Mountainbikes im Test

Testbericht: Bergamont Trailster 7.0 (Modelljahr 2017)

MOUNTAINBIKE Bergamont Trailster 7.0
Foto: Benjamin Hahn
Länge läuft! Das fast wie ein Enduro geschnittene Bergamont Trailster 7.0 verwöhnt mit viel Spurtreue, bleibt dabei wendig genug – es mangelt jedoch an Leichtfüßigkeit. Solide, ungewöhnliche Parts.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Spezielles, laufruhiges Bike
  • Ungewöhnliche Parts

Was uns nicht gefällt

  • Eher schwer und träge
  • Hinterbau rauscht etwas durch

MOUNTAINBIKE Logo Testurteil

Testurteil gut

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Trendsetter Bergamont! Die Hamburger setzen voll auf die angesagte Volahiku-Mode: vorne lang, hinten kurz.

Verständlicher ausgedrückt: Die Hanseaten-Bikes haben ein sehr gestrecktes vorderes Rahmendreieck (Oberrohr und Reach sind die längsten im Testfeld), gepaart mit einem kurzen, agilen Heck. Das folgt Entwicklungen aus dem Enduro-Rennsport und sorgt für ein exzellentes Highspeed-Handling.

Länge läuft eben, der Radstand des Bergamont Trailster 7.0 ist beispielsweise über 5 cm länger als der des Specialized Stumpjumper FSR Comp. Dank des steilen 75°-Sitzwinkels und des kurzen Vorbaus thront man dennoch schön zentral, fein ausbalanciert im Rad.

 

MOUNTAINBIKE Bergamont Trailster 7.0 Manitou McLeod-Federbein
Foto: André Schmidt Das seltene McLeod-Federbein von Manitou macht einen guten Job. Die Druckstufe lässt sich in vier Stufe einstellen.

Im Kurventanz legt das Bergamont Trailster 7.0 dadurch eine durchaus kesse Sohle auf den Trail, mixt enorm viel Spurtreue mit ausreichender Wendigkeit – ist von der Spielfreude eines Specialized Stumpjumper FSR Comp aber meilenweit entfernt und wirkt speziell bei langsamer Fahrt etwas sperrig. Zumal es generell doch schwer(fällig) daher kommt.

14,2 Kilo Gesamtgewicht sind ebenso kein All-Mountain-Ruhmesblatt wie 3605 g Rahmengewicht. Beim Vortrieb in der Ebene und beim Kraxeln gibt es also deutlich fixere Testkandidaten, das Bergamont Trailster 7.0 zieht eher brav, kaum spritzig voran.

 

MOUNTAINBIKE Bergamont Trailster 7.0 Lager am Gelenkpunkt
Foto: André Schmidt Sehr groß dimensionierte Lager an nahezu allen Gelenkpunkten versprechen eine hohe Lebensdauer – klasse!

Gut dabei: Die Tretposition passt, der 140-mm-Hinterbau mit selten verbautem Manitou-McLeod-Federbein agiert auch ohne zugeschaltete Druckstufe im Sitzen wippfrei, pumpt nur im Wiegetritt. Im harten Downhill zeigt das Heck ein aktives Wesen, es spricht fein an, geht mit kleinen Stößen aufmerksam mit, rauscht aber etwas durch den Hub – hier wäre mehr Gegendruck wünschenswert.

An der Front führt die Manitou-Mattoc-Gabel hingegen nahezu auf Niveau der dominierenden Fox- und Rock-Shox-Konkurrenz. Überhaupt ist die ungewöhnliche Ausstattung mit 2 x 11-Schaltung von Sram, Magura-Bremsen und Manitou-Vario-Stütze eine willkommene Abwechslung.

Technische Daten des Test: Bergamont Trailster 7.0

Modelljahr: 2017
Preis: 2899 Euro
Gewicht: 14,2 kg
Rahmengewicht: 3605 g
Gabel (Gewicht): 1929 g
Gewicht Laufräder: 4667 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: S, M, L, XL
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkkopfsteifigkeit: 78,0 Nm/°
Federgabel: Manitou Mattoc Pro
Federweg getestet: 150 mm
Federbein: Manitou McLeod
Federweg getestet: 140 mm
Gänge und Übersetzung: 2 x 11: 36/24 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk: Sram GX
Schalthebel: Sram GX
Kurbel: Sram GX
Umwerfer: Sram GX
Bremse: Magura MT4
Bremsen-Disc vorne: 180 mm
Bremsen-Disc hinten: 180 mm
Sattelstütze: Manitou Jack (Vario, 125 mm)
Vorbau: Answer AME 45 mm
Lenker: Answer Pro Taper 750 mm
Naben: BGM Pro
Felgen: Sun Ringlé Helix TR27
Laufradgröße: 27,5 ''
Reifen: Maxxis Forekaster Exo 2,35"
Testurteil: Gut (196 Punkte)

Geometrie

Bike-Profil


Bergamont Trailster 7.0 (Modelljahr 2017) im Vergleichstest


Bergamont Trailster 7.0 (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

11.04.2017
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2017