Mountainbikes im Test

Testbericht: Bulls Wild Mojo 1 (Modelljahr 2016)

Foto: Manfred Stromberg Bulls Wild Mojo 1
Attraktiver Preis, die entspannt-zentrale Sitzposition und die exorbitante Steifigkeit sprechen für das neue Bulls Wild Mojo 1. Doch vor allem der Alu-Rahmen ist zu schwer geraten, das Handling vermittelt nur wenig Fahrsicherheit.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Rahmen/Bike extrem schwer
  • Handling spürbar nervös

Testurteil

Testurteil gut
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Wild, wilder, Bulls Wild Mojo 1? Mit komplett neuem 150-mm-Fully will die Hausmarke der Fachhandelsgruppe ZEG im All-Mountain-Segment für Furore sorgen. Seitens unserer Laborprüfer gibt’s erst mal Liebe und Hiebe: Zwar ist der Alu-Rahmen herausragend steif, aber extrem schwer. Rund 4500 g trotz leichter Gleitlager (s. Detail) sind ein barocker Wert.

Das Gesamtgewicht von fast 14,5 Kilo ist ebenfalls nicht standesgemäß, auch wenn das Bulls Wild Mojo 1 zu den preisgünstigsten Bikes im Test zählt. Dies zeigt sich zudem an den wenig edlen Parts, vor allem die Shimano-Billig-Bremse kostet viele Punkte.

Foto: André Schmidt Bulls Wild Mojo

Die Gleitlagerung verspricht ein geringeres Gewicht. Weiterer Vorteil: Bei einem Defekt lassen sich die Lager schnell tauschen.

Aufgesattelt wirkt das Bulls Wild Mojo 1 gar nicht wild, eher angenehm entspannt. Die Sitzposition ist aufrecht, nicht gestreckt, sehr gut über dem Tretlager austariert. Letzteres fühlt sich vorwärtsorientiert an, tatsächlich beschleunigt das Bulls Wild Mojo 1 dann auch durchaus energisch – den leichten Laufrädern mit (zu) schmalen Reifen sei Dank.

Auch die mehrgelenkige, schwimmend gelagerte Hinterradfederung agiert im Sitzen neutral, erst im Wiegetritt pumpt das Heck. Wegdiskutieren lässt sich das rustikale Gewicht aber nicht, auf langer Strecke und im Bergauf wird’s zäh – zudem zappelt das Vorderrad bei steilen Stichen – trotz der langen Kettenstreben und der damit hohen Traktion.

Foto: André Schmidt Bulls Wild Mojo 1

Das Federbein ist schwimmend gelagert, wird also von oben als auch über die mächtige Wippe von unten gedrückt.

Was sich im Downhill wiederholt: Der viel zu steile 68,5°-Lenkwinkel macht das Handling zwar direkt-agil, bei Highspeed aber auch nervös, unruhig, kaum spurtreu. So mangelt es Novizen wie Könnern an Fahrsicherheit und Vertrauen ins Gefährt, auch die Revelation-Gabel kann nicht mit Pike oder Fox 34 mithalten, die Bremsen packen nicht gescheit zu.

Eher im unauffälligen Bereich werkelt der Hinterbau: aktiv mitgehend, nicht wegsackend, aber auch nicht wirklich „satt“.

Technische Daten des Test: Bulls Wild Mojo 1

Modelljahr: 2016
Preis: 2499 Euro
Gewicht: 14,5 kg
Rahmengewicht: 4480 g
Federgabel (Gewicht): 1759 g
Gewicht Laufräder: 4239 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 39, 44, 49, 54 cm
Getestete Rahmenhöhe: 44 cm
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 125,3 Nm/Grad
Federgabel: Rock Shox Revelation RL
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Rock Shox Monarch RL
Federweg getestet: 150
Gänge und Übersetzung: 2 x 10: 36/22 Zähne vorne, 11–36 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX
Kurbel: Shimano Deore
Umwerfer: Shimano SLX
Bremse: Shimano M506/M447
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock Lev Integra (Vario, 120 mm)
Vorbau: Bulls 70 mm
Lenker: Bulls 750 mm
Naben: Bulls Machete
Felgen: Bulls Machete
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic TLE 2,25"
Testurteil: Gut (176 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil

Fazit

Attraktiver Preis, die entspannt-zentrale Sitzposition und die exorbitante Steifigkeit sprechen für das neue Bulls Wild Mojo 1. Doch vor allem der Alu-Rahmen ist zu schwer geraten, das Handling vermittelt nur wenig Fahrsicherheit.

17.05.2016
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016