Mountainbikes im Test

Testbericht: Bulls Wild Cup 3 (Modelljahr 2017)

MOUNTAINBIKE Bulls Wild Cup 3
Foto: Benjamin Hahn
Schluckfreudiger Hinterbau, lang-flache Front, höheres Gewicht – das günstige Bulls Wild Cup 3 ist ein Bike zum Ballern bergab! Bergauf und auf engen Trails wirkt es hingegen schwerfällig. Sehr gute Ausstattung.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Hinterbau/Handling „satt“
  • Sehr gute Ausstattung

Was uns nicht gefällt

  • Antriebseinflüsse
  • Gabel/Laufräder schwer

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil gut

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Bulls trimmt sein Bulls Wild Cup 3 deutlich in Richtung Enduro. So steht der Lenkwinkel mit 65,5° extrem flach: Dies streckt das Bike, für die kleine, getestete Rahmengröße fällt das Bulls Wild Cup 3 sehr lang aus. So generiert es viel Laufruhe und Kurvenpräzision, die Kettenstreben sind mit 440 mm gerade noch kurz genug für ausreichend Drehfreude.

 

MOUNTAINBIKE Bulls Wild Cup 3 Züge
Foto: Benjamin Hahn Die Züge am Bulls verschwinden alle in einer Rahmenöffnung – etwas krude.

Geht es auf dem Trail ruppig zu, dreht das Bulls Wild Cup 3 mit seinem 150-mm-Fahrwerk richtig auf. Das Monarch-Federbein im Heck spricht sensibel an, kommt auch bei heftigen Stößen nie an die Grenzen seines Hubs. Die eher linear federnde, leichte Revelation-Federgabel kann da nicht mithalten – Fox Rhythm oder Rock Shox Yari sind einfach steifer, schluckfreudiger.

Wenn das Bulls Wild Cup 3 doch mal zu schnell den Hang runterbügelt, lässt es sich mit der bissigen Magura MT5 am Vorderrad wieder einbremsen. Bulls mixt die Vierkolbenbremse mit einem Zweikolbenstopper am Heck – clever!

 

MOUNTAINBIKE Bulls Wild Cup 3 Magura-Vierkolben-Bremse
Foto: Benjamin Hahn Klasse: An der Front verzögert das Bulls Wild Cup 3 mit einer Magura-Vierkolben-Bremse!

Obwohl der Nobby Nic in teurer TLE-Ausführung flott sowie traktionsfreudig rollt und der Shimano-SLX-/XT-Antrieb (2 x 11) perfekt läuft, lässt das Bulls Wild Cup 3 Vowärtsdrang vermissen. Geschuldet ist das dem sensiblen Heck, das im Uphill spürbar einsackt und erst geschlossen vortriebseffizient arbeitet – dann aber mit Traktion geizt. Und ein Leichtgewicht ist das Bulls Wild Cup 3 auch nicht.

Technische Daten des Test: Bulls Wild Cup 3

Modelljahr: 2017
Preis: 2099 Euro
Gewicht: 14,3 kg
Rahmengewicht: 3380 g
Federgabel: 2203 g
Gewicht Laufräder: 4759 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 39, 44, 49, 54 cm
Getestete Rahmenhöhe: 44 cm
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 86,6 Nm/°
Federgabel: Rock Shox Revelation Silver TK Remote
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Rock Shox Monarch RL
Federweg getestet: 150 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 36/26 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Shimano XT
Schalthebel: Shimano SLX
Kurbel: Shimano SLX
Umwerfer: Shimano SLX
Bremse: Magura MT5+MT4
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Kind Shock Lev Integra (Vario, 150 mm)
Vorbau: Styx 60mm
Lenker: Styx 740 mm
Naben: Formula DC
Felgen: Ryde HC 26 S
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Schwalbe Nobby Nic TLE 2,35"
Testurteil: Gut (192 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil


Bulls Wild Cup 3 (Modelljahr 2017) im Vergleichstest


Bulls Wild Cup 3 (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

23.06.2017
Autor: Benjamin Büchner
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017