Mountainbikes im Test

Testbericht: Bionicon Alva 160 Air 1 (Modelljahr 2014)

Bionicon Alva 160 Air 1 im MountainBIKE-Test
Foto: Dennis Stratmann
Bionicon ist mit seiner pfiffigen Geo-Verstellung vor Jahren ein Coup gelungen. Macht das System heute noch Sinn? MountainBIKE hat's am Bionicon Alva 160 Air 1 getestet.

Was uns gefällt

  • Schluckfreudiges Heck
  • Variable Geometrie

Was uns nicht gefällt

  • Weniger laufruhig
  • Hohes Gewicht

Trotz viel Federweg steilste Berge erklimmen? Vor einigen Jahren schien das mit "Normal-Bikes" unmöglich, pfiffige Features wie die Geometrieverstellung von Bionicon waren daher der Hit. Heute klettern selbst Enduros klasse, geringes Gewicht und optimierte Geometrien (steile Sitzwinkel) machen’s möglich. Haben Vario-Systeme wie bei den Bikes vom Tegernsee also ausgedient?

"Enduro-like" bietet das 26"-Bionicon Alva 160 Air 1 160 Millimeter Hub an Front und Heck, wird von Bionicon aber als All-Mountain eingestuft. Das Besondere ist der kleine Druckknopf am Lenker, der Luft aus der Gabel zum Dämpfer strömen lässt. Mit dem Effekt, dass sich die Front absenkt und das Heck anhebt.

Der Fahrer wählt so stufenlos zwischen Downhill- und Uphill-Geometrie. Letztere bietet sich vor allem für stundenlange Auffahrten in den Alpen an, im Mittelgebirge klettert das Bionicon Alva 160 Air 1 auch im Abfahrtsmodus durchaus geschickt – wobei es mit rund 14 Kilo spürbar schwer ist. Zudem hat das System ein Manko: Bei weit abgesenkter Gabel wird der Lenkwinkel so steil, dass man das Gefühl hat, "in den Berg zu treten", wenig effizient vorankommt.

Hinzu kommt, dass diese starke Geometrieveränderung schon fast zu viel Gewicht auf die Front verlagert. Auf dem Trail wiederum sorgten der breite Lenker und die sehr kompakte Sitzposition für viel Kontrolle. Das Bionicon Alva 160 Air 1 wedelt dank kurzer Kettenstreben (425 Millimeter) galant ums Eck.

Bei Highspeed-Downhills lässt das Bike aber Laufruhe vermissen. Das Heck saugt zwar grobe und feine Schläge hervorragend auf, gibt den Hub großzügig frei. Die Gabel arbeitet jedoch unsensibler und sackt im mittleren Bereich etwas weg. Fein: Für 2.049 Euro bietet das Bionicon Alva 160 Air 1 eine sehr gute Ausstattung.

Technische Daten des Test: Bionic Alva 160 Air 1

Modelljahr: 2014
Preis: 2.049 Euro
Gewicht: 14,0 kg
Vertriebsweg: Direktvertrieb
Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkwinkel: 66,5 °
Sitzwinkel: 73 °
Reach: 400 mm
Sitzrohr: 453 mm
Oberrohr: 563 mm
Steuerrohr: 148 mm
Radstand: 1.146 mm
Tretlagerhöhe: 373 mm
Federgabel: Double Agent G2s
Federweg getestet: 80-160 mm
Federbein: Magura TS RC
Federweg getestet: 200/160 mm
Schaltwerk: Sram X9
Schalthebel: Sram X9 (3x10)
Kurbel: Sram X9
Umwerfer: Sram X9
Bremse: Avid Elixir 9
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Laufräder: Bionicon KT / DT Swiss 533d
Laufradgröße: 26 ''
Reifen: Schwalbe Hans Dampf Evo 2,35''

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Fazit:

Bionicon setzt seit Jahren auf eine Vario-Geometrie, die am Bionic Alva 160 Air 1 aber nur in sehr steilem Gelände richtig Sinn und Spaß macht. Sehr gut gefallen das agile Handling und das schluckfreudige Heck.

05.08.2014