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Experten-Interview: Wie Enzyme bei der Regeneration helfen

" Enzymkombinationspräparate lindern Entzündungen und können so die Regenerationszeit nach dem Training verkürzen", sagt Dr. Lutz Graumann (39), Dezernent Sportmedizin der Bundeswehr und ärztlicher Leiter des Performance & Health Institute in Valley bei München. Im Interview gibt Graumann weitere Tipps.

 

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Foto: Fabian Rapp Dr. Lutz Graumann (39), Dezernent Sportmedizin der Bundeswehr und ärztlicher Leiter des Performance & Health Institute in Valley bei München

Wie können Enzymkombinationspräparate bei der ­Regeneration helfen?
Durch lange sowie intensive Belas­tungen beim Sport entstehen oft Mikroverletzungen in der Muskulatur. Ein Muskelkater etwa ist ein Schmerz, der durch feinste Risse in der Muskulatur entsteht. Dabei wird auch immer etwas Gewebe zerstört. Der Körper reagiert auf solch eine Verletzung in aller Regel mit einer Entzündungsreaktion. Beim Heilen dieser Mini-Entzündungen können Enzyme helfen, denn sie beschleunigen den Abtransport der anfallenden Schadstoffe und lindern so die Entzündungen im Gewebe und Schmerzen. Auch bei Überlastungsschäden, Prellungen oder Stauchungen reagiert der Körper mit einer Entzündung und wird durch eine optimale Enzymversorgung schneller wieder fit.

Was enthalten Enzymkombina­tionspräparate?
Enzyme sind Proteine, also Aminosäuren. In vielen der Enzymkombinationspräparate stecken Bromelain, Papain und Trypsin. Bromelain etwa lässt sich aus dem Ananasstrunk gewinnen.

Apropos Obst – könnte man nicht einfach mehr davon essen, um die gleiche Wirkung zu erzielen?
Nein, die so wichtigen Wirkstoffe würden durch unsere Magensäure zersetzt werden. Sie gelangen dann nicht mehr ins Blut, mit dessen Hilfe sie an die geschädigte Zelle transportiert werden würden. Aus diesem Grund sind Präparate sehr viel stärker dosiert als zwei oder drei Früchte, und zum anderen überstehen sie verpackt in Tabletten den Weg durch den Magen und spalten sich erst im Darm auf.

Worin liegt der Unterschied eines Enzymkombinationspräparats zu einem Schmerzmittel?
Viele der typischen Schmerztabletten haben für Athleten einen riesigen Nachteil. Sie belasten unseren Organismus. Das bedeutet, dass während des Sports beispielsweise Herz, Leber und Nieren doppelt funktionieren müssen. Einmal, um die Belastung zu ertragen, zum anderen, um die chemische Keule des Schmerzmittels abzupuffern. Zudem ist für viele Tage nach der Einnahme noch die Blutgerinnung gestört, und das kann dazu führen, dass die Regeneration nach sportlichen Belastungen extrem verlängert ist. Das kann zu lebensgefährlichen Nebenwirkungen führen. Enzymkombinationspräparate aus natürlichen Stoffen betrifft dies nicht.


14.05.1899
Autor: Daniel Beck
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 06/2012