Mountainbikes im Test

Testbericht: Canyon Neuron AL 9.9 (Modelljahr 2017)

MOUNTAINBIKE Canyon Neuron AL 9.9
Foto: Benjamin Hahn
Der Tourenfully-Seriensieger Nerve lebt im Neuron weiter. Das Canyon Neuron AL 9.9 glänzt mit seiner ausgewogenen Kombination aus Vortrieb, effizientem Hinterbau und agilem Handling.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Klettert prima, viel Vortrieb
  • Wendig, ohne nervös zu wirken
  • Tolles Fahrwerk mit Reserven
  • Sehr solide Ausstattung

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Testurteil sehr gut Testsieger

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Federweg ist überbewertet? Könnte zumindest das Credo des preiswerten Canyon Neuron AL 9.9 sein. Mit 120 mm an der Front und 110 mm am Heck hat es mit den geringsten Hub im Testfeld – und holt sich trotzdem den Testsieg.

Das Canyon Neuron AL 9.9 fährt in allen Bereichen sehr gute Werte ein, ohne in einer Kategorie hervorzustechen. Das spricht für eine hohe Ausgewogenheit und damit für die wohl wichtigste Eigenschaft eines Tourenfullys. Gene, die schon das Canyon Nerve auszeichneten, welches das Neuron 2016/17 beerbt.

 

MOUNTAINBIKE Canyon Neuron AL 9.9 Wippe und Federbein
Foto: Benjamin Hahn Nur 110 mm Federweg geben die Wippe und der Dämpfer frei. Das Heck arbeitet straff-effizient, bietet genug Reserven.

Als „angenehm kompakt und zentral“ beschrieben alle Tester die Fahrerposition auf dem Canyon Neuron AL 9.9. Dank moderatem 459-mm-Reach, dem nicht zu langen Vorbau und der hohen Front bleibt der Oberkörper eher aufrecht. Dabei wandert die Kraft direkt von oben auf die Pedale und gibt dem Fahrer richtig Schub mit. Den übersetzt das Bike fast optimal in Vortrieb.

So kommen die im Vergleich leichten DT-Swiss-Laufräder schnell ins Rollen, das mit 12,9 Kilo nicht zu schwere Canyon Neuron AL 9.9 klettert problemlos jeden Anstieg hoch, und das sportlicheffiziente Heck wippt kaum – bei dennoch hoher Traktion.

 

MOUNTAINBIKE Canyon Neuron AL 9.9 Ausfallenden
Foto: Benjamin Hahn Die nach hinten gezogenen Ausfallenden sind schon vom Canyon Nerve, dem Vorgänger des Canyon Neuron AL 9.9, bekannt.

Überrascht hat uns die trotzdem starke Performance des Canyon Neuron AL 9.9 in ruppigen Downhills. Wegen des mit 69° eher steilen Lenkwinkels betont das Canyon Neuron AL 9.9 seine Wendigkeit und legt sich flink in alle Kurven – das geht aber nie in Nervosität über. Das Fahrwerk wirkt zwar ziemlich straff, doch dafür sackt das Heck nie ab, sondern vermittelt viel Feedback und das Gefühl, stets Reserven zu haben. An seine Grenzen stieß das Fahrwerk zumindest nie.

Wobei auch die potente, steife Fox-34-Federgabel ihren Teil beiträgt. Sie steht sinnbildlich für die eh absolut stimmige Ausstattung, die sich etwa mit bewährtem Shimano-XT-Antrieb (2 x 11), XTBremsen und sinnvoll gewählter Continental-Bereifung fortsetzt.

Technische Daten des Test: Canyon Neuron AL 9.9 (Modelljahr 2017)

Modelljahr: 2017
Preis: 2999 Euro
Gewicht: 12,9 kg
Rahmengewicht: 3141 g
Federgabel (Gewicht): 1846 g
Gewicht Laufräder: 4154 g
Vertriebsweg: Direktvertrieb
Verfügbare Rahmenhöhen: M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 71,6 Nm/°
Federgabel: Fox 34 Performance Elite
Federweg getestet: 120 mm
Federbein: Fox Float DPS Performance Elite
Federweg getestet: 110 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 36/26 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano XT
Kurbel: Shimano XT
Umwerfer: Shimano XT
Bremse: Shimano XT
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth (Vario, 125 mm)
Vorbau: Canyon 70 mm
Lenker: Canyon 740 mm
Naben: DT Swiss XM 1501 Spline One
Laufradgröße: 29 ''
Reifen: Conti Mountain King RS/X-King RS 2,4"
Testurteil: Sehr gut (220 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil


Canyon Neuron AL 9.9 (Modelljahr 2017) im Vergleichstest


Canyon Neuron AL 9.9 (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

08.02.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017