Unfall beim Mountainbiken – so funktioniert Ihre Ortung

Ortungs-Tools bei einem Unfall mit dem Mountainbike: diese Möglichkeiten gibt‘s

Allein auf MTB-Tour. Crash: Wie verständige ich Hilfe, wie werde ich gefunden? MountainBIKE zeigt, welche Möglichkeiten es gibt.

 

MountainBIKE Notfall
Foto: Wolfgang Ehn Bei einem Unfall mit dem Mountainbike können Ortungs-Tools richtig wichtig sein.

Im Zeitalter von Smartphone & Co. sollte die Alarmierung von Rettungskräften im Notfall kein Problem sein. Immer wieder liest man ja von Handy-Ortung. Aber die hat ihre Tücken. So darf das Smartphone nur von der Polizei geortet werden und nur bei Gefahr für Leib und Leben. Meist wird das erst angenommen, wenn jemand schon seit Tagen vermisst wird. Auch dann ist es mit der Suche nicht so einfach.

Zum einen muss das Handy noch in Betrieb sein, sprich der Akku nicht verbraucht, zum anderen ist die Netzdichte besonders in den Bergen oft problematisch. Die Polizei sieht sich einem riesigen Suchgebiet gegenüber, das nach der ersten Lokalisierung mit einem Helikopter abgeflogen wird, der mit einem Peilgerät an Bord dann mit der Feinsuche beginnt. Bis es zur eigentlichen Ortung kommt, vergehen manchmal Tage.

Notruf-Apps

Verschiedene Organisationen, unter anderem die Bergrettungen, haben deshalb spezielle Notruf-Apps entwickelt, mit denen im Notfall durch einen Knopfdruck die GPS-Daten zur Ortung an den Anbieter übermittelt werden.

Diese Apps gelten meist nur für einen bestimmten Raum. Die der Malteser zum Beispiel nur in Deutschland und die der Bergrettung Tirol nur in Tirol. Außerdem setzen die Apps voraus, dass das Smartphone funktioniert und überhaupt Mobilfunknetz-Empfang hat.

Live-Tracking-Apps

Eine Alternative zu den reinen Notfall-Apps sind so genannte Live-Tracking-Apps. Das Smartphone sendet zum Beispiel alle zehn Minuten (je nach App und gewählter Einstellung) ein GPS-Signal. Die Daheimgebliebenen können dann auf einer Karte, etwa Google Maps, verfolgen, wo sich der Mountainbiker befindet. Falls er von seiner Tour nicht zurückkommt, kann mit der Ortung am letzten gesendeten Signal begonnen werden.

Auch hier ist allerdings Voraussetzung, dass das Handy funktioniert und während der Tour Netzempfang hatte. Das Senden der GPS-Signale verbraucht viel Akku. Da der Sender auch nicht konkret den Unfallort sendet, ist das Tracking zwar hilfreich, aber keine echte Notfallversicherung.

Tracker

Wer beim Tracking in puncto Akku und Robustheit auf Nummer sicher gehen möchte, greift zu einem Tracker. Das sind kleine Geräte, die mit einer SIM-Karte ausgestattet sind und regelmäßig GPS-Daten senden. Das Live-Tracking und eine eventuelle Ortung funktionieren dann wie bei der Live-Tracking-App.

Manche Tracker haben sogar einen Notfallknopf, der bei Betätigen eine SMS oder Mail mit den GPS-Daten an einen festgelegten Adressatenkreis sendet. Der Nachteil ist auch hier, dass die Geräte vom Mobilfunknetz (GSM/GPRS) abhängig sind.

Notfallsender

Unabhängig vom Mobilfunknetz und weltweit einsetzbar sind so genannte Notfallsender. Sie nutzen das Satellitennetz (Global Sat oder Iridium) und versenden darüber Nachrichten und die Position. Außerdem haben sie einen Knopf, mit dem man im Notfall die Search-and-Rescue-Zentrale verständigen kann, die dann den Rettungsdienst der jeweiligen Region benachrichtigt.

Je nach Gerät kann auch eine zusätzliche Live-Tracking-Funktion zugebucht werden. Weiterhin können eine bestimmte Anzahl vorkonfigurierter SMS an einen festen Adressatenkreis gesendet werden. Die technische Entwicklung ist rasant, es wird sich sicherlich noch einiges tun.

21.09.2013
Autor: Mirjam Hempel
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 09/2013