Mountainbikes im Test

Testbericht: Cannondale Jekyll Carbon 2 (Modelljahr 2013)

MountainBIKE Cannondale Jekyll Carbon 2
Foto: Benjamin Hahn
Mit Sahne-Handling und fast unanständiger Bergab-Lust ist das Jekyll der wilde Hund unter den US-Fullys. Mehr Enduro als AM – und gerade darum ein Traum für Trailfreaks.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Bergab unschlagbar
  • Exzellentes Handling
  • Sehr durchdachte Parts
  • Hightech-Fahrwerk straff, aber mit viel Reserven

Was uns nicht gefällt

  • Im Uphill schwerfällig

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Testurteil sehr gut

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Die Wünsche des eigenen Enduro-Rennteams beschleunigten die Metamorphose des Cannondale Jekyll Carbon 2: 160-mm-Forke mit wuchtigen Standrohren, klebrig-fette Reifen und Kettenführung verzaubern das einst bravere All-Mountain in ein strammes Mini-Enduro. Und die Sitzposition passt perfekt zum neuen, kraftstrotzenden Auftritt. Kompakt, zentriert, ob der hohen Front fast erhaben nimmt der Pilot Platz, genießt vom ersten Losrollen an höchste Kontrolle – auch dank des optimalen Cockpits mit kurzem Vorbau und 740 mm breitem Lenker.

Draufgängerisch stürzen sich Mensch und Maschine so ins Trail-Getümmel, das kristallklare Handling des wuchtigen, schweren Carbon-Rahmens sorgt für chirurgische Präzision, virtuos mixt das Cannondale Jekyll Carbon 2 Wendigkeit und Spielfreude mit Spurtreue. Auch die Parts spielen mit: Die Pneus mit weichem „Trailstar“-Gummi krallen sich unnachgiebig in den Boden, die X-Fusion-Vario-Stütze liftet problemlos, die Magura-Bremsen gefallen mit Standfestigkeit, könnten wohl bissiger sein. Der vom Lenker aus in zwei Modi schaltbare Hinterbau-Dämpfer indes erstaunt: Wenig gefordert wirkt er „lustlos“, taut im groben Gelände dann aber richtig auf und erfreut im Uphill mit höchster Effizienz – auch im offenen Modus. Apropos: Bergauf zwingen hohes Gewicht sowie zähe Reifen in den Schongang, und ohne abgesenkte Gabel steigt die Front rasch.

Technische Daten des Test: Cannondale Jekyll Carbon 2

Modelljahr: 2013
Preis: 4999 Euro
Gewicht: 13,4 kg
Rahmengewicht: 3097 g
Federgabel (Gewicht): 2138 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkwinkel: 67 °
Sitzwinkel: 73,5 °
Sitzrohr: 456 mm
Oberrohr: 590 mm
Steuerrohr: 133 mm
Radstand: 1147 mm
Tretlagerhöhe: 356 mm
Federgabel: Fox 34 Talas CTD
Federweg: 130+160 mm
Federbein: Fox Dyad RT2
Federweg: 90+150 mm
Schaltwerk: Sram X9
Schalthebel: Sram X9 (2 x 10)
Kurbel: Sram S2210
Umwerfer: Sram X7
Bremse: Magura MT4
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Laufräder: Mavic Crosstrail
Laufradgröße: 26 ''
Reifen: Schwalbe Hans Dampf Evo 2,35"

Fazit:

Mit Sahne-Handling und fast unanständiger Bergab-Lust ist das Jekyll der wilde Hund unter den US-Fullys. Mehr Enduro als AM – und gerade darum ein Traum für Trailfreaks.

Cannondale Jekyll Carbon 2 (Modelljahr 2013) im Vergleichstest


Cannondale Jekyll Carbon 2 (Modelljahr 2013) im Vergleich mit anderen Produkten

13.08.2013
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2013