Magura: Bernd Kästle

Bernd Kästle, 41 MAGURA, Service-Boss, Kundendienst-Schrauber

Wir frieren, gemeinsam mit tausenden Fans. Ein frischer Wind weht, kühle Tropfen prasseln aus dichten, grauen Wolken. Fleece und Wollkappe feiern Hochkonjunktur – nur Bernd Kästle zeigt Haut, trotzt den Elementen im T-Shirt und kurzer Hose. Und mit einer Mütze, die ihm auf den Kopf gewachsen scheint. „Bin eher der kühle Typ“, grinst er, nicht ohne ein Augenzwinkern zu seinen winterlich verpackten Kollegen. „Für mich wird’s schlimm, wenn die ihre T-Shirts auspacken.“
Seit 13 Jahren schon schraubt der robuste Schwabe für Maguras Kundenservice, mit stoischer Ruhe und der Präzision eines Urmachers. Am liebsten Bremsen, aber auch Gabeln und Federbeine, alles andere am Bike natürlich nach Bedarf. Und stets mit Humor, um seine Kunden und gewiss auch sich selbst bei Laune zu halten. Notfalls auch, um blanke Nerven neu zu isolieren. Eine Unerschütterlichkeit, die im Trubel unterm nässetriefenden Zelt am Gardasee ihresgleichen sucht.
Chef der Service-Abteilung, Schulungsleiter, Bernd hätte allen Grund, ein bisschen groß zu tun. Viel wichtiger ist ihm jedoch der Spaß an der Arbeit. „Wer kann schon im Job seinen Hobbys nachgehen? In einem Team voller Bikefreaks, einer lebendigen Szene?“ Oder Werkzeuge entwickeln wie sein Lieblingstool, den Torque-Vario-Schraubendreher mit einstellbarem Drehmoment. Klar, dass der Service-Zirkus Wochenenden kostet. Was ihn eigentlich nur ärgert, wenn er einen Motorrad-GP verpasst. Den Akrobaten am Gasgriff gehört nämlich seine heimliche Liebe, zumal er selbst so oft wie möglich eine Suzuki über die schwäbische Alb reitet. Inspektionen? Eigenregie – Top-Mechaniker vertrauen den eigenen Handgriffen. Auch an seinen 17 Fahrrädern, einer „unvollständigen Familie“ – die schönsten Bikes zieren übrigens Bernds Wohnzimmer. Fragen zu Magura? Mailen Sie ihn an – Bernd Kästle ist Missionar für eine bessere Bike-Welt. Mit offenem Ohr. Und garantiert einer Lösung.

20.08.2004
© MOUNTAINBIKE