Mountainbikes im Test

Testbericht: Bergamont Big Air MGN (Modelljahr 2011)

Bergamont Big Air MGN
Foto: Dennis Stratmann
Die Abfahrtsrakete im Testfeld – mit sehr harmonischem, sattem Fahrwerk und top Ausstattung. Das hohe Gewicht verlangt bergauf nach gut trainierten Beinen.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Sehr harmonisches, sattes Fahrwerk für anspruchsvolle Abfahrten
  • Viel Bodenfreiheit dank Hammerschmidt
  • Top Ausstattung

Was uns nicht gefällt

  • Hohes Rahmen- und Gesamtgewicht
  • Begrenzte Agilität in engen Kurven

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Testurteil sehr gut

„Bügeleisen“ notierte MB-Tester Fabian Scholz und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Das Big Air bietet die beste Downhill-Performance im Testfeld. Die satten 185 Millimeter Federweg am Heck glätten nahezu alles, was sich auf den Trail verirrt, und vermitteln viel Sicherheit im rauen Gelände. Der Hinterbau harmoniert zudem ausgezeichnet mit der Fox-Gabel. Beide Federelemente bleiben aber stets straff genug, um etwa auch aus schnellen Kurven effizient zu beschleunigen, ohne dabei wegzusacken. Das hintere Gelenk der Schwinge liegt direkt in der Nabenachse, was vor allem Bremseinflüsse minimieren soll.

Immerhin: Mit Bremsstempeln kämpfte keiner der Testfahrer. Reine Downhill-Asketen bemängeln lediglich das etwas hohe Tretlager, das allerdings in Kombination mit der kompakten Hammerschmidt-Kurbel nahezu unbegrenzte Bodenfreiheit bietet – ideal für sehr verblocktes Terrain. Bei 4420 Gramm bleibt die Anzeige der Waage bei Belastung mit dem hydrogeformten Rahmen stehen – der klare Höchstwert im Testfeld. In engen Kurven fehlt dem Berga­mont deshalb etwas die Spritzigkeit. Schnelle Antritte und Bergaufpassagen verlangen zudem für ein Enduro verhältnismäßig viel Schmalz in den Beinen. Der Fahrer tritt leicht von hinten in die Pedale, der Hinterbau sackt berghoch aber nicht weg und wippt trotz der fehlenden, zuschaltbaren Plattform am Vivid-Air-Dämpfer kaum. In Sachen Ausstattung lässt das Big Air kaum Wünsche offen: X0-Schaltkomponenten, stabile EX1750-Laufräder und komfortable Vario-Stütze von Crankbrothers. X0-Bremsen mit je 203-Millimeter-Scheiben sorgen zudem für ein fast fadingfreies Abfahrtsvergnügen.

Technische Daten des Test: Bergamont Big Air MGN

Modelljahr: 2011
Preis: 4699 Euro
Gewicht: 15,9 kg
Rahmengewicht: 4420 g
Federgabel (Gewicht): 2470 g
Vertriebsweg: Händler
Rahmenhöhen: S, M, L
Getestete Rahmenhöhe: M
Rahmenmaterial: Aluminium
Lenkwinkel: 66 °
Sitzwinkel: 72 °
Sitzrohr: 430 mm
Oberrohr: 584 mm
Steuerrohr: 125 mm
Radstand: 1155 mm
Tretlagerhöhe: 361 mm
Federgabel: Fox 36 Talas Fit RC2
Federweg getestet: 140–180 mm
Federbein: RS Vivid Air R2C
Federweg getestet: 185 mm
Schaltwerk: Sram X0
Schalthebel: Sram X0
Kurbel: Truvativ Hammerschmidt AM (24Z)
Bremse: Avid X0
Bremsen-Disc vorne: 203 mm
Bremsen-Disc hinten: 203 mm
Laufräder: DT Swiss EX 1750
Reifen: Schwalbe Fat Albert Evo TS/PS 2,4“

Fazit:

Die Abfahrtsrakete im Testfeld – mit sehr harmonischem, sattem Fahrwerk und top Ausstattung. Das hohe Gewicht verlangt bergauf nach gut trainierten Beinen.

Bergamont Big Air MGN (Modelljahr 2011) im Vergleichstest


Bergamont Big Air MGN (Modelljahr 2011) im Vergleich mit anderen Produkten

25.10.2011
Autor: Rainer Sebal
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2011