fazit:

Bergab „überragend“, bergauf „mit Schwächen“ – unterm Strich steht für das robuste Chromag Surface so das „gut“. Aber eigentlich entzieht sich das individuelle Fun-Hardtail eh einer objektiven Bewertung!

Chromag Surface (Modelljahr 2014) im Vergleichstest


Chromag Surface (Modelljahr 2014) im Vergleich mit anderen Produkten

09.10.2013
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2013